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HIV: Afrikanische Frauen erhöhen Risiko durch aggressive Vaginalreinigung
 
Präventivmediziner der Uni Bern analysierten Daten von über 15’000 Frauen aus verschiedenen Ländern Afrikas zum HIV-Status. Es zeigte sich, dass gewisse Reinigungsrituale der Vagina das Ansteckungsrisiko erhöhen.

 
Die Forscher am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Bern analysierten Daten von 13 Studien von über 15'000 Frauen aus verschiedenen afrikanischen Ländern. Während der Studienzeit hatten sich 791 mit dem HI-Virus angesteckt.

 

Die Frauen gaben Auskunft zu ihren Reinigungsritualen der Scheide (Vagina): Wasser, Seife, Stoff- oder Papiertücher kamen dabei am häufigsten zum Zug. Einige Frauen nutzten zusätzlich Produkte wie Tabletten, Kräuter oder Crèmes gegen das Trockengefühl in der Scheide oder zur „Straffung“ der Vagina.

 

Resultat: Verglichen mit Frauen, welche nur Wasser zur Reinigung der Vagina nutzten oder gar nicht reinigten, hatten Frauen, welche ihre Scheide mit Stoff oder Papier reinigten, ein um 50% erhöhtes Risiko, sich mit dem HI-Virus zu infizieren. Frauen, welche Produkte gegen Trockenheit oder zur „Straffung“ der Vagina nutzten, hatten ein um 30% höheres Ansteckungsrisiko und Seifereinigungen erhöhten das Risiko um 25%.

 

Seifenreinigungen störten zudem die natürliche Bakterienflora in der Scheide, was zu so genannten bakteriellen Vaginosen führte. Dieser Umstand stand in der Studie dann auch im Zusammenhang mit einem ebenfalls erhöhten HIV-Risiko. Aggressive Reinigungsmethoden zerstören den natürlich schützenden Bakterienbelag in der Scheide, wodurch HI-Viren leichter Zutritt finden, schreiben die Forscher im Fachblatt PLOS.

 

Fazit der Forscher: Scheidenreinigungen mit aggressiven Produkten wie Seife, aber auch Stoff- oder Papiertücher erhöhen das Risiko für eine HIV-Ansteckung. Aber auch andere Faktoren scheinen eine Rolle dafür zu spielen. Die Forscher fordern nun mehr Daten und Studien zum Thema. Frauen in Afrika sei zu empfehlen, Vagina-Waschungen ausschliesslich mit Wasser durchzuführen.


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18.02.2011 - dzu


 

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