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Sie sind hier: Fokus » Wechseljahre » Hormonumstellung 23. Mai 2012
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Wechseljahre: Beginn der Hormonumstellung

 

Wie der Begriff bereits vermuten lässt, bezeichnen die Wechseljahre den Zeitraum, in dem die Fortpflanzungsfähigkeit der Frau langsam erlischt, weil die Eierstöcke die Hormonproduktion langsam aber stetig einstellen - dadurch entsteht ein Östrogenmangel.


Dieser Vorgang passiert nicht über Nacht, sondern erstreckt sich über mehrere Jahre. Bei manchen Frauen beginnen die Wechseljahre bereits Ende der Dreissigerjahre, bei anderen erst mit fünfzig Jahren.


Ihren Abschluss finden die Wechseljahre in der letzten Periodenblutung, der so genannten Menopause.


Die Wechseljahre als Krankheit zu bezeichnen, ist nicht korrekt. Allerdings können Beschwerden in den Wechseljahren und in der Zeit nach der Menopause aufgrund des Hormonmangels für die betroffenen Frauen durchaus Krankheitswert erlangen.

 

Ohne Hormone ist ein Leben nicht denkbar

Hormone bestehen entweder aus Eiweissen oder Fetten. Sie sind für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Organen und Organsystemen unabdingbar. Die Ausschüttung von Hormonen ins Blut und entsprechende Rückmeldesysteme garantieren uns ein Gleichgewicht und Miteinander der verschiedenen Körperfunktionen. Die meisten Zellen unserer Gewebe enthalten Andockstellen (Rezeptoren) für Hormone, worüber dann eine Funktion aktiviert oder gehemmt wird.


Die Hirnanhangdrüse ist quasi der Hormondirigent. Sie schüttet neben anderen Hormonen auch die Eiweisshormone zur Regulation der Keimdrüsen – also der Eierstöcke und der Hoden – aus. Die Hoden und die Eierstöcke ihrerseits produzieren auf Befehl der Hirnanhangdrüse die bekannten Geschlechtshormone, beim Mann vor allem Testosteron (aber auch etwas Östrogen) und bei der Frau vor allem Östrogen (aber auch Testosteron). In den Eierstöcken wird bei jedem neuen Zyklus der Frau mit der Heranreifung einer oder mehrerer Eizellen die Hormonproduktion hochgefahren (insbesondere Progesteron), um bei ausbleibender Schwangerschaft dann wieder abzufallen.


Östrogen wird auch ausserhalb der Drüsen gebildet. So sind z.B. bei übergewichtigen Frauen und Männern höhere Östrogenspiegel nachweisbar. Die Sexualhormone sind nicht nur für die Fortpflanzung wichtig, sondern auch für das Wohlbefinden des Menschen. Sie haben eine günstige, beruhigende Wirkung auf den ganzen Körper: Gebärmutter und Brust werden vor Krebs geschützt, der Blutdruck wird positiv beeinflusst und der Schlaf im Rhythmus gehalten. Dazu besteht ein bewiesener Schutz gegen Osteoporose und gegen Hautalterung.

 

Zunehmender Hormonmangel in den Wechseljahren

Die Menopause kommt nicht plötzlich, sondern kündet sich mit Zyklusschwankungen an: Die Regel wird kürzer. Allgemein lässt sich sagen, dass das Klimakterium mit ungefähr 45 Jahren beginnt und mit etwa 55 Jahren endet.

 

Progesteronmangel zu Beginn …

Teilweise wird für die Phase vor der Menopause auch der Ausdruck Prämenopause gebraucht. In dieser Zeit nimmt die Produktion von Progesteron langsam ab. Dies äussert sich häufig durch frühe Abstossung der Gebärmutterschleimhaut und damit vorzeitig einsetzende Blutungen (Schmierblutungen), Wassereinlagerung (Ödeme) sowie durch innere Unruhe und emotionale Unausgeglichenheit. Damit erlischt auch die natürliche Schutzfunktion des Progesterons, insbesondere gegen Gebärmutterkrebs und allenfalls auch Brustkrebs. Die Ausschüttung von Follikel-stimulierendem Hormonen (FSH) dagegen nimmt zu und damit auch die Produktion von Östrogen, so lange die Funktion der Eierstöcke noch genügend stark ist.

 

Die Produktion von Progesteron nimmt schliesslich weiter ab und hört teilweise ganz auf. Damit bleibt der Eisprung teilweise oder ganz aus und die Blutungsabstände werden unregelmässig.

 

Danach folgt die Östrogenschwäche …

Mit fortschreitender Abnahme der Eierstockfunktion nimmt auch die Östrogenproduktion ab; hier nützt auch die starke Stimulation durch die Hirnandrangdrüse nichts mehr. Die Folgen der Östrogenschwäche sind die bekannten klimakterischen Beschwerden - akute Entzugserscheinungen vom Östrogen: Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen usw. (siehe Beschwerden in den Wechseljahren). Mit zunehmender Zeit des Östrogenmangels treten weitere Beschwerden wie trockene Scheide, Haarausfall, Blasenschwäche und welke Haut auf. Die Blutungsabstände können länger werden und schliesslich bleibt die Periode ganz aus (Menopause). Das durchschnittliche Alter zur Zeit der Menopause liegt in den westlichen Ländern bei 51 Jahren.

 

Bevor es zum völligen Ausbleiben der Menstruation kommt, können die Blutungen wie folgt sein:

  • Schwache Regelblutungen (Hypomenorrhö)
  • Starke Regelblutungen (Hypermenorrhö)
  • Verlängerte Menstruation (Menorrhagie)
  • Schmierblutungen vor und nach der eigentlichen Menstruation
  • Verkürzte Zyklen unter 25 Tagen (Polymenorrhö)
  • Verlängerte Zyklen über 35 Tage (Oligomenorrhö)
  • Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö)

Wenn der Zyklus sehr unregelmässig wird, gehen Frauen nicht selten davon aus, dass sie nicht mehr fruchtbar sind. Aber Vorsicht: Es findet zwar nicht immer ein Eisprung statt, eine Schwangerschaft ist aber trotz allem noch möglich.

 

Es folgt die Zeit nach der Menopause …

Wenn ein Jahr lang keine Blutung mehr aufgetreten ist, ist die Zeit der Perimenopause vorbei und die Postmenopause beginnt. Östrogen wird nur noch in kleinsten Mengen produziert. Dieser Östrogenmangel hat bedeutende und teilweise schwerwiegende Folgen im Alter. Die Entwicklung von Symptomen (siehe Beschwerden) dauert oft Jahre. Während dieser Zeit ist es möglich, durch präventive Massnahmen das Altern Ihres Körpers und Geistes günstig zu beeinflussen. Eine Hormontherapie kann die Lebensqualität von Frauen in der Postmenopause deutlich verbessern (siehe Hormontherapie).

 

 

 
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