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Sie sind hier: Fokus » Wechseljahre » Aktuell 23. Mai 2012
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Wechseljahre: Hormonpflaster sicherer als Tabletten?
 
Hormonersatztherapien (Östrogen mit/ohne Gestagen) gehen mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einher. Eine Studie zeigt, dass die Hautapplikation in niedriger Dosierung das Schlaganfallrisiko nicht erhöht, sondern eher senkt.

 
Aus der grossen Womens Health Initiative (WHI) wurde erstmals über ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs, Herzinfarkt, venöse Thrombosen und Schlaganfall unter einer Hormonersatztherapie nach der Menopause berichtet. Mehrere andere Analysen hatten dies bestätigt.

 

In diesen Studien wurden die Hormonpräparate (Östrogen allein oder kombiniert mit Gestagen) stets oral verabreicht. Erste Studien mit Hormonpflastern, welche das Herz-Kreislaufrisiko untersucht haben, zeigten, dass diese Form von Hormongabe weniger Risiken beherbergt.

 

Forscher der McGill- Universität in Montreal haben zusammen mit Forschern am Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin die medizinische Datenbank der englischen Allgemeinpraktiker durchsucht und Daten von 6 Millionen Patienten ausgewertet. Diese weltgrösste Datenbank enthält Verordnungen sowie Diagnosen der Patienten.

 

Von insgesamt 870’000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren hatten 15'710 einen Schlaganfall erlitten. Diese Frauen verglichen die Forscher mit je 4 Kontrollpersonen.

 

Östrogen über die Haut ist weniger Risiko reich

Das Schlaganfallrisiko war unter der Einnahme von Östrogen um 35% und unter den  Kombinationspräparaten (Östrogen/Gestagen) um 24% erhöht.
Kein erhöhtes Schlaganfallrisiko war bei der Östrogenaufnahme durch Hautpflaster zu verzeichnen und bei der kombinierten Aufnahme (Östrogen/Gestagen) durch die Haut belegten die Forscher sogar ein tendenziell erniedrigtes Risiko.

 

Bei beiden Aufnahmeformen – oral oder durch die Haut – hing das Risiko ab von der Dosierung sowie von der Anwendungsdauer. So war das Schlaganfallrisiko bei der Anwendung des Hautpflasters in einer Dosierung von über 50μg deutlich erhöht; ein tendenziell erhöhtes Risiko verzeichneten die Forscher auch bei einer Anwendungsdauer von mehr als einem Jahr.

 

Fazit der Autoren: Die Dosis- und Zeitabhängigkeit gilt im Allgemeinen bei Fallkontrollstudien als Hinweis darauf, dass es sich um einen direkten Zusammenhang handeln könnte. Aber: Diese Studien seien bloss erste Hinweise auf eine mögliche Sicherheit bei der Hormonaufnahme über die Haut. Jetzt müssten erweiterte klinische Studien diese Ergebnisse bestätigen.

 

Unklar sei auch der Zusammenhang mit Herz-Kreislauferkrankungen und Thromboembolien. Entsprechende Studien hätten keine deutlichen Zusammenhänge belegen können. Momentan könnten demnach keine spezifischen Empfehlungen zur Hormonaufnahme durch Pflaster abgegeben werden.

 

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Rosenfluh Publikationen Ars Medici Nr 21. 2010

27.10.2010 - dzu


 

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