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Sie sind hier: Fokus » Eizellvorsorge » Experteninterview 21. Mai 2012
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Eizellvorsorge: Interview mit Univ. Doz. Dr. Nicolas Zech

Sprechzimmer:

Herr Univ. Doz. Dr. Zech, welche Idee steht hinter Ovita?

Dr. Nicolas Zech

Wir sehen uns als Partner für eine eigenständige, unabhängige Lebensplanung. Es ist eine gesellschaftliche Entwicklung, dass Frauen aus verschiedensten Gründen immer später Kinder bekommen wollen. Die biologische Uhr sagt aber, dass dies mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird. Genau hier setzt Ovita an. Mit dem Slogan ''Alles zu meiner Zeit'' bringen wir zum Ausdruck, dass Frauen heutzutage selbst entscheiden können, wann der richtige Zeitpunkt für ein Kind gekommen ist.

 
 

 

Sprechzimmer:

Was hat sich konkret verändert?

Dr. Nicolas Zech:

Die klassischen Rollenbilder haben sich sehr stark geändert. Frauen forcieren ihre Ausbildung, Frauen wollen Karriere machen. Frauen wollen zuerst ihr eigenes Leben leben, bevor sie sich reif für ein Kind fühlen. Frauen nehmen sich Zeit, bis sie den richtigen Partner gefunden haben. Unsere Gesellschaft ist hier einem Wandel unterworfen. Nur die Natur ändert sich deswegen nicht.

 
 

 

Sprechzimmer:

Ist es gut, in die Natur einzugreifen?

Dr. Nicolas Zech

Ich bin Arzt und mir geht es darum, Gesundheit zu fördern und zu erhalten und Leid zu vermeiden oder zu vermindern. Darum setze ich mich für die Vorsorge ein. Die vorsorgliche Einlagerung von jungen und gesunden Eizellen unterstütze ich nicht nur aus medizinischer Sicht. Das Thema hat für mich auch zahlreiche persönliche, soziale und gesellschaftliche Aspekte, die man in die Gesamtbeurteilung einfliessen lassen muss. Natürlich braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Und es braucht diese strengen Kontrollen, denen wir unterliegen.

 
 

Sprechzimmer:

Wie muss man sich eine Eizellvorsorge vorstellen?

Dr. Nicolas Zech:

Unsere Zentren lagern die Eizellen der Frau ein und helfen so deren natürlichen Alterungsprozess zu stoppen. Die Eizellen werden der Frau entnommen und bei etwa minus 190 Grad tiefgefroren. Zu jedem gewünschten Zeitpunkt können diese Eizellen wieder aufgetaut und zur Befruchtung mit dem Samen des Partners herangezogen werden. Die Einlagerung erfolgt unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in unseren ''Ovita Zentren für Eizellvorsorge Prof. Zech''.

 
 

Sprechzimmer:

In welchem Alter sollte die Eizelle idealerweise entnommen werden?

Dr. Nicolas Zech:

Je früher, desto besser. Ideal wäre es, bevor die Frau 35 Jahre alt ist.

 
 

Sprechzimmer:

Ist eine Eizell in jedem Fall eine gesunde Eizelle, egal wie alt die Frau ist?

Dr. Nicolas Zech:

Nein. Die Qualität der Eizelle nimmt mit zunehmendem Alter stark ab. Mit 20 schaut das wesentlich anders aus als mit 35. Aber danach lässt die Qualität in drei Jahren mehr nach als zuvor in 15 Jahren. Darum sagen wir, dass die Eizellvorsorge bis zum 35. Lebensjahr eine sehr sichere Methode ist. Aber noch einmal: Je früher die Entnahme erfolgt, desto besser ist es.

 
 

Sprechzimmer:

Gibt es eine Grenze nach oben?

