Eizellvorsorge durch Eizellkonservierung: Wie funktioniert das?
|

|
|
Eizellentnahme erfolgt ambulant |
 |
| |
Eizellvorsorge ist eine Möglichkeit, die eigenen gesunden Eizellen in einem methodisch sicheren Verfahren für die Zukunft aufzubewahren.
Welche Vorteile dies für die moderne Familienplanung bringt und wer sich für eine Eizellvorsorge eignet, wurde in den beiden Rubriken Kinderwunsch und Unfruchtbarkeit detailliert beschrieben.
Das Verfahren der sogenannten Kryokonservierung (Einfrieren der Eizellen) nach der Vitrisafe®-Methode wurde in den letzten Jahren entwickelt und wird seither in verschiedenen IVF-Zentren von erfahrenen Reproduktionsmedizinern erfolgreich eingesetzt.
Ablauf der Eizellkonservierung
Der Ablauf erfolgt in 4 Schritten: Beratung und Untersuchung, Stimulationsphase, Eizellentnahme, Tiefgefrieren der Eizellen.
Beratung und Untersuchung
- Ausführliches Beratungsgespräch
- Gynäkologische Untersuchung
- Blutentnahme zum Ausschluss von Infekten
- Hormonbestimmung
- Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke
Vorbereitung der Eizellen (Stimulationsphase)
Damit bei der Frau möglichst viele Follikel (Eibläschen) heranwachsen, braucht es eine hormonelle Stimulation. Dieser Vorgang dauert ca. 2-3 Wochen. In dieser Zeit wird die Frau mit Hormonen behandelt. Danach erfolgt die sogenannte ovarielle Stimulation mit einem natürlichen Hormon, welches das Wachstum und die Reifung mehrerer Eizellen fördert. Hierzu sind tägliche Injektionen während 10 bis 13 Tagen notwendig. Diese Injektionen kann sich die Frau selbst verabreichen oder sie lässt sie sich von ihrem Partner oder von ihrem Hausarzt geben.
Mittels regelmässigen Hormonbestimmungen und Ultraschallmessungen wird die Eizellreifung von den Experten verfolgt, um den optimalen Zeitpunkt der Entnahme von reifen, befruchtungsfähigen Eizellen zu bestimmen. Das Ziel: 10-30 Eizellen sollten entnommen werden können.
Eizellentnahme
Das Absaugen der Follikel geschieht unter einem leichten Schlaf (sogenannte Sedoanalgesie oder Dämmerschlaf) oder unter Narkose. Mittels einer Vaginalsonde (Ultraschall) können durch die Scheide die Follikel für den Arzt sichtbar gemacht werden. Entlang einer Führungslinie wird die Nadel durch die Scheide direkt in das Eibläschen eingeführt und die Follikelflüssigkeit sowie die Eizelle abgesaugt.
Dieser Vorgang erfolgt als ambulanter Eingriff mit einer Dauer vonca. 10- 15 Minuten und die Frau kann am gleichen Tag wieder nach Hause entlassen werden.
Tiefgefrieren der entnommenen Eizellen
Die so gewonnenen Eizellen werden sofort mit einem speziell entwickelten Gefrierverfahren (Vitrisafe®) bei mehr als minus 190 Grad eingelagert. Die Vitrifizierung ist eine moderne Technik zur Zelleinfrierung, welche eine höhere Überlebenschance der Eizellen erlaubt.
Diese Methode der Schnelleinfrierung der Eizellen verhindert das Entstehen von Eiskristallen, welche hauptsächlich für irreparable Zellschäden verantwortlich sind. Das wird erreicht durch extrem schnelles Abkühlen der Eizellen auf minus 190 Grad (in flüssigem Stickstoff). Gleichzeitig verhindern Zusätze die Kristallisation.
Lagerung der Eizellen
Die Lagerung der Eizellen erfolgt danach in speziellen Tiefkühlbehältern, bis zu dem Zeitpunkt, wo die Frau ihre Familienplanung wieder aufnimmt und sich eine Schwangerschaft auf natürliche Weise nicht einstellen will. Das kann sein, weil der richtige Partner gefunden wurde, die Ausbildung fertig ist, eine Mammapause der Karriere nicht mehr schadet etc. Die Eizelle wird dann im künstlichen Befruchtungsverfahren (IVF = In Vitro Fertilisation) mit dem Samen des künftigen Kindsvaters befruchtet. Theoretisch können diese Eizellen auf unbestimmte Zeit gelagert werden und sind auch noch Jahre später biologisch gesehen genauso jung und leistungsfähig, wie am Tag der Entnahme.
Sicherheit und Erfolg
Dank dem schonenden Tiefgefrierverfahren kann damit gerechnet werden, dass mehr als 90% dieser Eizellen überleben.
Siehe auch Rubrik Sicherheit.
 |
|
Geburtenrate in der Gesamtbevölkerung | |
| |
Ob die Befruchtung in einer Schwangerschaft resultiert, hängt aber im Wesentlichen vom Alter der Frau bei der Eizellentnahme ab.
Demographische Statistiken zeigen, dass ein Drittel der Paare, welche sich heute einer Kinderwunschbehandlung unterziehen, über 40 jährig sind. Und: Mit 25 Jahren ist die Chance aber doppelt so hoch, auf natürlichem Weg schwanger zu werden, als mit 35.
Jungen Frauen ist jedenfalls geraten, ihre Eizellvorsorge spätestens mit 30 definitiv zu überdenken. Der optimale Zeitpunkt für eine Eizellentnahme liegt bei einer gesunden Frau zwischen 25 und 35 Jahren.
| Mediscope - dzu |
| |
| 22.09.2011 - Mit freundlicher Unterstützung von Ovita |
| |
 |
| |
 |
|
|
|