Nahrungsmittel: Allergie, Unverträglichkeit - Fragen zu Abklärung und Hilfe
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Antworten zu Abklärung und Hilfe
1. Wie kann eine Nahrungsmittel-Allergie bestätigt oder ausgeschlossen werden?
Es gibt zur Zeit keine eindeutigen Tests. Weder Blut- noch Hauttests sind zuverlässig, obwohl sie manchmal weiterhelfen können. Deswegen ist es sehr wichtig, dass Sie genau beobachten, nach welchen Nahrungsmitteln die Beschwerden auftreten. Ein Ernährungstagebuch ist dabei sehr hilfreich. Gelegentlich ist auch eine Suchdiät bei einer Ernährungsberaterin sinnvoll, bei welcher Nahrungsmittelgruppen stufenweise ausgetestet werden. Testen Sie Allergien jedoch nie selber wegen eines möglichen anaphylaktischen Schocks. Dieser Test sollte nur bei einem Arzt durchgeführt werden.
2.Welche Erkrankungen sollten bei einer vermuteten Nahrungsmittel-Unverträglichkeit oder -Allergie ausgeschlossen werden?
Diese Frage sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, da die Antwort individuell ausfallen kann. Generell muss der Arzt Darmentzündungen und –infektionen, sowie bei über 40-jährigen auch Krebserkrankungen ausschliessen können.
3. Sind Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten oder -Allergien vererblich?
Eine Vererbung ist durch Veranlagung möglich, aber nicht zwingend. Einige Unverträglichkeiten sind erworben, d.h. die Hauptauslöser sind dann z.B. schwere Magen-Darm-Grippen.
4. Bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und -Allergien können manchmal gerade gesunde Nahrungsmittel wie Früchte und Gemüse nur eingeschränkt oder gar nicht gegessen werden. Wie kann ich trotzdem gesund essen?
Hier ist es empfehlenswert, mit einer Ernährungsberaterin einen Ernährungsplan mit Ersatznahrungsmitteln für Getreide, Milch, Früchte etc. auszuarbeiten. Oft können Multivitamin- und Spurenelement-Tabletten zudem wertvolle Elemente liefern. Kontaktieren Sie hierzu Ihren Arzt.
5. Können mehrere Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten oder -Allergien gleichzeitig bestehen?
Ja, dies ist relativ häufig der Fall. In ca. 30% der Fälle geht eine Milchzucker- mit einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit einher. Ebenso kann beispielsweise eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit gleichzeitig mit einer Milcheiweiss-Allergie auftreten. Wenn Sie Ihre Ernährung konsequent umgestellt haben und Ihre Beschwerden trotzdem weiter auftreten, sollten Sie deshalb weitere Ursachen in einer zweiten Runde bei Ihrem Arzt abklären lassen.
6. Welche Selbsttests gibt es?
Es gibt keine zuverlässigen Selbsttests, da die meisten Nahrungsmittel mehrere mögliche Auslöser enthalten. Beispielsweise können Beschwerde-Symptome beim Milchgenuss auf eine Milchzucker-Unverträglichkeit oder aber auf eine Milcheiweiss-Allergie hinweisen. Konsultieren Sie deshalb bei Beschwerde-Symptomen immer Ihren Arzt zur weiteren Abklärung.
7. Wie aussagekräftig sind die Zucker-Unverträglichkeitstests (Frucht-, Milch-, Traubenzucker, Sorbit, Xyllit)?
Atemtests bei Ihrem Arzt sind einfach durchzuführen und am zuverlässigsten. Während der Tests werden sowohl Ihre Symptome, als auch die Gase in der Ausatmungsluft genau erfasst. Blut- und Stuhltests sollten nicht mehr verwendet werden; genetische Tests können unterstützend hilfreich sein.
8. Mein Arzt hat bei mir einen Reizdarm diagnostiziert. Können Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten oder -Allergien mitbeteiligt sein?
Dies ist häufig der Fall. Kann der Arzt eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit oder -Allergie nachweisen, bringt eine Ernährungsumstellung oft eine wesentliche Linderung der Beschwerden.
9. Mein Hausarzt findet nichts. Was nun?
Da Beschwerden oft auf eine Zucker-Unverträglichkeit zurückzuführen sind, ist es empfehlenswert, dies als erstes testen zu lassen. Bitten Sie Ihren Hausarzt darum, mittels Atemtest zu überprüfen, ob Sie an einer Zucker-Unverträglichkeit leiden. Ist dies nicht der Fall, bitten Sie um eine Zuweisung zu einem Magen-Darm-Spezialisten mit Interessengebiet Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten für weitere Abklärungen.
10. Diagnose Zöliakie – was nun?
Wenn Sie an einer Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) leiden, ist es wichtig, Ihre Ernährung konsequent umzustellen und auf glutenhaltige Speisen lebenslang zu verzichten (siehe Frage 6 Symptome und Beschwerden). Bei einer Unverträglichkeit bewirken glutenhaltige Speisen eine Schädigung der Schleimhaut im Dünndarm mit schwerwiegenden Spätfolgen. Wird eine glutenfreie Ernährung eingehalten, kann die Schleimhautfunktion wieder hergestellt werden. Bei Zöliakie sind regelmässige ärztliche Kontrollen empfehlenswert, um den Verlauf zu beobachten. Zudem kann Ihnen bei der Ernährungsumstellung eine Ernährungberaterin zur Seite stehen. Kontakte finden Sie unter: www.svde.ch
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