Männer, die an Herzenge (Angina pectoris) leiden, sterben doppelt so häufig an einem Herzinfarkt wie Frauen, das hat eine Studie an über 1700 Personen mit Angina pectoris ergeben. Der Grund: Vermutlich achten Männer zu wenig stark auf ihre Symptome.
Die University of Ireland in Galway untersuchte Daten von 1'785 im Schnitt 62.5 jährige Männer und Frauen, bei denen neu eine Angina pectoris (Herzenge) diagnostiziert wurde. Die Teilnehmer wurden fünf Jahre beobachtet.
Bei der Geschlechterspezifizierung zeigte sich, dass Männer doppelt so häufig einen Herzinfarkt erlitten und fast dreimal so oft an Herzproblemen starben wie die Frauen; das Gesamtsterberisiko war bei den Männern fast zweimal höher als bei den Frauen. Rauchen, Übergewicht sowie ein vorausgegangener Schlaganfall erhöhten das Herzrisiko erwartungsgemäss.
Operative Eingriffe an den Herzgefässen mussten bei den Männern ebenfalls häufiger durchgeführt werden. Diese Interventionen verbesserten jedoch die Gesamtsterblichkeit der Männer nicht wesentlich.
Über die Ursachen wird noch spekuliert. Denkbar sei, dass Männer Herzprobleme als weniger schmerzhaft empfinden und deshalb häufig zu spät zum Arzt gehen. Patienten mit Angina pectoris sollten dahingehend optimal präventiv behandelt werden, um die Risiken zu senken.