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Sie sind hier: Fokus » Alkoholabhängigkeit » Aktuell 11. Februar 2012
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Alkoholsucht: Gute Erfolge mit Entzug und Psychotherapie
 
An der Klinik für Abhängiges Verhalten in Mannheim werden jährlich 600 Alkoholabhängige kombiniert behandelt: Dem körperlichen Entzug folgen bis zu dreiwöchige stationäre psychotherapeutische Massnahmen. Die Erfolgsquote nach einem halben Jahr: 60%.

Alkohol Symbolbild
 
Die Qualifizierte Entzugsbehandlung (QE) fängt mit dem Entzug an. Nach Abklingen der körperlichen Symptome beginnen zwei- bis dreiwöchige stationäre Einzel- und Gruppentherapien. Ein einjähriges ambulantes Anschlussprogramm beruht auf dem Besuch von Selbsthilfegruppen.


Das Prinzip der QE-Therapie entstand aus den Erfahrungen mit den Betroffenen. Bereits während den stationären Aufenthalten bilden sich freiwillig geformte Selbsthilfegruppen aus Mitbetroffenen, sagen die Mediziner. Es zeigt sich, dass die Auseinandersetzung mit „Gleichgesinnten“ auch der Auseinandersetzung mit sich selber und dem Problem Alkohol förderlich ist.


Nach einem halben Jahr liegt die Erfolgsquote mit QE zwischen 50 bis 60 Prozent. Die restlichen Betroffenen werden danach noch mindestens einmal rückfällig. Dennoch: Die Erfolgsquote liegt nach mehreren Jahren immer noch bei bis zu 40%. Positiv: Die QE-Behandelten nehmen wesentlich häufiger Anschlussprogramm in Anspruch, also solche, die nur für den körperlichen Entzug in die Klinik kommen.


Fazit der Autoren: Der qualifizierte Alkoholentzug (QE) – Kombination körperliche Entgiftung plus psychotherapeutische Massnahmen – ist dem rein körperlichen Entzug vorzuziehen. Die Kosten sind zwar anfangs etwas höher, relativieren sich aber durch die geringere Zahl von Rückfällen deutlich. Entscheidend seien das Erlernen von Verhaltenskorrekturen und Bewältigungsstrategien im Alltag, wie zum Beispiel der Restaurantbesuch oder der Besuch bei Freunden – ohne Alkohol.


pte

18.09.2009 - dzu


 

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