|
Die Managed-Care-Vorlage, welche das Parlament seit mehreren Jahren berät, war in den vergangenen Wochen Auslöser einer Urabstimmung innerhalb der FMH.
Über 35'000 Mitglieder waren aufgefordert, sich dazu zu äussern. Inzwischen sind fast alle der 15'000 eingegangen Stimmzettel ausgezählt. Dabei zeigt sich folgender Trend: Zwei Drittel der FMH-Mitglieder befürworten ein Referendum zur Managed-Care-Vorlage. Das definitive Resultat der FMH-Urabstimmung ist am kommenden Dienstag, 27. September 2011, bekannt.
Das vorläufige Ergebnis der FMH-Urabstimmung zeugt von einer deutlichen Unzufriedenheit der Ärzteschaft mit der aktuellen Vorlage, welche noch Gegenstand der laufenden parlamentarischen Session ist. Auch wenn sich die Ärztekammer im Mai 2011 für die Verschiebung des Entscheids bis nach der Schlussabstimmung im Parlament ausgesprochen hat, überzeugen die Rahmenbedingungen für die Umsetzung von integrierter Versorgung die Mehrheit der FMH-Mitglieder schon vor der Bereinigung der letzten Differenzen im Parlament nicht.
Die FMH-Mitglieder lehnen nicht Managed Care grundsätzlich ab, sondern erachten das vorliegende Gesetz als missglückt. Stein des Anstosses ist u.a. die zwingende Budgetmitverantwortung für Leistungserbringer, und die Einschränkung der freien Arztwahl durch einen höheren Selbstbehalt für Patienten, welche nicht in einem Managed-Care-Modell versichert sind.
Bestätigt sich das Ergebnis der FMH-Urabstimmung am kommenden Dienstag, ist klar, dass die 200 Delegierten der Ärztekammer Ende Oktober 2011 die Unterstützung des Referendums zur Managed-Care-Vorlage beschliessen werden. |