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Sie sind hier: Fokus » Prostatakrebs » Aktuell 23. Mai 2012
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Prostatakrebs: Das Früherkennungs-Programm im Visier von Spezialisten
 
Welchen Sinn macht die Früherkennung respektive wo ist sie notwendig? Diese nicht nur für Männer wichtigen Fragen diskutierten Experten im Oktober an der diesjährigen Krebstagung in Bern.

 
Zum Früherkennungs-Programm für Prostatakrebs gehören der PSA-Test, Enddarm-Fingeruntersuchungen sowie Gewebeproben.

 

Mit den Früherkennungsmethoden kann ein bösartiger Tumor rechtzeitig entdeckt und behandelt werden. Der Prostatakrebs gehört zu den langsam fortschreitenden Krebserkrankungen. In den letzten Jahren wurde in unseren Breitengraden eine Zunahme der Fälle bei den Männern zwischen 50 und 69 Jahren festgestellt. Teilweise ist diese Tatsache auf die PSA-Tests zurückzuführen. Die Sterbefälle wegen Prostatakrebs gingen aber dennoch zurück. 82% der Betroffenen überlebten mindestens die ersten 5 Jahre nach Diagnosestellung.

 

Uneinigkeit unter den Ärzten bezüglich Früherkennungsprogramm

Zurzeit sind sich die Ärzte betreffend Prostatakrebs-Früherkennungspgroamm nicht einig. Gemäss einer Umfrage unter 158 Hausärzten waren 50% überzeugt, dass die Vorteile eines PSA-Tests gegenüber den Nachteilen überwiegen. Dennoch empfehlen 75% die vorbeugenden Untersuchungen. 40% tun dies offenbar aus Angst vor juristischen Konsequenzen.

 

Es fehle an Aufklärung und richtiger Kommunikation, erklärte Johann Steurer vom Horten-Zentrum für praxisorientierte Forschung und Wissenstransfer von der Universität Zürich.  Die Männer müssten nicht nur über die positiven Auswirkungen sondern auch über die Nachteile – zum Beispiel über die Nebenwirkungen der Behandlung wie Inkotinenz oder Impotenz – gut aufgeklärt werden. Nur so könne man die Entscheidung dem Mann überlassen, ob er sich testen lassen möchte oder nicht.

 

Zahlen zur Sterblichkeit bei Prostatakrebs

In der Schweiz erkrankt jeder achte Mann an Prostatakrebs, das sind laut Krebsregister in Genf jährlich 5700 Männer. 1300 sterben jedes Jahr daran.

Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren gehören die familiäre Belastung sowie das Alter. Ausser dem Vermeiden der üblichen Krebsrisiken wie Rauchen, zu wenig Bewegung, Umweltfaktoren etc. gibt es keine Präventionsmassnahmen. Dennoch könne man nicht allen Männern unbesehen ein Frühprogramm empfehlen. Überdiagnosen, das heisst Tumore, die zwar entdeckt wurden aber ansonsten vermutlich keine Probleme gemacht hätten, seien vorprogrammiert.

 

Die Experten sehen dies als Knackpunkt, da solche Männer dann doch meistens behandelt würden und mit den Folgen (Inkotinenz oder Impotenz) leben müssten. Die Experten sind sich daher einig, dass die PSA-Tests verbessert werden müssten – zurzeit können sich in verschiedenen Labors verschiedene Werte ergeben. Ausserdem brauche es Informationsstandards zu Fragen wie: Ab welchem Alter und wie häufig machen Tests Sinn, wo liegt der Schwellenwert der Behandlung?

 

Daten des Genfer Krebsregisters zeigten ausserdem grosse Unterschiede beim sozioökonomischen Status: So sterben einfache Arbeiter doppelt so häufig an Prostatakrebs wie Führungskräfte. Das habe weniger mit dem Früherkennungsprogramm an sich zu tun als mit dem Versagen der Informationstechnik und die Experten fordern deshalb einheitliche, für Alle verständliche Informationen.


Krebsliga Schweiz

21.12.2010 - dzu


 

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