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Bei der Diagnose Prostatakrebs muss der Mann als Ganzes berücksichtigt werden. Medizinische Fachkräfte sind gefordert, den Schwerpunkt nicht bloss auf die Behandlung zu legen sondern auch die emotionale Seite einzubeziehen - dies das Fazit von Experten nach einer Umfrage.
In der Online-Befragung mit dem Titel „Man-Aging Prostate Cancer" gaben 624 Männer mit Prostatakrebs aus Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Niederlande, Spanien, Grossbritannien und den USA zu ihrer Situation Auskunft.
Resultat:
- 34% fühlten sich nicht genügend über die verschiedenen Behandlungsoptionen informiert
- 34% waren mit den Informationen, welche sie nach der Krebsdiagnose erhielten, entweder „unzufrieden“ oder „nicht sehr zufrieden“
- 66% gaben an, dass sie sich zu emotionalen Fragen „nicht angesprochen“ fühlten
- 57% fühlten sich nach der Diagnose „seelisch nicht unterstützt“
- 56% der Patienten und 53% ihrer Partnerinnen wünschten sich, dass sich nach der Diagnosestellung eine medizinische Fachkraft genügend Zeit genommen hätte, um die Auswirkungen der Behandlung des Prostatakrebses auf das Sexualleben zu besprechen
- 65% der Partnerinnen wären gerne besser über den Verlauf des Prostatakrebses und seine Auswirkung auf das Sexualleben informiert worden
- 90% der Männer gaben an, sie hätten sich den Austausch mit einem anderen betroffenen Mann gewünscht
Fazit der Experten: Die Diagnose Prostatakrebs fordert von den Fachkräften für die Patienten und deren Partnerinnen, nebst einer guten Beratung und Hilfestellung bei Entscheidungen, dringend auch seelische Unterstützung und Begleitung. Gerade das Thema Prostatakrebs und Sexualität scheint – laut sowohl der Patienten wie auch deren Partner - immer noch zu kurz zu kommen. Auch die Antworten auf das Thema „Austausch“ deuten darauf hin, dass es unbedingt mehr Selbsthilfegruppen für Männer mit Prostatakrebs geben müsste.
Weltweit erkranken mehr als 670'000 Männer neu an Prostatakrebs – am häufigsten in Nordamerika und Nord- sowie Westeurop. Allein in Europa leben etwa 2 Millionen Männer mit dieser Krankheit.
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