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Mögliche Folgen einer Infektion durch das humane Papillomavirus Bei den folgenden Fragen geht es um die Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) und den Folgen einer Infektion. | | |
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Reden Sie mit Freunden, Eltern oder mit Ihrem Arzt/Ärztin darüber. Denn: eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus kann lebensgefährliche Folgen haben. | |
Was ist HPV?
Auch wenn für manche Menschen HPV ein neuer Begriff ist, ein Zusammenhang zwischen HPV-Viren und der Entstehung von Krebs besteht seit 1975. Das Humane Papillomavirus (HPV) ist ein Virus mit weit verbreiteter DNA. Es gibt über 100 Typen von HPV. Etwa 40 davon befallen die Geschlechtsteile. Einige verursachen Genitalwarzen und etwa 16 davon werden für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich gemacht.
Wie kann Gebärmutterhalskrebs durch HP-Viren entstehen?
Gewisse Untertypen des HP-Virus (auch Hochrisikotypen genannt) können die Zellen der Scheide, der Schamlippen, des Gebärmutterhalses und des Afters infizieren. In der Folge kann sich die Schleimhaut in Richtung Krebsvorstufe verändern. Werden diese Krebsvorstufen nicht frühzeitig entdeckt und entsprechend behandelt, kann daraus Krebs entstehen. Vorwiegend werden die beiden HPV-Typen 16 und 18 für rund 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich gemacht.
Wie kann man sich mit HPV infizieren?
Eine HPV-Infektion erfolgt hauptsächlich beim direkten körperlichen Kontakt mit Haut oder Schleimhaut im Genitalbereich. Die HPV-Infektion gehört deshalb zu den sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten.
Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko?
70-80% aller sexuell aktiven Menschen stecken sich irgendwann mit dem Humanen Papilloma Virus an; damit gehört die HPV-Infektion zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Besonders gefährdet sind Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern und Menschen, die bereits in jungen Jahren Geschlechtsverkehr haben.
Welche Beschwerden macht eine HPV-Infektion?
Zunächst bleibt die Infektion mit dem HP-Virus meist symptomlos. Häufig wird sie rein zufällig bei einer gynäkologischen Routineuntersuchung bei der Frau entdeckt. HPV-Typen 6 und 11 rufen Genitalwarzen hervor, die sind dann sicht- und fühlbar.
Mit welchen Folgen muss man bei einer HPV-Infektion rechnen?
Bei 9 von 10 Frauen verschwindet das Virus mit der Zeit von selbst. Bei jeder zehnten Frau aber verursacht das HP-Virus Veränderungen an der Gebärmutterhalsschleimhaut. Teilweise entwickeln sich dann Krebsvorstufen (siehe Wie kann Gebärmutterhalskrebs durch HP-Viren entstehen).
Werden diese Krebsvorstufen nicht frühzeitig erkannt und behandelt, kann sich auch Jahre später noch ein Gebärmutterhalskrebs entwickeln. In einigen, wenn auch seltenen Fällen entwickelt sich auch Krebs an der Scheide, den Schamlippen oder am After.
Wer hat ein besonderes Risiko für einen Gebärmutterhalskrebs?
Bei jungen Frauen ist Gebärmutterhalskrebs die vierthäufigste Krebserkrankung; fast die Hälfte der betroffenen Frauen ist unter 50-jährig, ein Viertel unter 40-jährig.
Wie kann ich wissen, dass ich mit dem HP-Virus infiziert bin?
Aktuell gibt es keinen Test für die routinemässige Kontrolle auf HPV-Infektionen. Einzig der gynäkologische Abstrich vom Gebärmutterhals bei den Frauen kann auf Vorstufen von Krebs (Zellveränderungen) hin untersucht werden. Deshalb sind regelmässige Kontrollen wichtig, auch wenn die Frau sich bereits gegen das HP-Virus geimpft hat.
Kann eine HPV-Infektion behandelt werden?
Kann eine HPV-Infektion behandelt werden? Medikamente, die das HP-Virus ausmerzen, gibt es zur Zeit noch nicht. Die meisten Infektionen heilen von selber wieder ab. Warzen und Läsionen im Genitalbereich können behandelt werden. (siehe Krankheitsbild Genitalwarzen: Ursachen, Behandlung, Vorbeugung).
Gebärmutterhalsabstrich mit abnormem Befund – was jetzt?
Werden im Labor im Abstrich Zellveränderungen festgestellt, wird der behandelnde Arzt eine Überwachung der Patientin veranlassen. Gegebenenfalls werden weitere Untersuchungen eingeleitet: Untersuchung von Gebärmutterhalszellen mit einem Spezialmikroskop, eventuell Entnahme von Zellen am Gebärmutterhals. Die Zellen werden daraufhin auf Anomalien untersucht. Bei Feststellung solcher Anomalien müssen diese eventuell entfernt werden. Dazu gibt es verschiedene Methoden.
Abgeheilte HPV-Infektion – Kann ich mich nochmals infizieren?
Grundsätzlich kann man sich mit demselben Virustyp nicht zweimal anstecken. Schon bei der ersten Infektion entwickelt das Immunsystem Antikörper dagegen, man ist also immun. Da es aber bis zu 100 verschiedene HPV-Typen gibt – 40 davon, die den Genitalbereich befallen – kann man sich immer wieder mit neuen Typen infizieren.
Ich bin sexuell nicht aktiv oder lebe in einer monogamen Beziehung – Muss ich mich trotzdem auf HPV-Infektionen hin untersuchen lassen?
Ja, denn auch ohne ein sexuell ausschweifendes Leben zu führen können sich Zellen am Gebärmutterhals durch frühere HPV-Infektionen verändern. Das HP-Virus kann monate- oder auch jahrelang „still“ sein und sich plötzlich ohne erkennbaren Grund wieder vermehren. Deshalb sind regelmässige Abstriche bei allen Frauen weiterhin notwendig.
