|
Über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus nahezu 30 Ländern tauschen sich in den nächsten fünf Tagen in Lausanne aus. Die Tagung der Kettil Bruun Society (KBS) ist eine der weltweit grössten, die sich der Erforschung alkoholbezogener Probleme widmet, wobei Entstehung, Verbreitung, soziale Folgen, Prävention und Behandlung im Fokus stehen. In diesem Jahr wird die Jahrestagung von Sucht Info Schweiz organisiert. Das Ziel ist, den Dialog unter Forschenden anzuregen, die internationale Zusammenarbeit zu fördern sowie länderübergreifende Projekte zu initialisieren.
„Das Treffen ist eine einmalige Chance. Hier können alle aus Erfahrungen und Erkenntnissen anderer Länder lernen“, sagt Sandra Kuntsche von Sucht Info Schweiz, verantwortlich für die Tagungsorganisation. 170 Referentinnen und Referenten u.a. aus Soziologie, Medizin, Psychologie oder Sozialarbeit sorgen in Workshops und Präsentationen während der kommenden fünf Tage für den Austausch neuen Wissens.
Beiträge aus der Schweiz
Auch Forschende von Sucht Info Schweiz beteiligen sich mit mehreren Beiträgen an der Tagung. Ein Thema ist der Alkoholkonsum Jugendlicher. So hat Béat Windlin untersucht, wie gemeinsame Familienaktivitäten mit dem Konsumverhalten 13- bis 16-Jähriger in Zusammenhang stehen. Die Analyse der repräsentativen Schülerinnen- und Schülerstudie von 2006 zeigt: Weniger die Häufigkeit, sondern vielmehr die Qualität der Aktivitäten mit der Familie steht mit einem geringen Ausmass an Problemverhalten in Zusammenhang. Jugendliche, die solche Aktivitäten kaum erleben, neigen dazu, häufiger zu rauchen, Alkohol zu trinken oder zu kiffen. Dies gilt für beide Geschlechter und alle Altersgruppen.
Eine weitere Präsentation widmet sich den neuen Technologien in der Alkoholforschung. Vielversprechend ist der Einsatz des Handys, über das junge Erwachsene online einen Fragebogen zu ihrem Alkoholkonsum ausfüllen können. „Das Ziel ist, die Datenqualität zu verbessern, indem die an der Untersuchung beteiligten Personen möglichst rasch nach einer Trinkgelegenheit die Einzelheiten zu ihrem Konsum online angeben“, erklärt Emmanuel Kuntsche von Sucht Info Schweiz. Sein Beitrag widmet sich der Frage, wie der Mobilfunkstandard UMTS, Universal Mobile Telecommunications System, zu Forschungszwecken eingesetzt werden kann.
Mehr zum Thema
Linkempfehlung
|