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Diabetes: Ausgewogene Ernährung als Präventionsmittel
 
Die amerikanische Gesellschaft für Diabetes hat die Guidelines revidiert. Demnach sollten alle übergewichtigen oder fettleibigen Patienten mit Diabetes oder Prädiabetes das Gewicht reduzieren und die körperlichen Aktivitäten erhöhen.

 

Bei der Diabetesbehandlung existiert keine Einheitsbehandlung. Die Therapien müssen individuell an den Patienten angepasst werden.

 

Beim Typ 2 Diabetes (Zuckerkrankheit Typ 2) muss die medikamentöse Therapie auf das Individuum zugeschnitten sein. Dabei müssen verschiedene andere Faktoren wie Blutdruck, Cholesterin und andere Risikofaktoren in die gesamte Therapie mit einbezogen werden.
 
Anders als bei vorhergegangenen Guidelines basieren die Ernährungsempfehlungen auf den spezifischen medizinischen Konditionen und den Risikofaktoren der Patienten. Personen mit hohem Diabetesrisiko müssen sich anders ernähren als solche mit vorhandenem Diabetes oder Diabetes mit Spätfolgen.

 

Spezifische Empfehlungen betreffen auch folgende Patienten: Typ 1 Diabetiker, schwangere oder stillende Frauen, ältere Personen, Pflegeheiminsassen, akut Erkrankte (z. B. Nierenerkrankung).

Personen mit einem Prädiabetes (Vorstufe zu Diabetes) oder Diabetes  wird empfohlen sich individuell von einer sollten eine individualisierte Ernährungsberatung erhalten.

 

Diese sollte durch eine speziell ausgebildete Diabetesberaterin durchgeführt. Die Ernährungsberatung passt sich an die Patientenbedürfnisse an, da sonst der Wille zur Ernährungsveränderung meist nicht besteht.
 
Bei übergewichtigen und adipösen (fettleibigen) insulin-resistenten Personen verbessert die moderate Gewichtsreduktion die Insulinresistenz. Deshalb wird die Gewichtsreduktion bei diesen Personen empfohlen. Zudem sollte bei diesen Personen, die meistens körperlich nicht sehr aktiv sind, eine leichte sportliche Aktivität angestrebt werden.

 

Die Guidelines empfehlen allen übergewichtigen und adipösen Diabetikern und Prädiabetikern sich mindestens 150 Minuten pro Woche zu bewegen.

Lebensstiländerungen gehören ebenfalls ins Programm: Ernährungsumstellung, insbesondere Fettreduktion und regelmässige Bewegung. Diese Verhaltensänderungen können zu einem langanhaltenden Gewichtsverlust führen (5-7% des Basisgewicht). Dies im Gegensatz zu Modediäten (z. B. eine extreme Kohlenhydratarme oder hochkalorische Diät), die oft nicht nachhaltig sind. Schnelles und unkontrolliertes Abnehmen ist der Gesundheit nicht förderlich und wird von den Guidelines abgelehnt.

 

Die Guidelines empfehlen zudem allen übergewichtigen und adipösen Diabetikern und Prädiabetikern sich mindestens 150 Minuten pro Woche zu bewegen.

 

Ernährungsempfehlungen bei Prädiabetes (Vorstufe zur Zuckerkrankheit) und Übergewicht:

  • Faserreiche Kost (14 g pro 1000 kcal)
  • Fettarme Kost
  • Regelmässige Bewegung
  • Ev. medikamentöse Unterstützung

 

Ernährungsempfehlungen bei Diabetes:

  • Kohlenhydrate in Form von Früchten, Gemüse und Getreide
  • Faserreiche Kost
  • Fettarme Kost, d.h. gesättigte Fettsäuren müssen reduziert werden (z.B. 2-mal pro Woche Fisch, nicht frittiert)
  • Cholesternreduktion unter 200mg/d
  • Vitamin und Mineralstoffeinnahmen werden nicht empfohlen, da deren Nutzen nicht gesichert ist.

 

Kinder, die im Haushalt von Prädiabetikern und Diabetikern leben, können die medizinisch basierte Ernährung ebenfalls geniessen. Die Kalorienmenge, die ein gesundes Wachstum ermöglicht, muss aber gewährleistet sein.

 

Die Autoren empfehlen, dass Ernährungsempfehlungen an den Patienten angepasst und ins Diabetesmanagement integriert werden müssen. Dabei sollten sich die Patienten an eine dafür speziell ausgebildete Ernährungsberaterin wenden.

 

Mehr zum Thema

 

 


Tellmed, Diabetes Care. 2006;29:2140-2157 - American Diabetes Association

06.09.2006 - dzu


 

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