Verdacht auf Brustkrebs: Was geschieht beim Arzt?
Das Wissen um kleinste, verdächtige Veränderungen in der Brust ist für die betroffene Frau meistens sehr belastend.
Deshalb ist eine möglichst schnelle und zuverlässige Abklärung durch den Arzt – in der Regel durch die Frauenärztin oder den Frauenarzt wichtig.
Grundsätzlich versucht der Arzt mit möglichst wenigen Abklärungsschritten eine sichere Diagnose zu erhalten, damit unnötige Untersuchungen und Operationen vermieden werden können.
Der Abklärungsvorgang geschieht folgendermassen:
Gespräch (Anamnese) und körperliche Untersuchung
Im Gespräch wird der Arzt zunächst Ihre persönlichen Risikofaktoren für einen möglichen Brustkrebs erfragen. Neben dem Alter und Brustkrebsfällen in der engeren Familie als wichtigste Risikofaktoren, wird er auch Fragen zu Ihrer Krankengeschichte und anderen Risikofaktoren stellen wie:
- Wann die Veränderung aufgetreten ist
- Sind bereits früher Abklärungen oder Operationen erfolgt
- Sind bereits früher ein Brusttumor oder andere Veränderungen festgestellt und therapiert worden
- Bestand früher schon eine andere Krebserkrankung (z.B Eierstock-, Darm- oder Gebärmutterkrebs)
- Bestehen andere Risikofaktoren für einen Brustkrebs (z.B. frühe erste Monatsblutung, späte Menopause, Hormoneinnahme, Körpergewicht, usw.)
Bei der körperlichen Untersuchung erfolgt die Inspektion und Tastuntersuchung durch den Arzt:
Inspektion:
- Veränderungen der Brustwarze (medizinisch Mamille) wie Einziehungen oder Ekzeme
- Hautveränderungen: Vorwölbungen, Einziehungen oder Hautrötungen
- Asymmetrien beim Vergleich beider Brüste
Tastuntersuchung, im Liegen und im Stehen:
- Beide Brüste werden miteinander verglichen
- Grösse des Tumors (Knotens), Abgrenzbarkeit und Verschieblichkeit gegenüber der Haut und dem darunter liegenden Gewebe
- Ev. versucht der Arzt durch vorsichtiges Pressen der Brustwarze, Sekret zum Fliessen zu bringen; dieses Sekret kann milchig, klar, blutig oder eitrig sein; vor allem blutiges Sekret kann auf eine bösartige Veränderung hinweisen.
- Abtasten der Lymphknoten in der Achselhöhle und im Bereich des Schlüsselbeins
Mammographie und Ultraschalluntersuchung
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Mammographie |
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Bei Frauen über 30 Jahren ist die Mammographie (Röntgenaufnahme der Brust) die erste bildgebende Untersuchung.
Die Ultraschalluntersuchung der Brust (Sonographie) ist die wichtigste Zusatzuntersuchung zur Mammographie, v.a. wenn die Art der Veränderung in der Mammographie nicht sicher beurteilt werden kann. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn das Brustdrüsengewebe sehr dicht ist, wie bei jungen Frauen oder Frauen mit Hormoneinnahme. Bei Frauen unter 30 Jahren sollte die Ultraschalluntersuchung sogar als erstes eingesetzt werden.
Zur Mammographie als Präventionsuntersuchung wird in der Rubrik ''Selbstuntersuchung, Vorbeugung'' eingegangen.
Feingewebliche Untersuchung (Feinnadelpunktion oder Stanzbiopsie)
Um ganz sicher zu sein, dass tatsächlich ein Brustkrebs vorliegt, werden mit einer dünnen Nadel kleine Gewebsproben aus dem verdächtigen Brustknoten entnommen und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht – eine Operation ist dazu nicht notwendig.
Sind in der Probe Krebszellen gefunden worden, werden weitere Eigenschaften dieser Krebszellen untersucht, die für die Therapieplanung von Bedeutung sind:
- Analyse der Tumoroberfläche: Bestimmte Hormone oder Wachstumsstoffe können das Krebswachstum beeinflussen. Ist der Brustkrebs für solche Stoffe empfänglich, so kann das therapeutisch genutzt werden. Mit entsprechenden Hormonen, Antihormonen oder sogenannten Antikörpern lässt sich das Wachstum zumindest für einige Zeit aufhalten, oder der Krebs bildet sich sogar zurück.
- Hormonrezeptoren: Hormonrezeptoren kann man sich als kleine Antennen vorstellen, die auf die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogen, Progesteron) reagieren. Haben die Krebszellen viele solche Antennen, so ist das ein Zeichen dafür, dass der Krebs mit einer Hormontherapie gut zu behandeln ist, was sehr günstig ist.
- HER2-Rezeptoren: Besitzen die Krebszelle viele der sogenannten HER2-Rezeptoren, dann kann der Brustkrebs mit einer Antikörpertherapie gut behandelt werden.
- Tumormarker: Tumorzellen produzieren bestimmte Stoffe, die dann auch im Blut zu finden sind. Diese Stoffe werden als Tumormarker bezeichnet. Beim Brustkrebs gibt es 2 wichtige Tumormaker - CEA und CA15-3. Diese Tumormarker geben Auskunft über den Erfolg der Therapie: Ist die Menge im Blut nach der Behandlung niedriger als davor, dann war die Therapie mehr oder weniger erfolgreich. Zur Brustkrebs-Suche eignen sich die Tumormaker allerdings nicht; dafür sind sie zu ungenau.
Suche nach Metastasen (Tochtergeschwülste)
Schliesslich muss geklärt werden, ob der Brustkrebs bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) entwickelt hat, vor allem in Organen, in denen sich häufig solche Ableger festsetzen. Am häufigsten finden sich Brustkrebsmetastasen in der Lunge, der Leber und dem Knochen. Daher muss zumindest ein Lungenröntgen, eine Ultraschalluntersuchung der Leber und eine spezielle Untersuchung der Knochen (Knochen-Szintigraphie) erfolgen.
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| Mediscope |
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| 20.05.2008 - dzu, gem |
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