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Arthrose: Opiate nützen wenig und haben starke Nebenwirkungen
 
Menschen mit schwerer Arthrose sollten sehr zurückhaltend mit Opiaten behandelt werden. Die Medikamente nützen wenig und haben ein grosses Risiko für Nebenwirkungen, wie eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie zeigt.

Die Forscher um Eveline Nüesch und Peter Jüni von der Universität Bern untersuchten in einer Übersichtsstudie die Wirksamkeit der Opiate Morphin, Kodein, Fentanyl, Oxycodon und Oxymorphon bei chronischen Hüft- und Knieschmerzen, wie der SNF am Mittwoch mitteilte. Laut Schätzungen werden in der Schweiz 10'000 bis 50'000 Patienten damit behandelt.

 

Für die in der Medizindatenbank "Cochrane Library" publizierte Untersuchung werteten die Forscher zehn klinische Studien mit insgesamt 2268 Patienten aus. Es zeigte sich, dass die Opiate Schmerzen nur leicht linderten und die Beweglichkeit der Gelenke bloss geringfügig verbesserten.

 

Therapie viel häufiger abgebrochen

Dafür sind die Risiken der Medikamente hoch: Patienten, die Opiate erhielten, mussten wegen Nebenwirkungen viermal häufiger ihre Therapie abbrechen als Patienten, die ein Placebo einnahmen. Zudem ist laut den Forschern nur wenig bekannt über das Suchtpotenzial der Opiate für Arthrosepatienten, die oft über lange Zeit behandelt werden.

 

Opiate werden bei Patienten mit schwerer Arthrose eingesetzt, wenn die üblichen Medikamente nicht mehr nützen oder sie diese nicht vertragen. Für die untersuchten Opiate warnt Forschungsleiter Peter Jüni aber: "Ärzte sollten diese Medikamente nur mit Vorsicht verschreiben - selbst wenn Arthrosepatienten starke Schmerzen haben."

 

Zwar haben die Forscher in ihrer Untersuchung laut eigenen Angaben nicht alle gegen Arthrose eingesetzten Opiate berücksichtigt. Trotzdem müsse bei schwerer Arthrose ein Gelenkersatz als Alternative in Betracht gezogen werden. Allerdings gelte es, auch die Risiken eines solchen Eingriffs gründlich zu beurteilen.


sda

08.10.2009 - gem


 

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