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Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch genetisch beeinflusst
 
Osteoporose und Herzkreislauferkrankungen haben nicht nur vermeidbare, respektive beeinflussbare Ursachen, haben Forscher in einer Untersuchung an über 30'000 Zwillingen entdeckt; sie vermuten auch gemeinsame genetische Gründe.

Frauen gruppe
 
Es gibt viele Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Osteoporose (Knochenschwund) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Es ist zum Beispiel auffällig, dass durch die Behandlung der Osteoporose mit Bisphosphonaten zur Bremsung des Knochenabbaus einerseits die Zahl der Knochenbrüche zurückgeht und andererseits Arterienverkalkungen vorgebeugt und die Gesamtsterblichkeit gesenkt wird.

 

Oder die Behandlung mit Statinen (Cholsterinsenker) reduziert sowohl die Herzinfarktrate als auch die Zahl der Knochenbrüche. Und: Schlaganfälle sind ein deutlicher Risikofaktor für eine Osteoporose, wie Forscher der Universität Uppsala berichten. Sie untersuchten Patientendaten von 31.936 Zwillingen der Jahrgänge 1914 bis 1944. Es zeigte sich, dass Personen mit einer Herzschwäche viermal so häufig eine Hüftfraktur erlitten wie Herzgesunde. Bei Schlaganfallpatienten war das Hüftfraktur-Risiko sogar fünffach erhöht. Patienten mit Gefässverkalkungen im peripheren Bereich (Füsse, Hände) erlitten dreimal so oft und solche nach einem Herzinfarkt doppelt so oft eine Hüftfraktur.

 

Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eher sturzgefährdet, ist eine der Erklärungen. Die Zwillingsstudie belegte, dass Zwillingsgeschwister über dreimal so häufig eine Hüftfraktur erlitten, wenn das Geschwister eine Herzkrankheit erleidet; beim Schlaganfall war das Risiko für eine Hüftfraktur bei den „gesunden“ Geschwistern mehr als doppelt so hoch.

Das lässt die Forscher vermuten, dass zwischen Osteoporose und Herzkrankheiten sowie Gefässerkrankungen ein genetischer Zusammenhang vorliegt. Sie raten, Herz-Kreislauf-Patienten immer auch auf die Gefahr von Knochenbrüchen hinzuweisen und bei Zwillingen die Geschwister in diese Überlegung mit einzubeziehen. 


JAMA 2009; 302: 1666-1673

23.10.2009 - dzu


 

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