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Sie sind hier: Fokus » Essstörungen 11. Februar 2012
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Übergewicht bei Jugendlichen: Kritik schadet nur
 
Du bist zu dick. Solche und ähnliche unsensible Aussagen können bei Jugendlichen und Kindern zu Wahrnehmungs- und Essstörungen führen. Experten raten zur Vorbildhaltung bei kindlichen und jugendlichen Gewichtsproblemen.

 
In einem Artikel der Standford University befassen sich Experten mit dem Umgang von kindlichen und jugendlichen Gewichtsproblemen.

 

Vielen Eltern fällt es schwer, mit Übergewicht ihrer Töchter und – für sie – unvorteilhaftem Aussehen umzugehen. Wie kann man der Tochter gefühlvoll beibringen, dass sie zu viel wiegt ohne dabei kritisch zu sein? Oder vielleicht wiegt sie gar nicht zu viel, fällt aber von einer Diät zur andern und entwickelt einen Gewichts-Fanatismus? Wie geht man als Eltern damit um?

 

In einem Empfehlungskatalog weisen Wissenschaftler um den Psychiater Barr Taylor auf nicht beabsichtigte Konsequenzen unsensibler und unüberlegter Bemerkungen hin. Sie geben Ratschläge für den Umgang mit überflüssigen Pfunden.

 

Folgende Faktoren wurden bereits wissenschaftlich belegt:

  • Gewicht-  und Figurensorgen sind vor allem in der Teenagerzeit häufig und können später zu Essstörungen führen.
  • Auch Jugendliche, die scheinbar keine Figurensorgen haben, leiden oft unter ihrem „Erscheinungsbild“ (fühlen sich zu dick, zu dünn etc.).
  • Der beste Weg Gewicht zu verlieren oder das Gewicht zu halten, sind gesundes, ausgewogenes Essen und regelmässige Bewegung.
  • Kritiken und neckische Bemerkungen über das Gewicht können folgenschwere Auswirkungen haben.


Anhand einer Studie hat Barr Taylor gezeigt, dass von 455 jungen Frauen mit einer gestörten Körperwahrnehmung 80% in ihrer Kindheit negativen Bemerkungen zu Körpergewicht und Aussehen von Familienmitgliedern ausgesetzt waren. Dabei waren die „Kritiker“ zu 50% die Mütter und etwa zu 40% die Väter und Geschwister.

 

Die Experten weisen darauf hin, dass bereits gelegentliche negative Kommentare reichen, um die Körperwahrnehmung - besonders die der Töchter - negativ zu beeinflussen. Die Mädchen können daraus ein negatives Selbstwertgefühl entwickeln und fühlen sich von ihrer Familie im Stich gelassen. Aber auch sogenannte gutgemeinte Kommentare würden von den Jugendlichen oft negativ interpretiert.

 

Die Experten raten daher zu Vorsicht im Umgang mit dem Körpergewicht ihrer Töchter und Söhne. Vor allem warnen sie vor neckischen Bemerkungen und kritischen negativen Kommentaren. Auch das Verbieten von gewissen Lebensmitteln oder das Vorschlagen von Diäten sollte - wenn schon - Experten (Ernährungsberatern) vorbehalten bleiben.

 

Aber nicht nur das Verhalten und Aussagen gegenüber den Jugendlichen sondern auch die Reflexion gegenüber dem eigenen Gewicht oder Kommentare über Gewicht und Figur von andern Menschen (Freunden, Bekannten, Fernsehfiguren etc.) sollten überdacht werden. Denn auch damit kann Jugendlichen das Bild vermittelt werden: „Schlank gleich schön“ und diese Aussage kann wiederum das Körperverhalten der Jugendlichen negativ beeinflussen.

 

Rat der Experten

Besser als alle Kommentare sind nach Meinung der Experten die Vorbildrolle und das Verhalten der Eltern. Dazu gehörten: die gesunde Einstellung zum Essen, gesunde Ernährung, gemeinsames Kochen, verbunden mit konkreten Gesprächen über einen gesunden Lebensstil. Nicht vergessen darf dabei das gemeinsame Erleben von Bewegung und sportlichen Aktivitäten werden.

 

Was tun bei Essstörungen?

Wenn Eltern das Gefühl haben, dass bei ihrem Kind eine Essstörung vorliegt, sollten sie sich nicht scheuen, professionelle Hilfe zu suchen. Sie sollten versuchen, ihren Verdacht kritiklos mit dem Jugendlichen zu diskutieren und nicht zu konfrontieren: z.B. „du bist magersüchtig“ etc. Dies wird das Kind nur in die Defensive treiben und eine verstockte Haltung hervorbringen.

 

Essstörungen reichen von wahllosem, zwanghaftem In-sich-Hineinstopfen grosser Nahrungsmengen und eventuellem Wieder-Erbrechen bis zur Verweigerung jeglicher Nahrungsaufnahme.

 

 

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Quelle: Standford University

14.08.2006 - dzu


 

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