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Sie sind hier: Krankheitsbilder » Magen-Darm-Infektion 29. August 2014
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Magen-Darm-Infektion

Verdauungstrakt
 

Definition

Bei der akuten Magen-Darm-Infektion kommt es zu einer  Schleimhautentzündung von Magen, Dünn- und Dickdarm. Bei Kindern und Reisenden in tropische Gebiete zählt sie zu den häufigsten Erkrankungen.

Ursachen

Eine akute Magen-Darminfektion wird meist durch Viren oder Bakterien verursacht. Zu den bakteriellen Erregern gehören Salmonellen, Escherichia coli, Enterokokken, Shigellen oder Campylobacter. Bei kleinen Kindern sind meist Rotaviren die Auslöser. Diese treten jedoch auch immer häufiger bei Erwachsenen auf. Auch Adeno- oder Enteroviren können verantwortlich sein.

 

Seltener kommt es zu einer Magen-Darm-Infektion durch Parasiten wie Amöben oder Lamblien.

Symptome (Beschwerden)

Akute Bauchschmerzen und Unwohlsein
  • Erbrechen
  • Wässrige Durchfälle mindestens dreimal pro Tag, manchmal mit Blut und Schleim vermischt.
  • Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit
  • Schwindel, Kopfschmerzen
  • Grippeähnliche Symptome (Fieber, Schüttelfrost)

 

Anzeichen der Austrocknung durch den Flüssigkeitsverlust:

  • Geringe Urinproduktion
  • Trockene Schleimhäute
  • Gewichtsverlust
  • Spannungsverlust der Haut (Bildung einer Hautfalte, wenn man die Haut zwischen zwei Fingern hoch zieht)

 

Säuglinge

Bei Säuglingen können zusätzlich folgende Beschwerden/Symptome auftreten:

  • Eingesunkene Fontanelle
  • Schwacher Saugreflex
  • Verminderter Lidschlag

Der hohe Wasserverlust kann für den Körper zu einem grossen Problem werden. Besonders bei Säuglingen und älteren Menschen besteht eine Austrocknungsgefahr. Der hohe Flüssigkeitsverlust kann, wenn zu lange nicht erkannt, bis zum Tod führen.

Diagnose (Untersuchung)

Erregernachweis im Stuhl

Kinder unter einem Jahr müssen ärztlich beobachtet und behandelt werden. Patienten, die über mehrere Stunden erbrechen und Fieber haben gehören ebenfalls in ärztliche Behandlung.
 
Untersuchungsmethoden sind:

  • Krankengeschichte (Anamnese) unter Einbezug der Symptome
  • Evtl. Stuhluntersuchung zum Erregernachweis
  • Blut- und Urinuntersuchung, um das Ausmass des Flüssigkeits- und Elektrolytverlusts zu sehen

Therapie (Behandlung)

Wichtig: Flüssigkeitsersatz
  • Die meisten Magen-Darm-Infektionen heilen ohne medikamentöse Behandlung aus. Daher werden meistens nur die Symptome behandelt. Dabei ist der Ersatz der verlorenen Flüssigkeit am wichtigsten.
  • Durchfallmittel werden erst nach einigen Tagen notwendig und sollten nicht ohne ärztliche Verordnung genommen werden. Mittel, die den Stuhl eindicken, sind nicht zu empfehlen, da so die Erreger länger im Darm verbleiben.
  • Antibiotika sind nur bei einer Minderzahl der Fälle notwendig und nützlich.

 

Allgemeine Massnahmen

Wichtig ist der Flüsssigkeitsersatz. 2-3 Liter Flüssigkeit am Tag schützen vor Austrocknung. Das kann z.B in Form von Wasser, Tee, stark verdünnten Fruchtsäften, Suppen oder Reisschleim erfolgen. Keine kohlesäurehaltigen Getränke, ab und zu ein Schluck Coca-Cola ist allerdins erlaubt. Säuglinge, ältere Menschen oder Patienten, die keine Flüssigkeit behalten können, müssen ärztlich behandelt werden, allenfalls wird eine Spitaleinweisung notwendig.

 

Rezept für ein Durchfallgetränk (Elektrolytersatz)

Mit einer Elektrolytlösung kann dem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust  einfach und schnell entgegengewirkt werden:

  • 0.5 Liter abgekochtes Wasser
  • Einen halben Teelöffel Salz
  • 4 Teelöffel Traubenzucker oder Zucker
  • Etwas Orangensaft zum Abschmecken

Lässt der Durchfall nach, kann mit einer leichten Diät weitergefahren und allmählich wieder zur gewohnten Ernährung übergegangen werden:

  • Leicht verdauliche Kost (Zwieback, Suppen), Bananen und Aprikosen geben Kalium zurück
  • Chips oder Salzstangen wirken gegen den Salzverlust

Generell gilt: Keine fetten Speisen, Süssigkeiten und unverdünnten Fruchtsäfte. Bei Babys kann die Milch mit Tee verdünnt werden. Zunächst im Verhältnis 1:1, später im Verhältnis 2:1.

Mögliche Komplikationen

Durch einen massiven Flüssigkeitsverlust kann es zu Apathie, Krampfanfällen bis zum Koma kommen. Manche Bakterien  (z.B. Salmonellen) können auch eine Blutvergiftung, Hirnhautentzündung oder Gelenkentzündung hervorrufen. Auch eine Begleitentzündung der Leber mit Gelbsucht ist bei bakteriellen Infektionen möglich.
 
Amöben können die Leber oder andere Körperregionen befallen. Bei jüngeren Patienten kann die Verletzung der Darmschleimhaut zu einer Zucker- oder Milcheiweiss-Unverträglichkeit führen.

Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)

Koch es, schäl es oder lass es sein
  • Grundsatz bei Reisen in warme Länder: Cook it, peel it or leave it = Koch es, schäl es oder lass es sein. Achtung auch bei Salaten, Getränken, Eiswürfeln oder bei Speiseeis. Aufpassen auch bei Sandwiches mit Salat- oder Rohgemüsebeilagen.
  • Das Trinkwasser abkochen oder Mineralwasser trinken. Dies gilt auch für das Zähneputzen.
  • Gegen Cholera und Typhus ist eine Impfung möglich.
  • Keine rohen oder weichgekochten Eier (besonders im Sommer) und kein ungenügend gegartes Geflügel sowie ungewaschenes Obst und Salate essen.
  • Einige Darmerkrankungen (z.B. durch Salmonellen verursacht) sind stark ansteckend. Hier sind dann besondere Hygienemassnahmen notwendig.
  • Nach dem Toilettengang unbedingt Hände waschen.

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01.07.2009 - dzu

Die Informationen wurden von Fachpersonen recherchiert und für Sie aufbereitet, erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen in keinem Fall den Arztbesuch.
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