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Die durch Zecken übertragene Lyme- Borreliose ist in der Schweiz weit verbreitet und stellt eine Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Die Zahlen des obligatorischen Meldesystems für die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) weisen grosse Variationen der jährlichen Meldezahlen auf. Insbesondere die Verdoppelung der Fälle im Jahr 2006 gibt Anlass zur Besorgnis. Die Ausbreitung der FSME rechtfertigt eine Überwachung der Zecken, insbesondere von Ixodes ricinus und der von ihr übertragenen Erregern.
Das BAG hat daher ein Nationales Referenzzentrum für zeckenübertragene Krankheiten (CNRT) gegründet, um die Ärzte bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, eine bessere Überwachung der entsprechenden Krankheiten zu ermöglichen und die Labordiagnostik zu optimieren.
Im August 2009 hat das BAG die Universität Neuenburg mit dieser Aufgabe betraut. Das CNRT setzt sich aus 4 Instituten zusammen: dem Institut für Biologie der Universität Neuenburg, dem mikrobiologischen Labor ADMED in La Chaux-de-Fonds, dem Zentralinstitut der Walliser Spitäler in Sitten (ICHV) und dem Schweizerischen Zentrum für die Kartografie der Fauna in Neuenburg.
Die Verantwortlichen des CNRT haben sich folgende Ziele gesteckt: neben dem Aufbau des Zentrums soll eine schweizerische Zeckenkarte, insbesondere für Ixodes ricinus und Dermacentor marginatus, sowie schweizweite Karten zur Verbreitung der Krankheitserreger in den Zecken erstellt werden. Dieses Projekt beschäftigt die Arbeitsgruppe Kartografie, welche die seit Jahren bestehende Datenlage in der Schweiz sichtet.
In der Arbeitsgruppe Prävention werden Präventionsmassnahmen sowie Lehrmittel erarbeitet, welche zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich verfügbar gemacht werden sollen. Zielgruppe sind die breite Öffentlichkeit, insbesondere Schulen. Dieselbe Arbeitsgruppe aktualisiert das Merkblatt der Universität Neuenburg zum Thema Zecken, das sich an die Bevölkerung richtet. Die Arbeitsgruppen Pathogene und Diagnostik sind mit anderen Forschergruppen im In- und Ausland vernetzt, vor allem im Bereich der Labordiagnostik der verschiedenen Erreger (Viren, Bakterien und Protozoen).
Die Diagnostik, welche vorwiegend auf molekularbiologischen Methoden wie der Polymerase-Kettenreaktion beruht, soll weiterentwickelt werden, damit der Nachweis in klinischen Proben (Blut, Urin, Biopsien) möglich wird. Im Weiteren soll die Bedeutung von Mischinfektionen für die Öffentliche Gesundheit in der Schweiz geklärt werden (z.B. Borrelien-Rickettsien, Borrelien-Babesien u.a.m.). Die Arbeitsgruppe Krankheiten besteht aus spezialisierten Ärzten.
Sie soll die klinischen Aspekte gewichten und allenfalls klinische Studien zu den Themen Diagnostik und Therapie planen und durchführen. Die Arbeitsgruppe Diagnostik führt Qualitätskontrollen für den Labor-nachweis der Lyme-Borreliose in Schweizer Laboratorien in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Zentrum für Qualitätskontrolle in Genf durch. Der Start ist für das 2. Halbjahr 2010 vorgesehen. Eine umfassende Website zum Angebot des CNRT ist aufgeschaltet (www2.unine.ch/cnrt). Anfragen können zurzeit nur via E-Mail oder schriftlich bearbeitet werden.
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