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Zu Fuss zur Schule erhält gesund
 
Kinder, die regelmässig vom Mamma-Taxi zur Schule gebracht werden, bewegen sich zu wenig und sind weniger selbständig, wie eine Studie des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH) zeigt. Das Risiko für Übergewicht und damit einhergehende gesundheitliche Beeinträchtigungen steigt dadurch an.

Kinder Schulweg
 

Im April dieses Jahres veröffentlichte Swiss TPH Zahlen, wonach zwischen 1994 und 2005 der Protzensatz der Schüler, welche für mindestens einen Schulweg mit dem Auto gebracht werden, von 9.9 auf 13.8%.

 

1994 nahmen 20% der Kinder das Fahrrad für den Schulweg, 2005 waren es noch 16%. Auch die Zahl der Fussgänger sank von 78 auf 71%; die Zahl der ÖV-Benutzer stieg dafür von 11 auf 14%.


Zur Schule pedalen habe aber ganz klar Vorteile für die Gesundheit: Es gibt Anzeichen, dass körperliche Bewegung in der Kindheit das Herz- und Herzgefässrisiko im Erwachsenenalter senkt, so die Studienleiterin des Swiss TPH gegenüber der TCS-Zeitung.

 

Es ist eine Tatsache, dass immer mehr Kinder an Übergewicht oder sogar Fettleibigkeit leiden. Das Gehen zur Schule, aber auch das Nutzen der ÖV hilft, dem entgegenzuwirken. Zudem ist das eine Gelegenheit, sich mit anderen Kindern zusammenzutun, was die Kameradschaft fördert und die Kinder selbständiger werden lässt.


Viele Eltern geben als Grund für die Mamma-Taxifahrten die vielen Gefahren auf dem Schulweg an. Das wiederum wäre ein Grund, noch mehr Strassen mit abgetrennten Velostreifen zu schaffen.


Andere Organisationen sehen den Elterntaxis ebenfalls mit Sorge entgegen und machen mit verschiedenen Kampagnen wie «bike2school» von Pro Velo Schweiz schon im Dritten Schuljahr auf jene Gefahren aufmerksam. Dieses Jahr werden die Kinder aufgerufen, um die Wette Velo-Schulkilometer zu sammeln. Unterstützt wird dieser Aufruf durch 13 Kantone.

 

Der Verkehrsclub Schweiz (VCS) lancierte 2009 das erste Projekt „Pedibus“. Da begleiten Erwachsene Kinder zu Fuss zur Schule und jedes Kind kann an einer bestimmten Haltestelle dazukommen. In der Deutschschweiz gibt es inzwischen etwa 30 und in der Romandie etwa 220 solcher Linien. Jede neue Linie bekommt vom VCS Starthilfe.


Mediscope

09.08.2010 - dzu


 

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