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Sie sind hier: Fokus » Stress » Aktuell 23. Mai 2012
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Wie erkenne ich das Burnout-Syndrom und wie kann ich Stress vorbeugen?
 
Burnout galt lange Zeit als die typische Managerkrankheit. Doch mittlerweile trifft der gefährliche Erschöpfungszustand Menschen jeden Alters und Berufs.

Ein Mensch muss einmal

enflammt sein,

um ausbrennnen

zu können

 

In der heutigen Arbeitswelt haben psychische Belastungsfaktoren die körperlichen Belastungsfaktoren eingeholt oder sogar überholt. Der Begriff Burnout ist in aller Munde und zu einem Modewort verkommen. Die Symptome werden deshalb oft zu spät erkannt und behandelt.

 

Burnout ist eine Störung im Wechselspiel zwischen  Arbeitsplatzbedingungen und Persönlichkeit und entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Burnout wird auch in Zusammenhang mit Stress gebracht.

 

Demnach ist Burnout das Resultat eines Prozesses, der sich aus Arbeitsbelastungen, Stress und psychologischer Anpassung zusammensetzt. Burnout kann sich ausschliesslich auf das Berufsleben konzentrieren, aber auch entstehen, wenn versucht wird, private und berufliche Ziele zu verbinden. Davon betroffen sind vor allem berufstätige Frauen mit Familie.

 

Laut seco belaufen sich die jährlichen Kosten für die medizinische Versorgung, welche auf Burnout zurückzuführen sind auf rund 1.4 Milliarden Franken, im Bereich Selbstmedikation werden 350 Millionen Franken ausgegeben, durch Produktionsausfall gehen 2.4 Milliarden Franken verloren.

 

Die wichtigsten Ursachen

Burnout hat nicht eine einzige, sondern in der Regel verschiedene Ursachen. Die wichtigsten sind:

  • Hohe Belastung und Eintönigkeit bei kleiner Möglichkeit zur Einflussnahme auf den Arbeitsprozess
  • Geringe Anerkennung bei zugleich starker persönlicher Verausgabung
  • Fehlende soziale Unterstützung durch Vorgesetzte sowie im persönlichen Umfeld

Dabei spielen menschliche Faktoren am Arbeitsplatz die Hauptrolle:

  • Arbeitsklima
  • Verhältnis der Mitarbeiter untereinander
  • Verhältnis zu den Vorgesetzten
  • Positive Verstärker (Lob, Motivation)
  • Erfolg

Woran kann man Burnout erkennen?

Der amerikanische Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger beobachtete das Burnout-Syndrom erstmals in den siebziger Jahren. Damals waren vor allem Personen betroffen, die in so genannten Helferberufen arbeiteten.

Er beschreibt die Phasen des Burnout's als einen Burnout-Zyklus. Die Stadien treten nicht immer genau in der gezeigten Reihenfolge auf, sie kennzeichnen aber häufig vorkommende Schritte des Burnout-Syndroms. Häufiger Einstiegsfaktor in den Burnout-Zyklus ist übertriebener Ehrgeiz.

 

Die Symptome von Burnout lassen sich im einzelnen folgendermassen klassifizieren (Burisch, 1994):

 

1. Warnsymptome
der Anfangsphase
  • Verstärkter Einsatz
  • Erschöpfung (chronische Müdigkeit, Energiemangel)
2. Reduziertes Engagement
  • Für die Arbeit (Pünktlichkeit, Termine einhalten, "innere Kündigung")
  • Für andere (soziale Kontakte, Partnerschaft)
3. Emotionale Reaktionen 
  • Aggression (Ungeduld, Launenhaftigkeit)
  • Depression (Schuldgefühle, Selbstmitleid)
4. Abbau
  • Geistige Leistungsfähigkeit
  • Motivation
  • Kreativität 
5. Rückzug 
  • Gleichgültigkeit (emotionale Ebene)
  • Einsamkeit (soziale Ebene)
  • Desinteresse (geistige Ebene)
6. Psychosomatische Reaktionen
  • Schlafstörungen, sexuelle Probleme, Krankheitsanfälligkeit, Suchtverhalten, Muskelverspannungen
7. Erschöpfung
  • Hoffnungslosigkeit, Selbstmordgedanken, existentielle Verzweiflung 

 

Folgen:

  • Freizeitbeschäftigungen werden vernachlässigt
  • Alkohol-und Zigarettenkonsum nimmt zu
  • Beruhigungsmittelkonsum steigt
  • Gestörtes Essverhalten
  • Ehe-und Familienprobleme
  • Häufiger Arbeitsplatzwechsel

Strategien zur Prävention

Es lassen sich grob Strategien unterscheiden, welche sich auf die Organisation und Institution beziehen und solche, welche der Einzelne anwenden kann, um Burnout rechtzeitig zu erkennen und um geeignete Bewältigungsstile zu entwickeln.

 

Organisations-und Institutionsbezogene Strategien

  • Aufgabenvielfalt
  • Freiräume zur individuellen Gestaltung schaffen
  • Ausreichende personelle Besetzung
  • Optimale Abstimmung der Leistungsbereiche (klar definierte Arbeitsaufgaben und Rollen)
  • Flexible Arbeitszeit
  • Laufbahnentwicklung
  • Aus-/Weiterbildung
  • Supervisionen, Balint-Gruppen

Personenbezogene Strategien

  • Gleichgewicht zwischen Arbeit und Entspannung
  • Umsichtige Planung, Zeitdruck abbauen
  • Ansprüche an sich und andere überdenken
  • Situationen vermeiden, die einem nicht gut tun
  • Lernen "Nein" zu sagen
  • Zeit nehmen für andere Aktivitäten
  • Entspannungsmethoden (Yoga, autogenes Training); Auf Regelmässigkeit achten!

 

Ob Stressoren krank machen hängt ab von:

  • Intensität, Dauer
  • Individueller Bewertung
  • Bewältigungsfertigkeiten

Wege aus dem Stress

Folgendes Schema hilft Ihnen dabei, mit Stress umgehen zu können.

 

 

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Mediscope / Dr. J. Kurmann Chefarzt Psychiatriezentrum Luzern-Stadt: öffentliche Veranstaltungsreihe am Kantonsspital Luzern - rsu

18.05.2005 - dzu


 

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