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Mann will nicht verhüten
 
Gross angelegte Tests zeigen, dass „Mann“ die Verhütung immer noch mehrheitlich der Frau überlässt. Forscher finden im Vorfeld von Untersuchungen sogar zuwenig Freiwillige, die Verhütungsmethoden testen würden.

 

Die "Herren der Schöpfung" kommen bei einem gross anlegten Test über männliche Verhütungsmittel nicht wirklich gut weg. Abgesehen davon, welcher Mann in Zukunft die Drei-Monats-Spritze als Verhüterli käuflich erwerben wird, fehlt es bereits im Vorfeld am Wesentlichen: die Forscher finden zuwenig Freiwillige, die an den Untersuchungen teilnehmen wollen, berichtet BBC-online.

 

Das Hormon-Verhütungsmittel für das "starke Geschlecht" macht neben einem Implantat unter die Haut, das Progestin ins Blut entlässt, auch noch regelmässige Hormonspritzen erforderlich, die dafür sorgen, dass weniger Spermien produziert werden. Die Forscher fürchten, dass im Falle von zu wenigen freiwilligen Testpersonen das gesamte Projekt zum Scheitern verurteilt sein könnte.

 

Pierre Marc Bouloux vom Royal Free Hospital in London hat bereits im Februar mit der Anwerbung von Probanden begonnen. Doch das Engagement der Freiwilligen lässt sehr zu wünschen übrig. Bouloux meint, dass das Implantat quasi ohne jegliche Nebeneffekte ist, allerdings kenne man die langjährigen Folgen davon noch nicht.

 

Die britische Psychologin Mary Boyle von der University of East London ist, so berichtet BBC, vom schwachen Abschneiden männlicher Freiwilliger nicht überrascht. "Es müsste ein gewaltiges Umdenken der maskulinen Attitüden geben, damit auch Männer Kontrazeptiva nehmen", so die Expertin. Es gebe immer noch die Einstellung unter den Herren, dass Frauen eben leiden müssen, wenn es um das Thema Verhütung geht. "Männer fühlen sich einfach nicht verantwortlich für Verhütung", bringt es die Psychologin auf den Punkt.

 

Den Ausführungen widerspricht allerdings die britische Family Planning Association FPA .

Man müsse auch den Männern die Chance geben Verantwortung zu übernehmen, meint FPA-Sprecher Toni Bellfield.

 

Nach einer Studie der Edinburgh University glauben die meisten Frauen Männern sogar, wenn sie sagen, dass sie Verhütungsmittel genommen haben. 90 Prozent der Frauen hatten es als gute Idee bezeichnet, dass eine Pille für den Mann kommen soll. Immerhin waren 65 Prozent davon überzeugt, dass Verhütung viel zu sehr zur "Frauensache" gemacht wird.


pte

24.05.2004 - dzu


 

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