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Durchgeführt wird sie vom Psychologischen Institut der Universität Zürich, Sozial- und Gesundheitspsychologie, und Hans Krebs, Kommunikation und Publikumsforschung, Zürich. Im Folgenden sind die Ergebnisse der jüngsten Umfrage zum Passivrauchen zusammengefasst.
Die Daten wurden zwischen Oktober 2010 und Januar 2011 erhoben, d.h. nach dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes am 1. Mai 2010. Die Ergebnisse kumulieren die Passivrauchexposition in Restaurants, Bars, Cafés, an Veranstaltungsorten (Theater, Kino, Diskotheken usw.), am Arbeitsplatz, in der Schule, bei Freunden, zu Hause und im Auto.
2010 waren 10% der Bevölkerung während mindestens sieben Stunden pro Woche dem Tabakrauch anderer Personen ausgesetzt, d.h. während durchschnittlich mindestens einer Stunde pro Tag. Im Vergleich zu 2002 (35%)1 nimmt die Passivrauchexposition stetig ab, und zwar an allen untersuchten Orten.
Jugendliche am häufigsten betroffen
Zum ersten Mal sind Restaurants, Cafés und Bars nicht mehr die Orte mit der höchsten Tabakrauchbelastung; die Diskotheken stehen neu an erster Stelle, gefolgt von der Exposition bei Freunden/Bekannten. Jugendliche und junge Erwachsene haben die höchste Passivrauchexposition. 20% der 14- bis 19-Jährigen und 29% der 20- bis 24- Jährigen sind während mindestens einer Stunde pro Tag dem Tabakrauch anderer ausgesetzt.
Ihre Belastung ist zwar ebenfalls rückläufig, aber immer noch weit höher als in der Gesamtbevölkerung. Anzufügen ist, dass sich in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen auch der höchste Anteil an Raucherinnen und Rauchern findet (2010: 39%). 2010 waren 36% der Bevölkerung in Restaurants, Cafés und Bars dem Tabakrauch anderer ausgesetzt, gegenüber 87% im Jahr 2001 (13% während mindestens einer Stunde pro Woche, 23% weniger als eine Stunde pro Woche).
Dieser rückläufige Trend hat sich seit 2008 aufgrund der diversen Rauchverbote2 stark beschleunigt. Über die Hälfte der exponierten Personen fühlen sich durch den Tabakrauch belästigt.
Rückgang bei den Erwebstätigen - zum Teil aber immer noch hoch
Der Anteil erwerbstätiger Personen, die am Arbeitsplatz dem Passivrauchen ausgesetzt sind, betrug 2010 nur noch 28% (2001: 54%) und die Belastungen sind in der Regel gering (weniger als eine Stunde pro Woche). Die Exposition an Veranstaltungsorten ist zwischen 2008 und 2010 von 41% auf 29% gesunken. Die Exposition der 14- bis 34- Jährigen in den Diskotheken und Dance-Clubs ist rückläufig, aber mit 48% im Jahr 2010 weiterhin hoch (2008: 61%).
Kinder immer noch täglich Rauch ausgesetzt
Im privaten Bereich hat die Passivrauchexposition ebenfalls abgenommen. Die Belastung zu Hause (ohne Balkon und Garten) verringerte sich zwischen 2001 und 2010 von 21% auf 11%, diejenige bei Freunden im Zeitraum 2002–2010 von 57% auf 41%, mit kleinen Abweichungen je nach Jahr. Auffallend ist, dass 11% der Personen, die mit Kindern zusammenleben, diese nach eigenen Angaben täglich dem Passivrauch aussetzen.
47% für totales Rauchverbot
79% der Bevölkerung befürworten ein Rauchverbot in Restaurants, Cafés und Bars. Bei den Rauchenden liegt diese Zustimmung bei 61%. 47% der befragten Personen sprechen sich für ein totales Rauchverbot oder für Raucherräume (sogenannte Fumoirs) ohne Bedienung aus.
Dabei ist zu beachten, dass die Befürwortung in der Bevölkerung nach der Einführung von solchen Regelungen systematisch ansteigt, und zwar auch unter den Rauchenden. 91% der Erwerbstätigen befürworten ein Rauchverbot am Arbeitsort. 40% wünschen sich ein absolutes Rauchverbot, ohne Fumoirs. Immer mehr Betriebe setzen offenbar auf ein solches absolutes Rauchverbot in ihren Räumlichkeiten (58% der Befragten waren 2010 von einer solchen Regelung betroffen, gegenüber 20% im Jahr 2001). Allerdings sind 20% der Personen, die in einem Betrieb mit absolutem Rauchverbot arbeiten, nach eigenen Angaben dennoch dem Tabakrauch anderer ausgesetzt. Immerhin 32% der Erwerbstätigen haben keine Kenntnis davon, dass es gesetzliche Bestimmungen zum Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz gibt.
Den meisten fällt zeitliche und örtliche Abstinenz nicht schwer
Den allermeisten Rauchenden fällt es nicht schwer, am Arbeitsplatz (86%) oder im Restaurant (81%) nicht zu rauchen. Dies gilt auch für jene, die täglich rauchen. 23% der Raucherinnen und Raucher geben an, dass sie ihren Tabakkonsum aufgrund der Rauchverbote gesenkt haben. 48% rauchen etwas häufiger im Freien. Lediglich 13% geben an, vermehrt zu Hause zu rauchen. Häufig geschieht dies auf dem Balkon bzw. im Garten.
Viele von der Schädiglichkeit nicht überzeugt
Die Schweizer Bevölkerung ist generell sehr gut informiert über die Schädlichkeit des Passivrauchens. Die befragten Personen mussten angeben, ob gewisse Aussagen zutreffen, eher zutreffen, eher nicht zutreffen oder nicht zutreffen.
Die Zahl der Personen, die mit «zutreffend » antworteten, ist rückläufig, während die Zahl jener, die mit «eher zutreffend» antworteten, im Steigen begriffen ist. Trotz des allgemein sehr guten Kenntnisstandes verringert sich somit die Zahl der Personen, die von der Schädlichkeit des Passivrauchens überzeugt sind.
Der Bericht kann unter www.tabakmonitoring.ch heruntergeladen werden. |