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Sie sind hier: Fokus » Alkoholabhängigkeit » Aktuell 11. Februar 2012
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Kurzberatung reduziert Rauschtrinken bei Jugendlichen
 
Jugendliche mit einem problematischen Alkoholkonsum können in Gruppen-sitzungen dazu motiviert werden, weniger zu trinken. Dies zeigt eine Studie der Fachstelle Suchtprävention Mittelschulen und Berufsbildung Zürich

 
Kurzinterventionen in Gruppen können den Alkoholkonsum von Schülern und Schülerinnen beeinflussen. Eine Studie bei Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren zeigt, dass jene in Gruppensitzungen dazu motiviert werden können, weniger zu trinken.

 

Die Fachstelle Suchtprävention des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes des Kantons Zürich startete die Untersuchung im 2008 gemeinsam mit der damaligen Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme, welche seit Mai 2010 als Sucht Info Schweiz auftritt.

 

Involviert waren gut 1'700 Jugendliche und junge Erwachsene an Berufsfach- und Mittelschulen sowie Gymnasien im Kanton Zürich. Bei der Risikogruppe zeigte sich ein deutlicher Rückgang des problematischen Alkoholkonsums. Zur Risikogruppe zählten Lernende, die sich im Monat vor der Befragung 3 bis 4 Mal einen Rausch angetrunken hatten. Pro Trinkgelegenheit konsumierten sie mindestens vier (für Frauen) oder fünf (für Männer) Gläser Alkohol.

 

Im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Intervention senkten diese Jugendlichen die Gelegenheiten mit Rauschtrinken pro Monat um 20 Prozent. Der durchschnittliche Wochenkonsum ging ebenfalls von 14 auf 10,5 Gläser Alkohol zurück. „Solche Gruppeninterventionen sind nicht nur wirksam, sondern auch kosteneffizient, weil sie zu ähnlichen Resultaten führen wie Einzelinterventionen und somit bei vergleichbarem Aufwand mehrere Personen gleichzeitig erreichen“, fasst Gerhard Gmel, Projektleiter bei Sucht Info Schweiz zusammen.

 

Bei Hochrisikogruppe greift Kurzintervention nicht

In der Gruppe der Hochrisikokonsumierenden bestätigten sich diese guten Resultate nicht. Lernende, die mehr als vier Mal pro Monat mindestens vier bis fünf Gläser Alkohol pro Gelegenheit trinken, änderten ihren Konsum nach der Kurzintervention nicht. „Wir gehen davon aus, dass hier ein umfassenderer Behandlungsansatz nötig ist“, erklärt Vigeli Venzin, Leiter Fachstelle Suchtprävention des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes Zürich. Denkbar sind weitergehende Massnahmen bzw. eine intensivere Behandlung in spezialisierten Alkoholberatungsstellen.

 

Verhaltensänderung durch Motivation

Fachleute von Zürcher Suchtpräventions- und Alkoholberatungsstellen führten die einmaligen Gruppensitzungen in zwei Unterrichtsstunden durch. Die so genannte Kurzintervention will Jugendliche und junge Erwachsene für eine Verhaltensänderung motivieren. „Wir wissen, dass der Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter für die Prävention entscheidend ist“, betont Kathrin Marmet von der Fachstelle Sucht-prävention des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes Zürich.


Die Studienautoren betrachteten auch die Umsetzung solcher präventiver Massnahmen an Schulen und mögliche negative Folgen für die Betroffenen. „Der befürchtete Nebeneffekt der negativen Etikettierung ist aber nicht eingetreten“, präzisiert Gerhard Gmel. Im Gegenteil, die engagierte Beteiligung der Jugendlichen legt in den Gesprächen nahe, dass sie sich im Rahmen der Schule gerne mit anderen ihrer Altersgruppe über ihre Erfahrungen mit Alkohol austauschen.

 

Messbarer Erfolg

Die Kurzinterventionen wurden von September 2008 bis Oktober 2009 auf Initiative und unter der Leitung der Fachstelle Suchtprävention Mittelschulen und Berufsbildung im Kanton Zürich in den Regionen Stadt Winterthur, Stadt Zürich und Zürcher Oberland an acht Mittel- und Berufsfachschulen durchgeführt. Eine Projektgruppe mit Vertretungen aus den regionalen Suchtpräventionsstellen Zürcher Oberland, Winterthur, Stadt Zürich sowie dem Blauen Kreuz Zürich entwickelte die Präventionsmassnahme und führte die Teilprojekte in den Regionen durch. Sucht Info Schweiz evaluierte die Wirkung des Projektes bei rund 100 Interventions- und Kontrollklassen.

 

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SuchtInfoSchweiz

17.05.2010 - dzu


 

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