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Präventivmedizin: Jeder dritte junge Mensch in der Schweiz spielt um Geld
 
Eine Studie zeigt, dass von über 1000 Jugendlichen 13% einmal wöchentlich und weitere 34% zwischen einem und 54 Mal um Geld gespielt haben. Und: Spielen geht häufig mit Nikotin-, Alkohol- oder Cannabiskonsum sowie mit psychischen Störungen einher.

Jugend Gruppe
 
Die Forscher des Universitätsspitals und der Uni Lausanne befragten 1'116 (davon 582 männliche) Jugendliche im Alter von 15- 24 Jahren zu ihren sozialen Aktivitäten, ihren realen Beziehungen (ausserhalb des Internets), zur psychischen Gesundheit, zu Konsum von legalen und illegalen Drogen sowie zu Spielgewohnheiten.

 

48% der Jugendlichen gaben an, im letzten Jahr um Geld gespielt zu haben. 34% mussten als Gelegenheitsspieler betrachtet werden und 13% als regelmässige Spieler. Von den Gelegenheitsspielern waren 58% männlich, von den Vielspielern  sogar 75%  - im Gegensatz dazu waren nur 41% der Nichtspieler männlich.

 

Auch die Wohngegend schien eine Rolle zu spielen: 45% der aus der Westschweiz stammenden Teilnehmer spielten häufig, 15% gelegentlich. Aus der Deutschschweiz konnten 53% zu Nichtspielern gezählt werden; 33% gehörten zu den Gelegenheitsspielern und 13% zu den häufigen Spielern. 80% der Jugendlichen Teilnehmer aus dem Tessin spielten nicht.
Die Autoren erklären sich dies mit der unterschiedlichen Dichte der Spielcasinos in der Schweiz. Dennoch: Die hohe Zahl der Spielenden im Allgemeinen muss mit dem grossen Angebot im Internet zusammenhängen, so die Forscher.

 

Ein weiterer markanter Faktor, der bei der Studie ans Tageslicht kam, war, dass häufiges Spielen mit stärkerem Konsum von Tabak, Cannabis und Alkohol einhergeht. 34% der Vielspieler rauchen täglich Zigaretten, 13% kiffen. Bei den Nicht-Spielern rauchen hingegen lediglich 12% und nur 5% konsumieren Cannabis.

 

Jeder dritte Vielspieler trinkt regelmässig zu viel Alkohol; bei den Nichtspielern waren es 17%. Auch der Konsum von illegalen Drogen ist bei häufig Spielenden höher als bei Nichtspielern – wenn auch die Differenz nicht sehr deutlich war.

 

Die aktuelle Untersuchung bestätigt ausserdem frühere Studienergebnisse: Geldspieler leiden häufiger unter Depressionen und psychischen Erkrankungen. Die Forscher mahnen deshalb, dass Ärzte bei Jugendlichen auch das Risikoverhalten und Glücksspielaktivitäten im Auge behalten sollten.


swissmedicalweekly

10.08.2010 - dzu


 

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