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Herzinfarkt: Seltenes Ereignis beim Verkehr
 
Herz-Patienten sollten keinen Liebesakt ausüben und Herzinfarkt beim Verkehr ist häufig - das sind Mären, wie verschiedene Experten nun belegen. Für die meisten Herz-Patienten stellt die sexuelle Handlung keine Gefahr dar. Vorsicht ist aber beim ausserehelichen Verkehr und für ältere Männer mit jungen Frauen oder nach Alkoholexzessen geboten.

Liebesaktivität
trotz Herz-Krankheit
 
Die körperliche Anstrengung beim Ausleben der Sexualität sei viel weniger hoch als angenommen, schreiben Experten verschiedener Fachgesellschaften im Fachblatt Cirulation.

 

Treppensteigen über 2 Etagen oder forciertes Gehen sei ebenso anstrengend. Und: Wenn das eine Gehe, Gehe auch das andere. Untersuchungen bei jungen gesunden Menschen zeigten, dass  die Herzfrequenz  beim Verkehr selten über 130/Min ansteige. Auch der obere Blutdruckwert gehe selten über 170 mmgH. Bei älteren Menschen oder kranken Personen müsse allerdings davon ausgegangen werden, dass etwas höhere Anstrengungen notwendig sein können, insbesondere wenn das Erreichen des Höhepunktes erschwert ist.

 

Herzkrankheit kein Grund für Enthaltsamkeit

Bei Patienten mit einer Herz-Gefässerkrankung kann es bei Anstrengungen  zu einem Angina pectoris-Anfall (Herzengegefühl mit krampfartigen Druck in der Herzgegend, oft auch als "Sodbrennen" beschrieben,  häufig in Verbindung mit Atemnot, Schweissausbruch und Angstzuständen) kommen. Aber: Fälle von „Angina d’amour“-Attacken bei solchen Patienten seien selten.

 

Ein Herzinfarkt während sexuellen Aktivitäten wird ebenfalls selten beobachtet: Die Experten schreiben von 2-3 zusätzlichen Infarkten auf 10‘000 Personen-Jahre. Und: Laut Autopsieberichten seien nur 0.6 bis 1.7% aller Herztodesfälle während dem Geschlechtsverkehr passiert. Meist traf es dabei ältere Männer mit jüngeren Frauen. Nicht zu unterschätzen sei aber die  Herzgefahr nach exzessivem Essen und Alkoholkonsum.

 

Für die Experten der US-Kardiologenverbände sowie der International Society of Sexual Medicine gibt es demnach kaum Gründe, Patienten mit einer Herz-Gefässerkrankung ihrer Sexualität Einhalt zu gebieten. Auch nach einer Herz-Katheteroperation in Folge eines unkomplizierten Herzinfarktes, könne die Liebestätigkeit bereits nach einer Woche wieder aufgenommen werden. Nach Abheilung der Narbe und bei Beschwerdefreiheit, sehen die Experten 6-8 Wochen nach einer Bypassoperation ebenfalls keinen Grund für sexuelle Enthaltsamkeit des Patienten.

 

Eine Herzschwäche, eine künstliche Herzklappe, Vorhofflimmern, Herzschrittmacher oder ein implantiertes Defibrillator-System sollen ebenfalls nicht von Geschlechtsverkehr abhalten. Voraussetzung: Völlige Beschwerdefreiheit bei normaler körperlicher Belastung und gut therapierte Herzrhythmusstörungen.


Verboten sind solche körperlichen Tätigkeiten allerdings für Patienten mit einer instabilen oder schwer therapiebaren Angina pectoris.

 

Fazit der Experten:  Der plötzliche Herztod beim Liebesakt sei höchstens medienwirksam, aber doch eher selten. Selbst Herz-Patienten müssen sich nicht in Enthaltsamkeit üben, sofern der Arzt vom Beschwerdebild her nichts Gegenteiliges rät. Denn: Der Geschlechtsverkehr könne auch zur Rehabilitationstherapie gezählt werden.

 

Wichtig sei deshalb auch die Behandlung anderer Störfaktoren wie Erektionsprobleme bei den Männern oder Schmerzen beim Verkehr bei den Frauen. Aber Vorsicht: Bei der Behandlung mit Nitraten dürfen keine Medikamente zur Behandlung der Impotenz (medizinisch erektile Dysfunktion) eingenommen werden. Beide Medikamente erweiten die Blutgefässe (Blutdruckabfall). Gleichzeitig eingenommen kann es in der Folge zu einem lebensgefährlichen Blutdruckabfall kommen. 

 

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04.02.2012 - dzu


 

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