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Sie sind hier: Fokus » Nikotinsucht 11. Februar 2012
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Elektronische Zigaretten: Mehr Schaden als Nutzen?
 
Genfer Forscher untersuchten erstmals, wer elektronische Zigaretten raucht und wie sie helfen, vom Rauchen loszukommen, wie es 63% der Studienteilnehmer behaupten. Ganz ungefährlich sind die E-Zigaretten laut WHO nicht.

Rauchstopp
 
Seit 2004 sind elektronische Nikotinzerstäuber auf dem Markt. Ähnlich wie bei einer Zigarette wird Dampf mit aromatischen Lösungen und unterschiedlichem Nikotingehalt zerstäubt.

 

2008 riet die Weltgesundheitsorganisation WHO davon ab, elektronische Zigaretten zu nutzen. Grund: Die E-Zigaretten schaden der Gesundheit und es sei nicht belegt, dass Raucher dadurch tatsächlich Nikotinabstinent werden. Aber: Für gesundheitliche Schäden fand die WHO keine Belege.

 

Genfer Forscher wollten dies nun genauer wissen und haben eine Nutzer-Studie ausserhalb des Labors durchgeführt. Sie konnten dazu 73 Teilnehmer, welche das Gerät aktiv nutzten, und 8 ehemalige Nutzer aus Frankreich, Kanada, Belgien und der Schweiz rekrutieren. 77% der Teilnehmer waren Männer, im Schnitt 37-jährig. Mehr als ein Drittel bezeichneten sich als Raucher. 67% waren seit kurzem Nikotinabstinent. Alle nutzten das E-Gerät für 100 Tage.

 

Die Gründe für die Teilnahme:

  • 53 gaben an, mit der E-Zigarette aufhören zu wollen mit dem Nikotinkonsum
  • 14  wollten ihren ''normalen'' Zigarettenkonsum reduzieren
  • 20 gaben an, weniger zum Passivrauchen beitragen zu wollen
  • 21 gaben an, mit dem Gerät überall Rauchen zu können – auch in Nichtraucherörtlichkeiten.

Immerhin: 79% berichteten, mit Hilfe der E-Zigarette mit dem Rauchen aufgehört zu haben. Weitere positive Effekte: weniger Husten, bessere Atmung, bessere körperliche Fitness.

 

Die Forscher vermuten deshalb, dass die E-Zigarette weniger schädlich ist als die normalen Zigaretten und als bisher angenommen. Grund: Der höchste Nikotingehalt liegt bei einem Zwölftel einer normalen Zigarette. Ausserdem fehlen Teer und andere giftige Substanzen.

 

US-Amerikanische Gesundheitsbehörden halten dem entgegen, dass der Dampf der E-Zigarette durchaus krebserregende Stoffe enthalten könne. Und: Die Art und Herkunft des verwendeten Nikotins sei bis anhin noch nicht bekannt. Zudem käme das Produkt aus China – meist aus kleinen Firmen - was Zweifel an Qualitätsgarantien erwecke. Die miserable Qualität ist auch ein Kritikpunkt, der von den meisten Befragten hervorgehoben wird. Ausserdem beklagten sich die Teilnehmer über Nebenwirkungen wie trockener Mund, Hals, Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit beim Rauchen.

 

Die Forscher fordern deshalb dringend vertiefte und breit angelegte Studien zur E-Zigarette und würden gerne wissen, ob und wie häufig dieses Gerät zur Umgehung des Rauchverbots in öffentlichen Räumen genutzt wird.

 

Aktuell ist der Verkauf der elektronischen Zigarette in der Schweiz verboten – das Rauchen jedoch nicht. Der Internetkauf ab einer Menge von 40 Nachfüllpatronen ist ebenfalls verboten und wird beschlagnahmt.

 

Mehr zum Thema


BMC Public Health

27.05.2010 - dzu


 

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