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Sie sind hier: Fokus » Zecken » Aktuell 11. Februar 2012
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Lyme-Borreliose: Protein zur Diagnose entdeckt
 
Derzeit macht ein neues Protein, das so genannte VSiE (variable major protein-like sequence expressed), Hoffnung. Dieses Protein kann explizit die Quantität der sich im Blut befindlichen spezifischen Borreliose Antikörper nachweisen.

Zecke
 
Heute ist Herr Marmillod* aus Neuchâtel geheilt. Doch bis er mit der Behandlung anfangen konnte, hat es gedauert. Der aktive Rentner und Gartenliebhaber war häufig müde, litt an Schlaflosigkeit, hatte innerhalb weniger Wochen stark abgenommen und litt plötzlich an einer halbseitigen Gesichtslähmung.

 

Im Krankenhaus wurde dann aufgrund eines Labortests eine Lyme-Borreliose diagnostiziert - eine Erkrankung, die von Bakterien ausgelöst und durch einen Zeckenbiss auf den Menschen übertragenen werden kann. Häufig bleibt die Erkrankung lange Zeit unentdeckt, denn die klinischen Symptome können rheumatischer, neurologischer, dermatologischer oder allgemeiner Art sein.
 
Die häufigsten Infektionserkrankungen durch Zeckenbisse sowie aktuelle Erkenntnisse über einen neuen Marker zum verbesserten Therapie-Monitoring der Lyme-Borreliose waren die Hauptthemen zweier Symposien, welche das medizindiagnostische Labor Analysa SA, eines von 12 Privatlaboren der FutureLab Schweiz, in Neuchâtel und Yverdon an den vergangenen Donnerstagen organisierte. Analysa ist spezialisiert in den Bereichen Infektserologie und Mikrobiologie und ist eines von fünf Kompetenzzentren der FutureLab Schweiz.

 

Grösste Herausforderung: Die Diagnose der Lyme-Borreliose

In der Schweiz erkranken jährlich zirka 3'000 Menschen daran. Unbehandelt kann die Erkrankung zu chronischen Schädigungen führen. Es ist schwierig, die Lyme-Borreliose zu diagnostizieren, so Dr. Olivier Peter, Biologiste FAMH am Institut Central des Hôpitaux Valaisans. Häufig wird die Borreliose mit anderen Erkrankungen wie z. B. einer rheumatoiden Polyarthritis verwechselt.

 

Die Diagnostik erfolgt primär aufgrund von klinischen Kriterien und wird durch die Anamnese und die Labordiagnostik gestützt. Bei ca. 20-30% der Betroffenen tritt bis zu 32 Tage nach einem Zeckenstich eine ringförmige, sich ausdehnende Rötung auf, die so genannte Erythema migrans.
 
Dann, in der frühen Phase, ist ein Bluttest angezeigt. Mit einem sehr sensitiven Test, dem ELISA-Test, bestimmt man die Borrelien-Antikörper im Blut des Patienten. Dieser übersieht nur wenige Borrelien-Fälle. Bei einem positiven oder fragwürdigen Ergebnis dieses Suchtestes wird in einem zweiten Schritt ein Bestätigungstest angeschlossen. Als Bestätigungstest hat sich der Immunoblot-Test etabliert. Gegenwärtig kann man aus dem Bandenmuster im Immunoblot Hinweise auf ein frühes oder spätes Stadium der Immunantwort erhalten.

 

Forschung nach neuen Substanzen

Kontinuierlich wird nach neuen Substanzen geforscht, mit denen ein noch präziserer Borrelien-Antikörpernachweis durchgeführt werden kann. Derzeit macht ein neues Protein, das so genannte VSiE (variable major protein-like sequence expressed), Hoffnung. Dieses Protein kann explizit die Quantität der sich im Blut befindlichen spezifischen Borreliose Antikörper nachweisen. Dadurch kann das Erkrankungsrisiko noch präziser gemessen werden. Ebenso ist es möglich, nachzuprüfen, inwiefern z. B. eine Antibiotikum-Behandlung angeschlagen hat. Derzeit befindet sich das Antigen noch in der Phase II Forschung und ist dementsprechend noch nicht für den Privatlaborgebrauch zugelassen.
 
Entscheidend sei, dass die behandelnden Ärzte und die Laborärzte kollaborieren. Nur so kann schnell eine entsprechende Diagnostik gestellt und eine Behandlung eingeleitet werden.

Vorkommen und Prävention

„Von den weltweit 800 bekannten Zeckenarten kommen zirka zehn gefährliche Arten in der Schweiz vor - insbesondere der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Er kann sowohl den Zeckenenzephalitis-Virus oder ein Bakterium, das so genannte Borrelia burgdorferi auf den Menschen übertragen. „In der ganzen Schweiz sind 5-50% der Zecken mit Borrelia bugdorferi infiziert. Der Enzephalitis-Virus ist seltener. Nur 0.6% bis 2.5% der Zecken sind in der Schweiz infiziert. Diese Erreger können chronische Erkrankungen wie die Lyme-Borreliose oder die FMSE, eine Gehirnentzündung, auslösen“, so Dr. Lise Gern, Directeur de Recherche Laboratoires d’Eco-Epidémiologie an der Universität von Neuchâtel.

 

„Doch Zecken fallen nicht von den Bäumen“, betonte sie. Sie leben vorwiegend in Laubwäldern mit üppigem Unterholz, an Waldrändern und Waldwegen. Kürzlich seien unerklärlicherweise vermehrt Zecken mit FSME-Virus südlich des Sees von Neuchâtel und in der Ebene von Orbe vorgekommen. Hier sei also besondere Vorsicht angesagt, so die Expertin weiter. Vor der Virusinfektion FSME kann man sich insbesondere durch eine Impfung schützen. Anders ist es bei der Lyme-Borreliose für die es keine medikamentöse Prävention gibt.

 

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Pressemitteilung FutureLab Schweiz

19.06.2007 - dzu


 

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