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Sie sind hier: Fokus » Prostatakrebs » Aktuell 23. Mai 2012
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Früheerkennungsmedizin: Die Schweiz hinkt hintendrein
 
Die Qualität in der Schweizer Gesundheitsvorsorge ist hoch. Aber in der medizinischen Früherkennung und präventiven Therapie von einigen Krankheiten gibt es Verbesserungspotential, wie eine in Europa erstmalige Schweizer Studie zeigt.

 

An der Studie nahmen die Unispitäler Basel, Genf, Lausanne und Zürich teil.

 

Ziel: Erfassung von Früherkennung und präventiven Therapien. Ausserdem untersuchten die Forscher, ob die Patienten von den Ärzten genügend über solche Möglichkeiten informiert werden.

 

Das Forscherteam wertete dazu Daten aus dem Universitätsspital Lausanne von 1'002 Patienten im Alter von 50 bis 80 Jahren aus. Als Forschungsgrundlage nutzten die Forscher international anerkannte Kriterien zum Thema medizinische Vorsorge.
 
Resultat: Die Patienten wurden über sieben von zehn möglichen Vorsorgeleistungen informiert. Dies die gute Nachricht.

 

Die Forscher entdeckten allerdings erhebliche Unterschiede bei verschiedenen Krankheitsbildern und Vorsorgemöglichkeiten:

Jährliche Blutdruckmessungen und Gewichtskontrollen wurden in 95% der nötigen Fälle durchgeführt. Mahnungen zur Einschränkung des Alkoholkonsums in 68% der Fälle und Rauchstoppempfehlungen wurden in 74% der Fälle ausgesprochen.

 

Schlechte Quote in der Krebsvorsorge

In Zahlen:

  • 40% der Risikofrauen für Brustkrebs erhielten eine Brustkrebs-Frühabklärung.
  • 35% der Risikopatienten bekamen eine Darmkrebsfrüherkennungs-Untersuchung
  • 50% der Diabetiker bekamen eine halbjährliche Fussuntersuchung zur Früherkennung des ''Diabetiker-Fusses''

 

In der Geschlechterfrage zeigte sich – nach Ausschluss von geschlechterspezifischen Untersuchungen wie zum Beispiel Brustkrebskontrollen -, dass die Männer zu 72% und die Frauen nur  zu 65% vorsorglich untersucht und therapiert wurden. Altersmässig gab es keine wesentlichen Unterschiede.

 

Unterschiede zum Referenzland USA

Insgesamt schneidet die Schweiz bei routinemässig durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen  gegenüber dem Referenzland USA  gut ab, so der Studienleiter. Allerdings: Bei  der Vorsorge gegen Brustkrebs, Darmkrebs und auch bei der Grippeimpfung ist die USA gegenüber der Schweiz klar im Vorsprung (72% gegenüber 40% bei Brustkrebs, 55% gegenüber 35% bei Darmkrebs, 70% gegenüber 35% bei der Grippeimpfung).

 

Auch existieren in der Schweiz keine systematischen Erhebungen über die Qualität und Quantität der Gesundheitsvorsorge. Hier sieht der Studienleiter Verbesserungspotential. Vor allem sollte die medizinische Vorsorge bereits in der Ausbildung der Ärzte höher gewichtet werden. Und: Für Grundversorger sollte dahingehend eine permanente Fortbildung geboten werden. Aber auch die Patienten müssten dahingehend dringend mehr mithelfen. Aufklärungskampagnen zu Damrkrebs müssten verstärkt den Risikopatienten ansprechen.

 

Und schlussendlich fordert der Studienleiter ein Monitoring über die Präventionsqualität, welches mit Hilfe elektronischer Patientendossiers vereinfacht bewerkstelligt werden könnte.


Journal of General Internal Medicine

24.03.2011 - dzu


 

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