Dr. Nicolas Zech:

Es ist sehr schade, dass  Medien vor allem in den USA so tun, als könnte man auch mit 45 einfach so ein Kind bekommen. Die Natur hat da einen Riegel vorgeschoben, das geht nicht. Das sind in den allermeisten Fällen fremde Eizellen von jungen Spenderinnen. Wir wissen, dass es schon ab dem 40. Lebensjahr schwierig ist, ein gesundes Kind zu bekommen. Aufgrund des Alters der Eizellen wird empfohlen, die Eizellen so früh wie möglich einzufrieren, idealerweise zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr.

 
 

 

Sprechzimmer:

Gibt es eine Altersgrenze nach oben für eine Schwangerschaft mit aufgetauten Eizellen?

Dr. Nicolas Zech:

Wir entscheiden das immer individuell in unserem Ärzterat. Generell kann man sagen, dass unsere Altersgrenze bei ca.45 liegt. Wir wissen, dass ein Kind von einer gesunden Frau in diesem Alter ohne Risiko ausgetragen werden kann.

 
 

 

Sprechzimmer:

Ist es ein Nachteil für Kinder, immer ältere Mütter zu haben?

Dr. Nicolas Zech:

Ich sehe das aus dem Blickwinkel der Mutter. Jede Frau hat das Recht, selbst zu entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für sie gekommen ist. Wir bieten hier eine Technologie an, die das unterstützt. Nicht mehr und nicht weniger. Mit der heutigen Lebenserwartung ist es aber meiner Meinung nach ohnehin nicht mehr gerechtfertigt zu behaupten, dass eine Frau um das 45. Lebensjahr „zu alt“ für eine Schwangerschaft oder für das Aufziehen eines Kindes ist. Und für das Kind ist es bestimmt kein Nachteil, wenn sich eine Frau ganz bewusst in einer von ihr selbst bestimmten  Phase ihres Lebens für ein Kind entscheidet.

 
 

 

Sprechzimmer:

Was kostet eine Eizellvorsorge?

Dr. Nicolas Zech:

Die Eizellvorsorge in einem Zyklus kostet inklusive der nötigen Medikamente und der Lagerungskosten für das erste Jahr 2700.- Schweizer Franken. Danach fallen Lagerungskosten in Höhe von 293 Franken pro Jahr an. Es wäre wünschenswert, wenn es hier Unterstützung von der öffentlichen Hand geben würde – so wie der Staat in anderen Bereichen die Vorsorge auch finanziert.

 
 

 

Sprechzimmer:

Bieten auch andere Ärzte die Eizellvorsorge an?

Dr. Nicolas Zech:

Ja. Die Eizellvorsorge ist eine noch recht junge Disziplin. Begonnen hat alles damit, dass man Eizellen von Frauen tiefgefroren hat, die zum Beispiel vor einer Chemotherapie gestanden sind. Wir haben mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Reproduktionsmedizin und gehören weltweit zu den ersten, die auf diesem Gebiet der sicheren Konservierung und Lagerung mit der Vitrisafe®-Methode tätig wurden.

 
 

 

Sprechzimmer:

Gehört der Eizellvorsorge die Zukunft?

Dr. Nicolas Zech:

Wir sind fest davon überzeugt.  Die Eizellvorsorge nach dem Vitrifikationsverfahren (Schockgefrieren Vitrisafe®) ist viel mehr als nur ein medizinisches Thema. Die Eizellvorsorge berücksichtigt zahlreiche persönliche, soziale und gesellschaftliche Komponenten. Deshalb beschäftigen wir uns aus tiefster Überzeugung mit diesem Thema.

 

Sprechzimmer bedankt sich bei Dr. Nicolas Zech für die interessanten Ausführungen rund ums Thema Eizellvorsorge und wünscht ihm und seinem Team weiterhin viel Erfolg.

 

Interview Partner

Dr. Nicolas Zech
Dr. Nicolas Zech
 

 

Univ. Doz. Dr. Nicolas Zech ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und Wissenschaftlicher Begleiter von Ovita.

 

Mehr Informationen zur Eizellkonservierung nach dem Vitrifikationsverfahren:

 

 

 
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22.09.2011
 
 
 



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