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Sie sind hier: News » Gesundheit allgemein 20. Juni 2013
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Gemüse und Obst-Konsum kann vor bestimmten Krankheiten schützen
 
Der regelmässige Verzehr von Gemüse und Obst kann vor bestimmten chronischen Krankheiten schützen – am stärksten vor Herzkeislauf-Erkrankungen. Das ermittelte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in einer Überprüfung aller verfügbaren Studien zu diesem Thema.

Gemüse und Obst
können Krankheiten
verhindern
 
Gemüse und Früchte enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Zudem sind sie reich an Nahrungsfasern und an sekundären Pflanzenstoffen. Bisher war aber unklar, in wie weit und bei welchen Krankheiten eine Erhöhung des Gemüse- und Früchtekonsums das Erkrankungsrisiko tatsächlich vermindern kann.

 

Zusammenfassung der Resultate

Die heutige Datenlage belegte in allen Fällen einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Gemüse und Obst und dem Risiko für bestimmte Krankheiten.

 

Bei den Herzkreislauf-Erkrankungen Bluthochdruck (Hypertonie), Koronare Herzkrankheit KHK (Verkalkung der Herzkranzgefässe)) und Schlaganfall waren die Ergebnisse am deutlichsten: Die Erhöhung des Konsums von Gemüse und Obst geht direkt mit einer Senkung des Erkrankungsrisikos einher. Das sei insbesondere beim Bluthochdruck sehr wichtig, da dieser weit verbreitet sei und als Risikofaktor für KHK- sowie Schlaganfall gelte, so die Forscher.


Auch einige Krebserkrankungen können laut den Forschern "wahrscheinlich" durch einen erhöhten Gemüse- und Obstkonsum verhindert werden, insbesondere dann, wenn andere krebserzeugende Risikofaktoren zusätzlich eliminiert oder vermindert werden. Demenz: Bei Erhöhung des Gemüse- und Obstkonsums ist eine Risikosenkung möglich.


Übergewicht (Adipositas): Da Übergewicht als wichtigster Risikofaktor für Diabetes mellitus Typ 2 (Altersdiabetes) gilt, wurde dies genauer untersucht. Resultat: Erhöhter Gemüse- und Obstkonsum kann womöglich eine Körpergewichtszunahme auf Dauer verhindern. Dies schlägt sich wiederum direkt auf das Diabetes-Risiko nieder.


Diabetes Typ 2 (Altersdiabetes): Der Gemüse- und Obstkonsum allein hat wahrscheinlich keinen direkten Einfluss auf das Diabetes-Risiko. Jedoch kann diese Ernährung helfen Übergewicht zu verhindern und senkt damit indirekt das Diabetes Typ2-Risiko.

 

Einfluss auf weitere Erkrankungen

Der erhöhte Gemüse- und Obstkonsum kann das Risiko für bestimmte Augenerkrankungen, rheumatoide Arthritis (chronische entzündliche Gelenkerkrankung) und das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) senken. Auch dafür fanden die Forscher Hinweise.

 

Auch stellten sie einen möglichen Zusammenhang zwischen Obst- und Gemüsekonsum und eines erniedrigten Risikos für Lungenerkrankungen, Asthma sowie der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD, auch Raucherlunge) fest.


Ob aber der Obst- und Gemüsekonsum vor chronisch entzündlichen Darmkrankheiten, grünem Star (Glaukom) sowie Netzhauterkrankung in Folge Zuckerkrankheit schützen kann, dafür fanden die Forscher nur unzureichende Hinweise.


Fazit der Autoren: Die Bewertungen zeigen, dass ein erhöhter Gemüse- und Obstkonsum für eine Reihe von Erkrankungen durchaus ein präventives Potenzial hat. Insbesondere scheint dies laut den Forschern für Bluthochdruck, Verkalkung der Herzkranzgefässe (und damit vor Herzkrankheiten) sowie Schlaganfall zu gelten. Vor Krebskrankheiten scheint der Obst- und Gemüsekonsums geringer zu schützen als bisher vermutet.

 

5 am Tag gilt weiterhin

Die in den letzten Jahren auf europäischer und nationaler Ebene intensiv aufgebaute Kampagne "5 am Tag" (5 Portionen Früchte und Gemüse täglich) wird mit den vorliegenden Ergebnissen stark untermauert. Und: Die Datenlage spricht insbesondere bei der Vorbeugung von Bluthochdruck, Krankheiten der Herzkranzgefässe sowie Schlaganfall sogar dafür, dass die empfohlene Menge des Obst- und Gemüse-Konsums noch erhöht werden sollten.


Auch spreche die unzureichende Datenlage bei der Verhütung von Krebskrankheiten nicht gegen diese Empfehlungen. Hier müssen noch andere krebsfördernde Faktoren (rotes Fleisch, Rauchen, Umweltverschmutzung, Alterszunahme der Bevölkerung etc.) mitberücksichtigt werden. Denn: Negative Veränderungen des Lebensstils (zu kalorienreich, verbunden mit wenig oder gar keinen körperlichen Aktivitäten) haben die Rate der sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht erhöht. Dieser Umstand wiederum erhöht das Risiko für andere krebsfördernden Mechanismen (z.B. chronische Entzündungen, Insulinresistenz, Veränderungen im Hormonstoffwechsel usw.).


Schlusssatz: Mit Sicherheit kann gesagt werden, dass der genügend hohe tägliche Konsum von Gemüse und Obst einigen Krankheiten präventiv entgegenwirken kann. Eventuell sei es ratsam, die empfohlene Menge des Obst- und Gemüsekonsums angepasst werden. Mit Sicherheit soll in der Krankheitsprävention aber der Gesamtlebensstil mitberücksichtigt werden.


 


Deutsche Gesellschaft für Ernährung

24.10.2012 - dzu


 
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