Kann ich trotz einer HPV-Infektion Kinder bekommen?
Die Möglichkeit der Frau, Kinder zu bekommen, wird durch eine HPV-Infektion nicht beeinträchtigt. Durch die Hormonveränderung während der Schwangerschaft können bereits bestehende Genitalwarzen grösser werden. Selten wird die HPV-Infektion auf das Kind übertragen. Ein Neugeborenes kann unter Umständen Warzen im Rachenbereich entwickeln, was zu Atemnot führen kann. Diese Warzen sind recht schwierig zu behandeln. Frauen, bei denen Krebsvorstufen chirurgisch entfernt werden mussten, haben zum Teil ein leicht erhöhtes Fehl- oder Frühgeburtsrisiko.
Wie schütze ich mich vor einer HPV-Infektion?
Wie bei anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen bietet die Einschränkung der Sexualpartner sowie das Benutzen eines Kondoms einen gewissen Schutz vor einer HPV-Ansteckung. Der beste Schutz bietet aber zweifellos die quadrivalente Impfung gegen die HPV 16 und 18 sowie 6 und 11 HPV-Virustypen, welche für Gebärmutterhalskrebs sowie für Genitalwarzen verantwortlich gemacht werden. Die beste Schutzkombination ist: Möglichst denselben Sexualpartner, Benutzung des Kondoms und die HPV-Impfung. Die Impfung schützt aber nicht gegen andere HPV-Typen oder andere sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydiose, Gonorrhö, Syphilis oder AIDS. Aber: Dank der Impfung - vorwiegend der Mädchen ab dem 11. Lebensjahr – dürften schätzungsweise jährlich 2000 Behandlungen von Krebsvorstufen, 160 Fälle von Gebärmutterhalskrebs und rund 50 Todesfälle verhindert werden.
Wer sollte sich impfen lassen?
(Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit)
- Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren, vorzugsweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr sollte der Impfvorgang, welcher drei Dosen innerhalb von einem halben bis ganzen Jahr beinhaltet, abgeschlossen sein.
- Nachholimpfung für junge Frauen im Alter von 15-19 Jahren bis 2012 (bis dahin wird die Impfung von der obligatorischen Grundversicherung übernommen).
- Nach dem 20. Lebensjahr wird die HPV-Impfung als ergänzende Impfung empfohlen. Der Impfentscheid soll individuell gefällt werden. Besprechen sie die Impfung mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.
- Seit 1.1.2011 bis Ende 2012 wird die Impfung bei allen Frauen bis 26 Jahren von der Grundversicherung übernommen. Ab diesem Zeitpunkt wird die Impfung neu beurteilt.
Männer können Träger und Überträger des HP-Virus sein – Gibt es die Impfung auch für den Mann?
Eine Studie, welche am AIDS Kongress 2010 in Wien vorgestellt wurde, hat sich mit der Wirkung des HPV-Impfstoffs, der unter anderem gegen Genitalwarzen wirkt, befasst. Ergebnis: Der quadrivalente (gegen die vier HPV-Untergruppen 6,11,16,18) Impfstoff wirkte so gut, dass die Kontrollgruppe, die nur Placebo erhielt, nach drei Jahren ebenfalls die echte Impfung bekam.
In Amerika ist der HPV-Impfstoff auch für Knaben zugelassen, in der Schweiz noch nicht. Der Nutzen der Impfung für Männer wird gegenwärtig noch weiter untersucht.
Hat die HPV-Impfung Nebenwirkungen?
In der Regel wird die HPV-Impfung sehr gut vertragen. Gelegentlich kommt es zu Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle, allenfalls kann es zu vorübergehenden Kopfschmerzen und ev. Fieber kommen. Diese Nebenwirkungen treten meist nur kurz auf.
In seltenen Fällen kommt es zu stärkeren Beschwerden wie Nesselfieber oder zu allergiebedingten Atembeschwerden. Solche oder andere Beschwerden sollten dem Arzt nach der Impfung sofort gemeldet werden. Betroffene können sich aber auch direkt an das Schweizerische Heilmittelinstitut (Swissmedic) wenden. Swissmedic führt ein Melderegister, wo unerwünschte Wirkungen der HPV-Impfung vermerkt werden. Damit wird die Sicherheit des Impfstoffes überwacht. Link Swissmedic
Wann tritt der Impfschutz ein?
Impfprozedere: Es werden drei Dosen des HPV-Impfstoffes innerhalb von 6-12 Monaten verabreicht. Nach Injektion der letzten Dosis tritt der volle Impfschutz ein. Achtung: Die Impfung ist nur voll wirksam, wenn die Person nicht mit den Viren 6,11,16,18 infiziert ist. Deshalb ist es ratsam, das Impfprozedere vor dem ersten Geschlechtsverkehr zu durchlaufen.
Nach der Impfung: Muss ich trotzdem noch einen Abstrich machen lassen?
Da die Impfung nicht vor sämtlichen Typen des HP-Virus schützt, sind regelmässige Abstrichkontrollen unerlässlich. In etwa 30% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs sind andere HPV-Typen verantwortlich. Siehe auch Ich bin sexuell nicht aktiv oder lebe in einer monogamen Beziehung.
Wir die Impfung von der Krankenkasse übernommen?
Im Rahmen des kantonalen Impfprogrammes wird die Impfung von der obligatorischen Grundversicherung übernommen; die Franchise entfällt. Siehe auch Wer sollte sich impfen lassen? (Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit).
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| Mediscope, Bundesamt für Gesundheit BAG |
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| 17.01.2011 - dzu |
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