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Sie sind hier: Fokus » Multiple Sklerose » Behandlung 05. Februar 2012
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Interferon beta in der Behandlung von Multipler Sklerose

Interferone sind natürliche im Körper vorkommende Substanzen, die Botschaften zwischen den Zellen vermitteln und eine wichtige Rolle im Immunsystem spielen. Bei Interferonen handelt es sich um normalerweise im Körper gebildete Eiweisse (Proteine). Interferone nehmen an der Zerstörung von entzündungserzeugenden Mikroorganismen teil und beheben den entstandenen Schaden. Für die Behandlung der Multiplen Sklerose ist nur Interferon beta von Bedeutung. Interferon beta greift gezielt in die gestörten Abläufe des Immunsystems ein und bewirkt durch entzündungshemmende Eigenschaften eine bedeutende Stabilisierung oder Verlangsamung der Entwicklung einer MS.

 

Interferone reduzieren die Läsionen

Zahlreiche klinische Studien haben die Wirkung und die Verträglichkeit dieses Wirkstoffs bewiesen: Die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Schubs konnte um 30% reduziert werden, die Zeit zwischen den Schüben verlängerte sich und die Gesamtzahl und Stärke der Schübe wurde verringert. Untersuchungen mit Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT)  haben ausserdem gezeigt, dass die Grösse der Entzündungsherde und die Anzahl neuer Plaques (Läsionen) deutlich reduziert werden konnte. Aufgrund dieser Resultate hat sich die Anwendung von Interferon beta in der Behandlung der Multiplen Sklerose durchgesetzt.

 

Neuere Daten und gross angelegte Studien zeigen, dass Betroffene auf Dauer mit einer Therapie besonders profitieren, wenn sie möglichst früh damit beginnen und diese auch diszipliniert anwenden. Bereits geschädigte Nervenfasern lassen sich nicht reparieren.

 

Für die Therapie der Multiplen Sklerose stehen dem Patienten und seinem Arzt das Interferon beta-1a sowie das Interferon beta-1b zur Verfügung.

 

Indikationsspektrum des Interferons

Das Interferon beta-1a und das Interferon beta-1b unterscheiden sich grundsätzlich durch ihre Struktur. Während Interferon beta-1b aus bakteriellen Zellkulturen gewonnen wird, entsteht Interferon beta-1a in Säugetierzellen. Interferon-beta-1b weist in der Schweiz das breiteste Indikationsspektrum auf, d.h. es kann bei allen medikamentös therapierbaren MS-Formen eingesetzt werden. Seit 2009 kann es auch bei Kindern ab 12 Jahren verschrieben werden.

 

Anwendung von Interferon

Neben ihrer Herstellungsart und Struktur unterscheiden sich zudem die zur MS-Therapie zur Verfügung stehenden Interferone in ihrer Anwendungsart (unter die Haut oder direkt in den Muskel), in ihrer Anwendungshäufigkeit und in ihrer Darreichungsform: Während Interferon beta-1a spritzenfertig aber dafür weniger stabil und deshalb gekühlt gehalten werden muss, kann Interferon beta-1b problemlos bei Zimmertemperatur bis zu 2 Jahren gelagert werden, was vor allem unterwegs, zum Beispiel auf Reisen, von Vorteil ist. Vor der Verabreichung müssen der Wirkstoff und die Lösung von Interferon-beta-1b miteinander kurz gemischt werden.

 

Verträglichkeit

Im Allgemeinen wird Interferon-beta gut vertragen. Zu Beginn einer Behandlung kann es jedoch zu Nebenwirkungen kommen, die sich erfahrungsgemäss nach länger anhaltender Anwendung verringern. Da Interferon beta teilweise unter die Haut injiziert wird, kann es an der Einstichstelle zu kurzzeitigen Hautreaktionen wie Rötungen oder Schwellungen kommen. Häufiger beobachtete Reaktionen auf Interferon-Injektionen erinnern an grippeähnliche Symptome wie Schüttelfrost und Glieder- beziehungsweise Gelenkschmerzen. Die gleichzeitige Einnahme eines schmerz- und fiebersenkenden Mittels, nach Rücksprache mit dem Arzt, kann diese Beschwerden gewöhnlich verringern oder beseitigen.

 

 
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