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Sie sind hier: Medizinische Onlineberatung » Häufige Fragen 19. Juni 2013
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Online-Beratung: Menschenbiss
 
Infektionen

Frage: Menschenbiss

Meine vierjährige Tochter wurde von Ihrer kleinen Schwester heftig gebissen, sodass sie eine blutende Wunde aufwies. Im Spital hat man mir empfohlen, zur Sicherheit eine Antibiotikatherapie zu machen. Ich bekam das Aziklav Duo 457 mg / 5 ml. Nun erhielt ich von meinem Kinderarzt und dem Spitalarzt unterschiedliche Anweisungen zur Therapiedauer und Dosierung, sodass ich gerne einen Therapievorschlag eines Fachmanns hätte, der sich mit solchen Bisswunden auskennt. Meine Tochter wiegt 20 kg. Die Bisswunde ist soweit klein und unauffällig (72 Std. nach Ereignis), sieht jedoch immer noch sehr frisch aus (wie ein Schlangenbiss), weshalb ich heute Abend nach einigem Zögern nun auch mit der Antibiotikagabe begonnen habe. Die zweite Frage ist nun: Falls ich wieder einmal mit einem Menschenbiss konfrontiert werde: Empfehlen Sie ebenfalls, dass bei einem blutigen Biss zur Vorsorge immer Antibiotika gegeben werden soll?

weiblich, 4-jährig.

 

Antwort

Menschenbisse sind die gefährlichsten Bisse in Bezug auf eine mögliche Infektion. Die wichtigste Massnahme ist, die Wunde so gut wie möglich zu spülen, wie bei allen Bissverletzungen. Das heisst, man kann zu Hause zum Beispiel die Wunde unter die Dusche halten und 5 - 10 Minuten lang ausduschen.

 

Die Dauer der antibiotischen Prophylaxe hängt vom Heilungsverlauf ab. Normalerweise reichen 3 - 5 Tage. Die Dosis, die wir empfehlen, liegt bei 50 mg pro kg Körpergewicht pro Tag, also etwa 5 - 6 ml/Dosis (Aziclav Duo, zweimal täglich).

 

Das Infektionsrisiko ist zwar für Menschenbisse hoch, das heisst aber immer noch, dass in weniger als 10 % aller Bisswunden eine Infektion entsteht. Somit ist es immer ein Abwägen, ob man Antibiotika als Prophylaxe geben soll oder nicht. Wenn man sich für eine Antibiotikaprophylaxe entscheidet, dann sicher bereits von Anfang an. Wenn nach 3 Tagen keine Anzeichen einer Infektion vorliegen (Rötung, Schwellung, Schmerz, Eiter), ist eine Infektion fast ausgeschlossen.

Je tiefer die Wunde ist, umso grösser ist das Risiko für eine Infektion.
Grundsätzlich empfehlen wir vor allem dann eine antibiotische Prophylaxe, wenn ein Biss im Gesicht oder in der Hand vorliegt, da dort eine allfällige Infektion zu kosmetischen oder schwer behandelbaren Problemen führen könnte.

 

Sie sehen, es gibt da verschiedene Wege, die man gehen kann, und es hängt auch von der "Risikobereitschaft" der Eltern ab. Ich empfehle normalerweise, die Wunde gut auszuspülen, dann zu desinfizieren und abzuwarten. Wenn in den ersten 3 Tagen nach dem Biss eine Schwellung oder Rötung der Wunde auftritt, dann kann man immer noch antibiotisch behandeln. Ausnahmen sind sehr tiefe Wunden und Wunden im Gesicht oder an den Händen, aus den obengenannten Gründen.


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01.02.2011 - dzu


 
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