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Sie sind hier: Fokus » Alkoholabhängigkeit » Krankheit 10. Februar 2012
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Chronischer Alkoholismus

Das Ende: Alkohol zerstört den Menschen.

 

Verlängerter Rausch

Die alles beherrschende Rolle des Alkohols und das Verlangen ("Craving") durch morgendliches Trinken brechen schliesslich jeden Widerstand des Süchtigen. Er findet sich tagsüber und mitten in der Woche schwer betrunken. In diesem Stadium verharrt er einige Tage, bis er völlig unfähig ist, irgendetwas zu unternehmen.

 

Ethischer Abbau

Die ausgedehnten Exzesse haben einen bemerkenswerten "ethischen Abbau" und eine "Beeinträchtigung des Denkens" zur Folge, die jedoch nicht irreversibel sind.

 

Alkoholische Psychosen

Bei etwa 10% aller Alkoholiker können jetzt auch echte "alkoholische Psychosen", d.h. alkoholische Geistesstörungen auftreten.

 

Trinken mit Personen weit unter dem eigenen Niveau

Der Verlust der Moral ist so hoch, dass der Süchtige mit Personen weit unter seinem Niveau trinkt.

 

Zuflucht zu technischen Produkten

Wenn nichts anderes vorhanden ist, werden auch technische Produkte, wie Haarwasser, Rheumamittel, vergällter Alkohol, Parfüms u.a. getrunken.

 

Verlust der Alkoholtoleranz

Zu dieser Zeit wird gewöhnlich auch der Verlust der Alkoholtoleranz bemerkt, der Alkoholiker verträgt weniger.

 

Undefinierbare Ängste, Zittern

Undefinierbare Ängste und Zittern werden eine Dauererscheinung. Sie treten auf, sobald der Alkoholspiegel im Körper sinkt (Entzugserscheinungen). Also kontrolliert der Süchtige dieses Symptom mit Alkohol. Das trifft auch für die "psychomotorischen Hemmungen" zu, etwa die Unfähigkeit, eine Uhr aufzuziehen, ohne vorher Alkohol zu trinken.

 

Besessenes Trinken

Die Notwendigkeit, diese Entzugssymptome zu beseitigen, übertrifft alle anderen Bedürfnisse. Das Trinken nimmt den "Charakter einer Besessenheit" an.

 

Unbestimmte religiöse Wünsche

Bei vielen Süchtigen, etwa bei 60%, entwickeln sich "unbestimmte religiöse Wünsche", während die Erklärungsversuche schwächer werden.

 

Erklärungssystem versagt

Im Laufe der ausgedehnten Exzesse werden die Erklärungen so häufig der unbarmherzigen Wirklichkeit gegenübergestellt, dass das gesamte "Erklärungssystem versagt". Die eigene Niederlage wird vom Süchtigen zugegeben.

 

Zusammenbrüche

Als Folge des Eingeständnisses der Niederlage erlebt der Kranke oftmals seelische Zusammenbrüche schwerster Art, die in jedem Fall eine ärztliche Behandlung notwendig machen. Selbstmordversuche sind in diesem Stadium nicht selten.

 

Alkoholdelirium

Ein Teil der Kranken zeigt als Folge des Weitertrinkens das Phänomen des gespaltenen Menschen. Die Persönlichkeit wandelt sich. Das Phänomen der Spaltung tritt besonders deutlich in den Alkoholpsychosen hervor und ist vielfach an Sinnestäuschungen gebunden (Hören von Stimmen und visuelle Täuschungen). Diese Krankheitsform wird als "Alkoholdelirium" oder auch als "Prädelir" bezeichnet. Die schwerste und lebensbedrohliche Form ist das "Delirium tremens", das bei plötzlichen Alkoholentzug auftreten kann. In 20% der Fälle endet das Delirium tremens tödlich.

 

Hilfe

In dieser (End-)Phase ist der Kranke am ehesten bereit, Hilfe von aussen anzunehmen. Eine Einweisung in eine Entgiftungsklinik (nicht in ein Allgemeinkrankenhaus) ist für ihn lebensrettend und der mögliche Einstieg in eine Entwöhnungsbehandlung.

 
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1.12.2004
 
 
 



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