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Osteoporose: Kalzium-Konsum allein keine vorbeugende Wirkung
 
Mit der unkritischen Einnahme von Kalzium-Präparaten oder allein durch kalziumreiche Nahrung kann keine Osteoporose verhindert werden. Im Gegenteil: Zum Teil kann dies das Knochenbruchrisiko erhöhen, wie Forscher aus Uppsala in einer Studie belegen.

 
Die Forscher werteten Daten von 61’433 Frauen der schwedischen Mammographie-Studie aus.

 

Die Teilnehmerinnen mussten gleichzeitig Angaben zu ihren Lebensgewohnheiten und eventuellen Einnahmen von Nahrungsergänzungspräparaten machen. Insbesondere die Kalziumzufuhr interessierte die forschenden Orthopäden: Sie verglichen diese mit der späteren Zahl an Knochenbrüchen.

 

Im Verlaufe der nächsten 19 Jahre erlitten 24% der Teilnehmerinnen einen Knochenbruch; bei 6% waren die Hüften (Oberschenkelhals) betroffen. Der von der Forscherin ermittelte Zusammenhang zwischen der Kalziumeinnahme und den Knochenbrüchen zeigte sich wie folgt: Bei einer Kalziumzufuhr von 700 mg täglich war das Knochenbruchrisiko am kleinsten. Diese Dosis ist deutlich niedriger als die derzeit empfohlene tägliche Kalziumaufnahme von 800 mg in Skandinavien, 1'200 mg in den USA oder Australien mit 1'300 mg.

 

Bei einer Kalziumzufuhr unter 700 mg täglich war das Knochenbruchrisiko deutlich erhöht. Aber auch hohe Dosen (1'137 mg täglich) schützten die Frauen nicht vor Knochenbrüchen: Die Frauen erlitten damit zu 19% häufiger eine Hüftfraktur als bei Kalziumdosen von 700 mg täglich.

 

Einen Grund dafür sehen die Forscher darin, dass die Kalzium-Supplemente (über die Nahrung kann nie so viel Kalzium aufgenommen werden) die Knochen gar nicht erreichen.

 

Im schlimmsten Fall würde sich das Kalzium in den Blutgefässen ansammeln, was das Herzinfarktrisiko erhöht. Die unkritische Einnahme von Kalziumsupplementen erhöht das Herzinfarktrisiko, das haben frühere Studien bereits bestätigt.

 

Eine optimierte Osteoporose-Prophylaxe sehen die Forscher in der gleichzeitigen Einnahme von Kalzium-Präparaten sowie Vitamin D. Diese Einnahme wird heute auch standardmässig bei der Behandlung mit Bisphosphonaten empfohlen. Studien haben nämlich gezeigt, dass diese Kombinationstherapie die Gesamtsterblichkeit deutlich senkt und das Herz-Kreislauf-Risiko nicht erhöht.

 

Mehr zum Thema


Britisches Ärzteblatt (BMJ 2011)

26.05.2011 - dzu


 

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