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Sie sind hier: Fokus » Nahrungsmittel: Allergie, Unverträglichkeit » Krankheitsbilder 23. Mai 2012
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Milchzucker-Unverträglichkeit, Lactoseintoleranz

Definition Untersuchungen (Diagnostik)
Ursachen Behandlungsmöglichkeiten
Beschwerden (Symtome) Mögliche Komplikationen

 

Definition

Die Milchzucker-Unverträglichkeit ist keine Nahrungsmittelallergie! Die Milchzuckerunverträglichkeit ist nicht zu verwechseln z.B. mit einer Kuchmilchallergie. (siehe Nahrungsmittel-Allergie).

 

Bei der Milchzucker-Unverträglichkeit kann Milchzucker (Lactose) nicht ausreichend verdaut werden. Der Grund dafür ist ein Mangel an einem Verdauungsenzym (Laktase) im Dünndarm, das den Milchzucker aufspaltet. Der Milchzucker kommt  vorwiegend in der Kuhmilch vor.

 

Die Lebensmittelindustrie setzt Lactose aber aus technologischen Gründen auch in andern Nahrungsmitteln ein, z.B. auch in Wurstwaren. Unverdaut gelangt die Lactose in den Dickdarm, gärt und verursacht Blähungen, Durchfall und Magenschmerzen.


Epidemiologie der Lactose-Intoleranz

(Malabsorption und Short Bowel, ppt-Präsentation von DP Dr. L. Degen, Gastroenterologie)

 

Europa

  • Skandinavien: 2%
  • Sizilien: 70%
  • Schweiz 29%

USA

  • Weisse 15%
  • Mexikaner 53%
  • Schwarze: 80%

 

Weltweit

ca. 2/3 der Bevölkerung

 

Quelle : Vesa TH et al. J Am Coll Nutr 2000;19(2 Suppl):165S-175S

 

Bei den meisten asiatischen Menschen fehlt das Verdauungsenzym. Dadurch verdauen sie Milch- und Käseprodukte sehr schlecht.


Patienten mit einer Milchzucker-Unverträglichkeit leiden oft auch unter andern Beschwerden: z.B. unter Nahrungsmittelallergien oder unter einem Reizdarmsyndrom. Dies erschwert oft das Erkennen  der eigentlichen Ursache der Beschwerden.

 

 
 

 

Ursachen

Bei gesunden Menschen spaltet das Enzym den Milchzucker in zwei Teile auf: Glukose und Galaktose. Damit kann der Milchzucker  im Dünndarm problemlos aufgenommen werden.

 

Bei Menschen mit einer angeborenen Milchzucker-Unverträglichkeit (Lactoseintoleranz) nimmt die Aktivität des Lactose-Enzyms im Laufe des Lebens immer mehr ab. Daher treten die Beschwerden meist erst im Erwachsenenalter auf. Die meisten Säuglinge und Kleinkinder verdauen den Milchzucker ausreichend.


Die erworbene Milchzucker-Unverträglichkeit  entsteht  als Folge anderer Krankheiten wie Reizdarm (Colon irritabile), Morbus Crohn, Zölliakie. Auch nach Dünndarmerkrankungen oder grösseren Dünndarmoperationen kann eine Milchzuckerunverträglichkeit auftreten.

 

Eine vorübergehende Milchzuckerunverträglichkeit kann bei Erwachsenen auch nach Infektionen auftreten.

 
 

Beschwerden (Symptome)

Bei der Milchzucker-Unverträglichkeit können verschiedene, meist  unspezifische Beschwerden auftreten:

  • Magenknurren
  • Blähungen und Völlegefühl
  • Durchfälle, die chronisch werden
  • Bauchkoliken
  • Säuglinge nehmen nicht kontinuierlich an Gewicht zu

Viele Betroffenen klagen neben Verdauungsstörungen auch unter Müdigkeit, Schwindel, innerer Unruhe, unreiner Haut, depressiven Verstimmungen, Konzentrationsmangel.

 
 

    Untersuchungen (Diagnose)

    Selbsttest:
    Verzicht auf Kuhmilchprodukte für ein paar Tage, Wiederaufnahme der gewohnten Ernährung unter Beobachtung der Symptome.
     
    Beim Arzt:

    • Atemlufttest nach Einnahme von Milchzucker
    • Schleimhautproben aus dem Dünndarm
    • Lactose in Wasser gelöst trinken, danach Blutzuckermessung (sogenannter Lactose-Toleranztest).

     
     

    Behandlungsmöglichkeiten

    Die Milchzuckerunverträglichkeit ist nicht heilbar. Aber man kann die Beschwerden lindern. Am besten man verzichtet so weit wie möglich auf Kuhmilchprodukte.

     

    Allgemeine Massnahmen

    • Verzicht auf Kuhmilchprodukte; es gibt Betroffene, bei denen bereits ein Tropfen Milch im Kaffee Beschwerden hervorrufen; bei andern kommen die Beschwerden erst bei grösseren Mengen.
    • Joghurt wird von Erwachsenen meistens gut vertragen, da diese bereits das Enzym Lactase enthalten.
    • Säuglinge brauchen Spezialmilch.
    • Lactosefreie Diät nach Anweisung einer Diät-Assistentin.
       

    Welche Lebensmittel enthalten Lactose?

    • Kuhmilch und deren Produkte (Butter, Käse*, Milchpulver, Joghurt)
    • Backwaren (Inhaltsangabe oder Angaben des Bäckers)
    • Schokolade
    • Andere Lebensmittel wie Wurstwaren (Angaben sollten deklariert sein).
    • Viele Medikamente enthalten Lactose, z.B. auch homöopathische Kügelchen. Fertigprodukte (z.B. Fertigpizzas)
    • Tabelle Laktose und Calciumgehalt von Milchprodukten

    *Bei Käse gilt prinzipiell: Je reifer und härter der Käse ist, desto weniger Laktose enthält er. Weichkäse (z.B. Hüttenkäse, Streichkäse) wird hingegen fast immer schlecht vertragen, da er viel Laktose enthält.


    Medikamentös

    Bei leichtem Lactase-Mangel kann Lactase  als Medikament zugeführt werden.

     
     

    Mögliche Komplikationen

    Unter Verzicht auf milchzuckerhaltige Produkte gehen die Beschwerden meist weg. Bei Säuglingen können massive Durchfälle aber lebensbedrohlich werden.


    Der Verzicht auf Milchprodukte kann auf längere Sicht zu einem Kalziummangel führen, Dieser Mangel wiederum kann zu einer Osteoporose (Knochenschwund) führen. In diesem Fall werden Kalziumpräparate notwendig. Kalzium in Nahrungsmitteln: Blattgemüse, Kokosmilch, Sesam.

     

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    Die Informationen wurden von Fachpersonen recherchiert und für Sie aufbereitet, erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen in keinem Fall den Arztbesuch.
         
    04.10.2006
     
     
     



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