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Sie sind hier: Fokus » Nahrungsmittel: Allergie, Unverträglichkeit » Aktuell 23. Mai 2012
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Nahrungsmittelunverträglichkeit - Was ist das?
 
Im Gegensatz zur Nahrungsmittelallergie hat die Nahrungsmittelunverträglichkeit keinen immunologischen Ursprung.

Frau Essen
 

Man muss unterscheiden zwischen einer Nahrungsmittelallergie und einer Nahrungsmittelunverträglichkeit.

 

Bei einer Nahrungsmittelallergie besteht eine spezifische Überempfindlichkeit gegenüber körperfremden Stoffen. Ein wiederholter Verzehr bestimmter Lebensmittel bzw. deren Inhaltsstoffe führt zu einer Antigen-Antikörper-Reaktion. Das heisst, eine echte Nahrungsmittelallergie ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems.

 

Bei der Nahrungsmittelunverträglichkeit (auch Nahrungsmittelintoleranz) hingegen hat der Körper die Fähigkeit verloren, einen bestimmten Stoff zu verdauen oder er hat diese Fähigkeit nie besessen. Die Nahrungsmittelunverträglichkeit hat keinen immunologischen Ursprung. Der Körper bildet hier keine Antikörper sondern reagiert mit Beschwerden unmittelbar auf das Nahrungsmittel. Die Intoleranz ist meist nicht vollständig, so dass geringe Mengen des Nahrungsmittels weiter verzehrt werden können.

 

Milchzucker  oder Gluten – häufige Ursachen für Beschwerden

Ein bekanntes Beispiel einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ist die Intoleranz gegenüber Milchzucker (sogenannte Laktoseintoleranz), die sowohl erworben als auch angeboren sein kann. Die Ursache dafür ist ein Mangel des Verdauungsenzyms Laktase. Je nachdem, wie stark der Mangel ausgeprägt ist, können betroffene Menschen weiterhin geringe Mengen an Milchprodukten zu sich nehmen, ohne dass sich bei ihnen Symptome einstellen.

 

Die Beschwerden bei der Laktoseintoleranz betreffen vorwiegend den Magen-Darmtrakt. Durchfälle, Blähungen und Bauchkrämpfe können nach dem Konsum laktosehaltiger Lebensmittel auftreten.


Ein weiteres Beispiel einer Nahrungsmittelintoleranz ist die Zöliakie (bei Kindern einheimische Sprue genannt). Die Zöliakie ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, welche durch Unverträglichkeit von Gluten (Eiweissbestandteil in Getreide) im Essen verursacht wird. Gluten ist als Klebereiweiss ein Bestandteil von verschiedenen Getreidearten wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut, Grünkern, Einkorn und Emmer.  Bei der Glutenunverträglichkeit reichen die Beschwerden von schweren Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust, trockener Haut bis hin zu Knochenschmerzen, neurologischen Symptomen und Entwicklungsstörungen bei Kindern.


Im Prinzip kann jeder Mensch auf jedes Nahrungsmittel - oder auf eine darin enthaltene Substanz - eine Unverträglichkeit entwickeln. Ob es sich um eine Unverträglichkeit oder gar eine Allergie handelt, kann nur der Arzt herausfinden.

 

Worauf muss bei der Lebensmittelauswahl geachtet werden?

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann nicht geheilt werden. Man kann die Beschwerden vermeiden, in dem auf auslösende Nahrungsmittel verzichtet wird. In Abhängigkeit der Unverträglichkeit kann bereits nach wenigen Tagen eine Verbesserung der Beschwerden eintreten. Das Allgemeinbefinden bessert sich und die Durchfälle lassen nach. Die Zeit bis zur völligen Beschwerdefreiheit kann jedoch individuell sehr unterschiedlich lang sein.


Bei der Milchzuckerunverträglichkeit z.B. sollte - wenn immer möglich - auf Milch von Säugetieren (Kuh, Schaf, Ziege) und deren Produkte verzichtet werden. Bei der Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) muss das ganze Leben lang rigoros auf glutenhaltige Lebensmittel verzichtet werden. Lebenslang müssen dann gemieden werden: Weizen, Dinkel (Grünkern), Roggen, Gerste, Hafer, Emmer, Einkorn, Kamut, Triticale und alle daraus hergestellten Erzeugnisse. Als Ersatz können Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa, Amaranth, Esskastanienmehl oder speziell hergestelltes glutenfreies Mehl dienen.


Zu beachten ist, dass entsprechende Inhaltstoffe auch in versteckter Form in der Nahrung vorkommen können. Deshalb sollte der „Allergiker“ Fertigprodukte grösstenteils vermeiden. Allergene Zutaten (wie Gluten, Milch, Sellerie usw.) müssen jedoch in einem Allergikerhinweis auf der Produktverpackung deklariert werden. Deshalb ist zu empfehlen, beim Einkauf auf diesen Hinweis zu achten und auch lange verwendete Produkte von Zeit zu Zeit auf diesen Hinweis zu überprüfen, da Rezepturänderungen von der Industrie jederzeit vorgenommen werden können.

 

Die heutige Lebensmittelindustrie und der Handel bieten eine Vielzahl an laktose- und glutenfreien Lebensmitteln - mit genauestens deklariertem Inhalt und für Genuss ohne Beschwerden - an.

 

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