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Sie sind hier: Fokus » Nikotinsucht » Rauchstopp-Hilfen 23. Mai 2012
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Nikotinersatz - Eine Übersicht zu verschiedenen Produkten

Die im Folgenden beschriebenen Präparate dienen zur vorübergehenden Behandlung bei Nikotinentzugs-Symptomen und sollten auf keinen Fall ohne ärztliche Überwachung genommen oder angewendet werden. Wichtig: Falls stärkere Nebenwirkungen auftreten, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

 

Um die Wirkung zu optimieren und die Nebenwirkungen in Grenzen zu halten, sind die Gebrauchsanweisungen richtig einzuhalten. Dosierungen ab 4 mg sowie Nasenspray und Inhalator-Anwendungen sind rezeptpflichtig.

 


Pflaster

Allgemein

Das Nikotinpflaster wird wie ein Heftpflaster auf die Haut geklebt. Je nach Dosierung wird über den ganzen Tag verteilt eine bestimmte Menge Nikotin über die Haut in den Körper abgegeben. Das Pflaster eignet sich nur für Menschen, die jeden Tag und mehr oder weniger den ganzen Tag geraucht haben.

 

Anwendung

Die Pflasterstelle muss trocken und unbehaart sein. Das Produkt wird jeden Tag gewechselt. Es ist wasserfest, man kann damit duschen oder baden.

 

Nebenwirkungen

Schwere Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Vor allem zu Beginn der Behandlung beklagt jeder 5. Benutzer lokale, leichte Hautirritationen. Weitere eher seltene Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schlaflosigkeit oder Erhöhung der Herzfrequenz verschwinden in der Regel nach ein paar Tagen.

 
 

Kaugummi, Kaudepot

 

Allgemein

Durch Kauen wird eine vorgegebene Nikotinmenge freigesetzt. Nach ca. 20 Minuten ist der Nikotinspiegel im Blut erreicht – im Vergleich dazu: Beim Rauchen einer Zigarette wird die Menge bereits nach 10 Minuten erreicht.


Anwendung

Kaugummis können über den Tag hinweg entweder regelmässig gekaut werden oder aber nur bei starkem Verlangen. Das ist vor allem auch gut für Menschen, die unregelmässig geraucht haben. Wenn der Geschmack des Kaugummis weg ist, kann der Kaugummi weggeworfen werden. Unbedingt die genaue Gebrauchsanweisung befolgen. Wichtig: Zu schnelles Kauen sowie der Konsum von Kaffee und Fruchtsäften kurz oder während der Verwendung vermindern die Wirkung.

 

Nebenwirkungen

Zu Beginn kann es zu folgenden Beschwerden kommen: Schwindel, Kopfschmerzen, Erbrechen, Magenbrennen, Schluckauf, Zahnfleischschmerzen, Entzündung der Mundschleimhaut oder des Rachens. Diese können vermindert werden, wenn die Kauanweisungen gut eingehalten werden.

 
 


Microtab/Sublingualtabletten

 

Allgemein

Der Vorteil der Tabletten, welche unter die Zunge gelegt wird: die Verwendung ist diskret (keine Kaubewegungen). Die Tablette schmilzt durch den Speichel und gibt so die erforderte Nikotinmenge frei. Nicht schlucken, sonst ist die Wirkung weg.


Anwendung

Während ca. 20 Minuten sollte die Tablette unter der Zunge verbleiben. Der Geschmack ist recht intensiv, weshalb die Tablette vor vollständiger Auflösung häufig entfernt wird.


Nebenwirkungen

Ernsthafte Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Zu Beginn kann es zu folgenden Beschwerden kommen: Schwindel, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schlaflosigkeit, Schnupfensymptome und Aphthen (kleine Wunden in der Mundhöhle).

 
 


Lutschtabletten

 

Allgemein

Lutschtabletten haben den Vorteil, dass sie diskret angewendet werden können (keine Kaubewegungen).

 

Anwendung

Die Lutschtabletten können alternierend mit Kaugummis verwendet werden.

 

Nebenwirkungen

Ernsthafte Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Zu Beginn kann es zu folgenden Beschwerden kommen: Schwindel, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schlaflosigkeit, Schnupfensymptome und Aphthen (kleine Wunden in der Mundhöhle).

 
 


Inhalator

 

Allgemein

Der Inhalator gleicht einem Zigarettenhalter. Das bringt den Vorteil -gegenüber Kaugummi und Tabletten – dass die bekannten Rauchergesten beibehalten werden können.

 

Anwendung

Ziehen am Inhalator wie früher an den Zigaretten und man bekommt damit rauchlos die nötige Dosis Nikotin.

 

Nebenwirkungen

Ernsthafte Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Zu Beginn kann es zu folgenden Beschwerden kommen: Kopfschmerzen, Erbrechen, Magenbrennen, Irritation der Mundschleimhaut und des Rachens sowie ein leichter Husten.

 
 

Nasenspray

 

Allgemein

Der Vorteil der Anwendung mit Nasenspray ist die relativ rasch eintretende Wirkung. Empfiehlt sich vor allem für starke Raucher.


Anwendung

Nicht häufiger als ein bis zweimal pro Stunde, maximal 3 Stösse in jedes Nasenloch sprühen.

 

Nebenwirkungen

Ernsthafte Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Während den ersten paar Wochen kann es zu folgenden eher lokalen Beschwerden kommen: Irritationen der Nasenschleimhaut, Schnupfen und Niesen. Gelegentlich kommt es zu Schwindel, Erbrechen, Übelkeit und Herzklopfen.

 
 

Zum Schluss

Kein Nikotinersatzprodukt hilft allein; die Motivation, Nichtraucher zu werden, muss jeder selber aufbringen. Allenfalls wird eine psychologische und verhaltenstherapeutische Unterstützung von Fachleuten notwendig.

Bei Beschwerden, die länger oder heftiger auftreten, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Und: Während einer Nikotinersatz-Behandlung muss das Rauchen definitiv eingestellt werden. Es kann sonst zu schwereren Nebenwirkungen kommen.

 
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Die Informationen wurden von Fachpersonen recherchiert und für Sie aufbereitet, erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen in keinem Fall den Arztbesuch.
22.04.2010 - dzu
 
 
 

 

 

 



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