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Sie sind hier: Fokus » Krankenversicherung » Aktuell 03. September 2014
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vpod bekämpft Managed-Care-Mogelpackung

Die Förderung der integrierten Gesundheitsversorgung ist ein Anliegen, das vom vpod voll und ganz unterstützt wird. Der vpod wendet sich jedoch mit aller Entschiedenheit gegen die Managed-Care-Vorlage, wie sie von den eidgenössischen Räten Ende September verabschiedet worden ist.

Die Vorlage enthält Bestimmungen, die aus der integrierten Versorgung eine Mogelpackung machen:

  • Die Versicherten, die sich für ein Managed-Care-Modell entscheiden, verlieren die freie Arztwahl und haben auch kein Recht auf eine freie Wahl des Managed-Care-Anbieters. Die Versicherten werden vielmehr mit Knebelverträgen gebunden: Sie können eine Managed-Care-Versicherungspolice drei Jahre lang nur gegen Bezahlung einer Austrittsprämie in unbestimmter Höhe künden.
  • Die Netzwerke müssen zwingend Budgetmitverantwortung übernehmen. Nicht nur Ärztepraxen, sondern auch Spitäler, Kliniken und Heime können Mitglied eines Netzwerkes werden und unterliegen damit auch direkt der Budgetmitverantwortung. Kommerzielle Motive werden wichtiger, die optimale Gesundheitsversorgung wird gefährdet, versteckte Rationierung gefördert.
  • Kassen und Managed-Care-Netzwerke können frei bestimmen, mit wem sie Verträge abschliessen, und sie erhalten beträchtliche Spielräume für die inhaltliche Ausgestaltung dieser Verträge. Das sind zentrale Schritte in Richtung einer US- Amerikanisierung der Gesundheitsversorgung: Ungerecht, uneinheitlich; mehr am Gewinn als am Wohl der PatientInnen orientiert. Wegen der entstehenden Vertragsvielfalt steigen zudem die administrativen Aufwände erheblich.
  • All jene Versicherten, die sich nicht einem Managed-Care-Modell anschliessen wollen, werden mit einem 5% höheren Selbstbehalt bestraft - ohne jede Gegenleistung.
  • Schliesslich führt das Modell zu einer Verstärkung der Sparpolitik im Gesundheitswesen. Darunter leidet in erster LInie das Personal, das bereits heute hohen Belastungen ausgesetzt ist.

Der vpod engagiert sich deshalb aktiv für das Zustandekommen des Referendums und stellt im Schweizerischen Gewerkschaftsbund den Antrag auf Unterstützung des Referendums. Die Referendumsfrist beginnt voraussichtlich am 11. Oktober 2011.

vpod Verband des Personals öffentlicher Dienste

05.10.2011 - dzu

 
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