Körperliche Untersuchungen bei Haarausfall
Die verschiedenen Formen des genetisch bedingten Haarausfalls sind für den Mediziner anhand der spezifischen Kahlstellen-Bildung leicht und auf den ersten Blick einzuordnen. Bei anderen Arten des Haarausfalls prüft der Arzt vor der Diagnose Hautveränderungen sowie Haaranomalien.
Kreisrunde kahle Stellen auf der Kopfhaut sowie den erblich bedingten Haarverlust kann der Mediziner auf den ersten Blick an der typischen Tonsur- oder Glatzenbildung erkennen. Die Hintergründe des diffusen Haarausfalls sind schwieriger zu erklären: Findet der Fachmann keinen spezifischen Krankheitstyp mit direkten Ursachen des Haarverlusts, muss er verschiedene körperliche Untersuchungen vornehmen.
Dabei müssen Haut- und Haarveränderungen vom Fachmann sowie vom Patienten festgestellt werden können. Anhand von Laborergebnissen kann der Arzt Rückschlüsse auf eine spezifische Ursache des Haarverlusts ziehen. Es werden Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Stoffwechsel- und Hormonwerte gemacht.
Bei der Diagnose achtet der Arzt zunächst auf folgende Umstände:
Fallen die Haare vollständig aus oder brechen sie ab.
Danach sucht er auf der Kopfhaut nach Anzeichen für Entzündungen, Schuppenflechte oder Ekzeme. Für die Voraussage, ob in Zukunft wieder mit neu einsetzendem Haarwuchs gerechnet werden kann, untersucht der Arzt auch die Haarwurzelstruktur an den haarlosen Bereichen der Kopfhaut. Sind die Haarwurzelöffnungen enthalten, was optisch eine feinpunktige, gänsehautartige Struktur ergibt, kann man von einer nicht vernarbenden Alopezie ausgehen, bei der die Haarwurzel nicht abstirbt und nach gewisser Zeit neues Haar gebildet werden kann.
Haarstrukturschäden
Die Strukturschäden des Haares können im einzelnen sehr genau untersucht werden. Zur Prüfung von Festigkeit und Elastizität dienen Haarbelastungstests. Als Ausdruck der Schädigung der Haarschichten werden Quellung und Anfärbbarkeit des Haares herangezogen.
Unter dem Mikroskop erkennt man abgebrochene Haare im Vergleich zu ausgefallenen am Fehlen der Haarwurzel.
Mediscope
13.05.2004 - dzu
