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Sie sind hier: Fokus » Brustkrebs » Behandlung 11. Februar 2012
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Brustkrebs: Wie wird Brustkrebs heute behandelt?

Grundsätzlich gilt: Je früher ein Brustkrebs behandelt wird, desto besser wirken die Therapien und umso grösser sind die Überlebenschancen.

 

Deshalb sind die Krebsvorsorgeuntersuchungen – dazu gehören die Selbstkontrolle durch Abtasten der Brust und die Mammographie - so wichtig, damit der Krebs möglichst früh entdeckt wird.

 

Die Brustkrebs-Therapie basiert auf drei Säulen:

 

Operation

Die Operation stellt den ersten Schritt der Therapie dar. Ziel der Operation ist es, den Krebs vollständig aus der Brust zu entfernen. Wenn möglich wird der Chirurg versuchen, brusterhaltend zu operieren, d.h. es wird nur der bösartige Knoten mit einem gewissen Sicherheitsabstand aus der Brust entfernt. Dies ist heute in etwa zwei Drittel der Fälle möglich, da viele Knoten rechtzeitig entdeckt werden. Hat der Krebs allerdings eine gewisse Grösse überschritten oder sich an mehreren Stellen in der Brust ausgebreitet, muss die gesamte Brust entfernt werden. Eine solche Brustamputation wird medizinisch als Ablatio oder auch als Mastektomie bezeichnet.

 

Für den weiteren Verlauf der Erkrankung ist es sehr wichtig, zu wissen, ob auch schon Brustkrebszellen ins Lymphsystem vorgedrungen sind. Dafür werden in der Regel während der Operation auch die Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt und mikroskopisch auf Tumorzellen untersucht. Eine neuartige Methode ist die "Sentinel-Technik": Dabei wird zunächst nur der sogenannte Wächter-Lymphknoten (Sentinel) entfernt und mikroskopisch untersucht.

 

Der Sentinel ist der erste Lymphknoten in der Kette der Achsellymphknoten. Ist dieser tumorfrei, dann kann auf die vollständige Ausräumung der Achselhöhle verzichtet werden, was zusätzliche Vorteile für die Frau bringt. Diese Methode ist zur Zeit kein Standardverfahren und wird noch in klinischen Studien überprüft.

 

Kriterien für eine brusterhaltende Operation

  • Der Knoten ist noch relativ klein, d.h. nicht grösser als 2-3 cm (ist noch etwas von der Grösse der Brust abhängig).
  • Der Knoten muss einen genügend grossen Abstand zur Brustwarze haben.
  • Der Knoten darf nicht entzündet sein.
  • Der Knoten hat keine Ausläufer in die umliegenden Milchgänge.
  • Der Knoten muss von den Drüsengängen ausgehen, nicht von den Drüsenläppchen.

 

Nach einer brusterhaltenden Operation muss eine Strahlenbehandlung der operierten Brust erfolgen, um das Risiko für ein Neuauftreten des Krebses möglichst zu minimieren. Zusätzlich erfolgt meist eine medikamentöse Therapie - entweder in Form einer kurzzeitigen Chemotherapie oder als Hormontherapie über einen längeren Zeitraum.

 

Manchmal wird anstelle der Operation auch mit der Chemotherapie oder Strahlentherapie begonnen, um einen grösseren Tumor so zu verkleinern, damit eine brusterhaltende Operation möglich wird.

 

Kriterien für eine Brustamputation (Ablatio, Mastektomie)

Zu einer Brustamputation wird der Arzt dann raten, wenn das Risiko für ein Neuauftreten des Krebses zu hoch ist, falls nur der Knoten entfernt werden würde. Denn das erneute Auftreten vergrössert die Gefahr, dass der Krebs weitere Ableger (Metastasen) im Körper gebildet hat, was die Chance auf Heilung drastisch verschlechtert.

 

Wann ist eine Brustamputation unumgänglich?

  • Der Knoten hat eine gewisse Grösse überschritten (über 3-4 cm) oder hat sich an mehreren Stellen in der Brust ausgebreitet.
  • Der Knoten ist entzündet.
  • Der Knoten liegt nahe an der Brustwarze oder zieht diese bereits ein.
  • Der Krebs ist nach aussen durchgebrochen und hat ein Geschwür gebildet.
  • Der Krebs hat Ausläufer in die Milchgänge gebildet.
  • Der Knoten ist nach einer brusterhaltenden Operation und Bestrahlung erneut aufgetreten.
  • Auf Wunsch der Patientin.
  • Wenn die Nachbestrahlung nach einer brusterhaltenden Operation abgelehnt wird.

 

Strahlentherapie (Nachbestrahlung)

Ziel der Bestrahlung ist es, eventuell vorhandene mikroskopische Tumorreste zu vernichten. Bei brusterhaltender Operation erfolgt immer eine Nachbestrahlung. Auch nach Brustamputation kann eine Bestrahlung sinnvoll sein, speziell wenn der Brustmuskel oder die Lymphknoten im Bereich des Brustbeins betroffen sind.

 

Die Bestrahlung wird für jede Patientin individuell geplant. Sie wird in der Regel gut vertragen. Gelegentlich treten Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Sonnenbrand-ähnliche Hautrötungen oder oberflächliche Hautläsionen auf, die sich nach der Behandlung wieder zurückbilden. Selten kommt es zu vorübergehender Übelkeit. Spätfolgen der Bestrahlung wie Verfestigung des Brustgewebes oder Hautverfärbungen sind heute durch verbesserte Techniken selten.

 

Medikamentöse Therapie (Chemotherapie, Antikörpertherapie, Hormontherapie)

Die heutige medikamentöse Therapie richtet sich in erster Linie danach, ob der Brustkrebs durch die weiblichen Hormone (Östrogen und Progesteron) beeinflussbar ist oder nicht. Aber auch das Alter der Patientin, Menopausestatus, Tumorgrösse, Lymphknotenbefall in der Achsel, Erkrankungsstadium und verschiedene andere Faktoren beeinflussen die Therapiewahl.

 

Derzeit gilt, Patientinnen mit hormonabhängigem Tumor (etwa 60-80 Prozent der Brustkrebsfälle) mit Hormontherapie, Patientinnen mit nicht hormonabhängigem Tumor mit Chemotherapie und Patientinnen mit unsicherer Hormonabhängigkeit mit einer Kombination von Chemo- und Hormontherapie zu behandeln.

 

Bei fortgeschrittener Erkrankung, d.h. wenn der Brustkrebs bereits Metastasen gebildet hat, so kann keine Heilung mehr erreicht werden. Im Vordergrund der Therapie stehen dann die Beschwerdefreiheit und die körperliche Leistungsfähigkeit sowie das Ziel, das allgemeine Wohlbefinden möglichst lange zu erhalten.

 

Nachsorge

In den ersten 3 Jahren sollten alle 3 Monate und danach halbjährlich Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Nach 5 Jahren ohne Rückfall sind auch längere Abstände ausreichend.

 

Die Kontrollen umfassen eine ausführliche Erfassung der Beschwerden, eine körperliche Untersuchung als auch eine Mammographie sowohl der brusterhaltend operierten Seite sowie der Gegenseite in den dafür vorgesehenen Abständen.

 

Zudem sollte die Selbstuntersuchung erlernt und regelmässig durchgeführt werden. Besteht der Verdacht auf einen Rückfall, können weitere Untersuchungen zur Abklärung notwendig werden.

 
Mediscope - Der Fokus Brustkrebs entstand mit freundlicher Unterstützung von Novartis Oncology
 
20.05.2008 - dzu, gem
 
 
 

 


 



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