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Sie sind hier: Fokus » Prostatakrebs » Aktuell 23. Mai 2012
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Behandlung Knochenmetastasen mit Bisphophonaten
 
Zur Behandlung von Knochenkomplikationen bei Brustkrebs und Prostatakrebs stehen heute die bereits registrierten Bisphosphonate zur Verfügung. Diese vermindern den Knochenabbau durch die Osteoklasten.

 
Eine Schweizer Expertengruppe überarbeitete kürzlich die europäischen Richtlinien aus dem Jahr 2008 zum Einsatz von Bisphosphonaten bei der Behandlung von Tumoren.

 

Dies ist eine Zusammenfassung aus dem Fachmagazin  Zeitschrift für Onkologie SOZ 1/2011 des Rosenfluh Verlages.
Die Empfehlungen berücksichtigen sowohl lokale Gegebenheiten als auch neue Studienergebnisse.

 

Im gesunden Knochen herrscht ein Gleichgewicht zwischen Osteoblasten- (Knochenaufbau) und Osteoklastenaktivität (Knochenabbau). Tumorzellen, welche sich in Knochen ablegen (dies geschieht am häufigsten bei Lungen-, Prostata- und Brustkrebs), zerstören die Knochensubstanz.

 

Ziel der Behandlung mit Bisphosphonaten bei Patienten mit Knochenmetastasen ist die Reduktion der Osteoklastenaktivität (Resorption der Knochensubstanz), was das Risiko von Knochenkomplikationen wie Frakturen oder Rückenmarkskompressionen und Schmerzen reduziert. Auch soll die Gesamtprognose des Krebspatienten und die Lebensqualität verbessert werden.

 

Knochenmetastasen bei Prostatakarzinom

Ähnlich wie bei Brustkrebs leiden bis zu 75% der Patienten mit Prostatakarzinom unter Knochenmetastasen. Bisphosphonate wie Zoledronat sollen zum Einsatz kommen, sobald Knochenmetastasen beim hormonunsensiblen Krebs bestehen.

 

Festzuhalten sind bei Männern mit Prostatakarzinom folgende Studienresultate:

  • Zoledronat reduziert bei Patienten mit hormonunsensiblem Prostatakrebs und Knochenmetastasen die Häufigkeit von Knochenkomplikationen um 36%. Das erste Auftreten einer solchen kann im Schnitt um mehr als 5 Monate verzögert werden.

 

Knochenmetastasen bei Brustkrebs

Etwa 70% der unbehandelten Patientinnen mit Brustkrebs entwickeln mehr als eine Knochenkomplikation und 50% erleiden eine vom Krebs ausgehende Knochenfraktur, welche die Sterblichkeit stark erhöht.

 

Die Richtlinien empfehlen, dass Brustkrebs-Patientinnen mit Knochenmetastasen unmittelbar nach Diagnosestellung mit Bisphosphonaten behandelt werden sollten. Bezüglich Frakturen und Gesamtprognose wird empfohlen, bei entsprechendem Risiko die Anwendung über 2 Jahre hinaus durchzuführen. Bei gleicher Dosierung kann eine Verlängerung der Therapieintervalle erwogen werden.

 

Ein paar Zahlen aus Studien:

  • Bisphosphonate reduzieren das Knochenkomplikationsrisiko bei Patientinnen mit Brustkrebs um etwa 17%.
  • Gegenüber Placebo reduziert Zoledronat die Zahl der Knochenkomplikationen um 41%
  • Das krankheitsfreie sowie das Gesamtüberleben war bei verschiedenen Substanzen in etwa gleich gut.

 

Bisphosphonate werden in der Regel gut vertragen. Die häufigsten Nebenwirkungen der Bisphosphonate sind nierenbezogene unerwünschte Ereignisse und Akutphasenreaktionen. Vor Therapie soll unbedingt die Nierenfunktion überprüft werden.

 

Eine seltene, aber beachtenswerte Nebenwirkung der Behandlung mit Bisphosphonaten ist die Osteonekrose des Unter- oder Oberkiefers. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Knocheninfarkt, mit nachfolgendem Absterben des betroffenen Knochens. Den Patienten sollte deshalb vor einer Therapie mit diesen Medikamenten eine Zahnkontrolle und allfällige Zahnsanierung nahegelegt werden. Während der Therapie sollte auf invasive Zahn- und Kieferbehandlungen verzichtet werden.

 

Mehr zum Thema


Rosenfluh Publikationen SOZ 1/2011

02.03.2011 - dzu


 

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