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Sie sind hier: Fokus » Verhütung / Verhütungsmethoden » Aktuell 23. Mai 2012
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Thromboserisiko unter hormonaler Verhütung: Wie hoch ist das Risiko?
 
Obwohl die Reduktion der Hormondosis das Thromboserisiko deutlich gesenkt hat, ist die Gefahr nicht vom Tisch. Der folgende Artikel klärt über die individuellen Risiken der Frau unter kombinierter oraler Verhütung auf und erklärt Alternativen.

 
Die Zahl der Thromboembolien unter einer hormonalen Verhütung zu senken, respektive ganz zu eliminieren, ist das erklärte Ziel in der Entwicklung neuer Präparate.

 

In der Schweiz zählte man im Jahr 2007 auf 1 Mio. Einwohner im Alter von 15 bis 44 Jahren 3 tödliche Lungenembolien – unabhängig von der Anwendung der Pille. Die Sterblichkeit aufgrund zum Beispiel eines Unfalls ist dabei erheblich höher (55/1Mio).

 

Dennoch versuchen Entwickler und Forscher von neuen modernen Verhütungspräparaten, diesen Fällen Rechnung zu tragen, um das Todesrisiko aufgrund thromboemolischer Ereignisse wegen Hormonen weiter zu senken.

 

Symptome für Thrombosen oder Lungenembolien wie Beinschwellung, plötzliche Atemnot, Husten, plötzliche starke Brustschmerzen müssten allerdings zusätzlich sofort erkannt und entsprechend behandelt werden – das sei laut Experten noch nicht in jedem Fall gegeben.

 

Gibt es Risiko-Unterschiede zwischen den verschiedenen Kombi-Präparaten?

Auswertungen zeigen, dass die Unterschiede zwischen den Pillen mit Levonorgestrel und Pillen der dritten Generation (mit Desogestrel resp. Gestoden) und solchen der vierten Generation (mit Drospirenon) klein sind.

Neuere Studien zum Thromboserisiko belegen bei Frauen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, welche keine Pille anwenden, ein Risiko von 3-5/10'000 Frauenjahre; bei Pillenanwenderinnen sind es 6-10/10'000 Frauenjahre. Vor 15 bis 20 Jahren waren diese Zahlen noch deutlich höher.

 

Individuelle Risikofaktoren

Als wesentlich wichtiger sehen die Experten das individuelle Risiko der einzelnen Frau:

 

  • Alter: bei über 40-Jährigen steigt das Risiko um das 2-3-Fache
  • BMI: bei starkem Übergewicht (BMI höher als 30) steigt das Risiko um das 3-7-Fache
  • Rauchen: hier steigt das Risiko um das 2-3-Fache.

 

Weitere Risikofaktoren:

  • Vorausgegangene thromboembolische Erkrankungen, Gerinnungsstörungen
  • Tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien und Gerinnungsstörungen in der Familie
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Lupus erythematodes mit Beteiligung der Gefässe
  • Hirngefässereignisse (Hirnblutung, Schlaganfall etc.)
  • Migräne
  • Lange Flugreisen
  • Operationen
  • Zeit nach der Geburt

 

Empfehlungen und Fazit der Autoren

Auch unter modernen Verhütungspillen bleibt ein gewisses Risiko für Thromboembolien. Eine gute Vorausabklärung durch den Arzt (eigene und familiäre Risiken) tragen dazu bei, das Risiko möglichst klein zu halten.

 

Für Frauen mit einem erhöhten Thromboembolie-Risiko gibt es Alternativen. Hier werden eher Verhütungsmethoden auf Gestagen-Basis oder so genannte intrauterine Systeme empfohlen. Seit ein paar Jahren zum Beispiel gilt die hormonfreie Kupferkette als modernes Intrauterinsystem, bei welchem das Risiko einer Eileiterschwangerschaft – wie das bei hormonbeschichteten Spiralen vorkommen kann – nicht mehr besteht.

 

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Rosenfluh Publikationen Gynäkologie Nr. 5 2010

03.11.2010 - dzu


 

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