Cannabispräparate gegen Schmerzen bei MS
Der Einsatz von Cannabis in der Medizin ist stark umstritten. Erste Studienergebnisse zeigten aber, dass gerade MS-Patienten von den Präparten profitieren könnten.
24 MS-Patienten zwischen 23 und 55 Jahren mit zentralen Schmerzen wurden in die randomisierte (zufällig ausgewählt), placebokontrollierte Doppelblindstudie eingeschlossen.
Sie erhielten während 3 Wochen entweder bis maximal 10 mg von einem Cannabispräparat oder Placebo täglich und nach einer 3-wöchigen Auswaschperiode die umgekehrte Therapie.
Resultat: Unter dem Cannabispräparat war die Schmerzintensität bei den Patienten signifikant niedriger als unter Placebo.
Die Lebensqualität wurde in den Bereichen Schmerz und mentale Gesundheit unter der aktiven Therapie günstig beeinflusst. Nebenwirkungen waren mit dem Cannabispräparat häufiger, insbesondere in der ersten Woche der Therapie. Die funktionellen Fähigkeiten der MS-Patienten waren unter beiden Therapien etwa gleich.
Fazit der Autoren: Cannabispräparate haben bei MS-Patienten mit zentralen Schmerzen einen mässigen aber klinisch relevanten schmerzlindernden Effekt. Nebenwirkungen wie Schwindel waren insbesondere in der ersten Behandlungswoche unter dem Cannabispräparat häufiger als unter Placebo.
Originalstudie
01.09.2004