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Steinpilz
Bild stuelpner© |
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Pilzliebhaber und -liebhaberinnen freuen sich wie jedes Jahr auf die Eröffnung der Pilzsaison. Die Pilze haben eines gemeinsam, sie entzücken nicht nur das Auge des Betrachters, sondern auch das Herz der Gourmets.
Aber Achtung – die Natur macht es Pilzliebhabenden nicht einfach, denn Pilze können lebensbedrohliche Wirkstoffe enthalten. Wer sicher gehen will, dass sein Pilzgericht nicht das letzte war, tut gut daran, die Hauptakteure zuvor zur Kontrolle zu bringen.
Die Pilzkontrolleure und -kontrolleurinnen stellen sicher, dass die Guten ins Körbchen und die Schlechten in den Abfall kommen. Da Pilze möglichst rasch verwertet werden sollen, ist beispielsweise die amtliche Pilzkontrollstelle Winterthur an der Stadthausstrasse 31 ab dem 13. August an drei Abenden in der Woche offen: Montag, Mittwoch und Freitag und teilweise auch samstags und sonntags.
Kindheitserinnerungen erwachen
Pilze sammeln weckt Erinnerungen an spielerische Momente aus der eigenen Kindheit. Wer kennt sie nicht, die fantastische Märchenwelt im Wald? Die Zwergenfamilie, die sich ihr Häuschen aus Rinde und Tannennadeln baut und das weiche Moos als Teppich oder Bettchen nutzt. Sie bauen ihr Häuschen in der Nähe der Pilze, denn diese dienen als Schirm zum Schutz vor Regen oder Sonnenschein. Wer sich aus Kastanien und Ästen ein Fahrzeug baut, ist froh um die Fliegenpilze, denn ihre knallige Farbe dient gar als Laterne. Warum die Farbe? Wurde er gar rot, weil ihn das Zwerglein auf seine Schönheit ansprach? Ob bei den Zwergen oder beim Menschen – der Fliegenpilz hat eine spezielle Ausstrahlung. Denn obwohl er giftig ist, übernimmt er dank seines auffallenden Aussehens nebst Kleeblatt, Hufeisen und Marienkäfer eine wichtige Rolle unter den Glückssymbolen.
Glück oder Unglück - Doppelgänger mit Folgen
Der braune Fliegenpilz ist kein Perlpilz, der Gallenröhrling kein Steinpilz und der Pantherpilz kein Grauer Wulstling. Die Fachpersonen in den amtlichen Pilzkontrollen stellen sicher, dass die Freude über den Fund nicht zum Albtraum wird, denn schnell ist ein Pilz mit seinem Doppelgänger verwechselt. «Die Symptome bei Pilzvergiftungen reichen von Erbrechen über Bauchkrämpfe zu Durchfall, Schwindel und Schweissausbrüchen. Hier gilt, sofort den Arzt, die Ärztin oder das nächstgelegene Spital zu konsultieren und die erteilten Weisungen strikte zu befolgen. Eine weitere Anlaufstelle ist das toxikologische Zentrum», rät Cornelia Egger, amtliche Pilzkontrolleurin in Winterthur. Symptome können auch erst Tage später auftreten. Rasches Handeln kann Leben retten.
Pilze sammeln will gelernt sein
Die Farbe, der Geruch oder die Sporengrösse haben grossen Einfluss auf die Bestimmung des Pilzes. Zusätzliche Anhaltspunkte vermitteln seine Nachbarn wie Pflanzen und Bäume sowie die geographische Lage: Flachland, Bergwald oder Hochgebirge. Ebenso wichtige Indizien für seine Identität sind sein Standort: an lebendem oder totem Holz, auf Erdboden oder auf anderen Substanzen sowie seine Lebensart: Einzelgänger oder in Gesellschaft, büschelig oder in Ringen. «Überlieferte Weisheiten über Giftpilze, die sich zwar als falsch erwiesen haben, sind heute trotzdem noch hartnäckig im Umlauf», erklärt Anita Wehrli, amtliche Pilzkontrolleurin und Präsidentin des Vereins für Pilzkunde Winterthur. «Ob ein Pilz geniessbar ist oder nicht, hat nichts damit zu tun, ob sich ein Silberlöffel im Pilzgericht oder das Pilzfleisch beim Schneiden verfärbt.»
Wer gefährdetet Arten sammelt wird gebüsst
Wer wertvolle und beliebte Pilze sucht, sucht oft die berühmte Nadel im Heuhaufen. Zur empfohlenen Ausrüstung wie Korb, Notizblock und Messer gehören Geduld und Rücksichtnahme. Denn das kantonale Reglement schreibt vor, dass vom Ersten bis Zehnten des Monats das Pilzesammeln untersagt ist. Und wer mehr als ein Kilogramm pro Person und Tag mitnimmt, verstösst gegen das Gesetz, was bis zu 1000 Franken Busse kosten kann. Naturfreunde rufen Pilzfreunde auf, ungeschriebene Regeln zu beachten und der Natur Sorge zu tragen. Gemäss der noch aktuellen Statistik vom 2007 möchte das Bundesamt mit der «Roten Liste der gefährdeten Arten» die Bevölkerung sensibilisieren. Von 2956 Pilzarten und Pilzunterarten stehen 937 auf der roten Liste. Davon sind 81 unmittelbar vom Aussterben bedroht, 360 stark gefährdet und 495 verletzlich. 143 Arten befinden sich auf der Vorwarnliste. Gefährdete Pilzarten finden sich in allen Lebensräumen. Deshalb gilt: mit Mass sammeln, unbekannte Pilze stehen lassen und unbekannte, giftige Pilze nicht zertreten.
Pfannenreife Pilze
Die Entscheidung ist gefallen, die Pilze sind geniessbar. Pilze sind sensibel und wollen als solche behandelt werden. Mit ihrem hohen Wassergehalt und eher geringem Nährwert eignen sie sich als Geschmacksträger oder als Beilage. Ob als Pilzrisotto, Pilzsalat, Pilzsauce oder -suppe – Pilze sollen möglichst schnell verwertet werden, da sie rasch verderben. Gekochte Pilzgerichte können am folgenden Tag nochmals aufgewärmt werden, sofern sie sofort abgekühlt und im Kühlschrank aufbewahrt wurden. Einmal aufgetaut, nicht wieder einfrieren.
Tipps zum ungefährlichen Pilzsammeln
Wer mit wem - mögliche Verwechslungen
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essbar |
giftig |
| Erdritterling |
Tigerritterling |
| Schafchampignon |
Weisser Knollenblätterpilz |
| Speisemorchel |
Frühlingslorchel |
| Mairitterling |
Ziegelrote Risspilz |
| Mehlrasling |
Feldtrichterling |
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Tipps zum Pilzesammeln
- Zum Sammeln einen Korb verwenden (Plastiksäcke sind ungeeignet)
- Nur bekannte Pilze sammeln
- Keine durchnässten Pilze mitnehmen
- Beim Pflücken Pilze sorgfältig ausdrehen und nicht ausreissen
- Stiele dran lassen, da sie wichtige Erkennungsmerkmale enthalten
- Gesammelte Pilze bereits im Wald säubern
Erste Hilfe bei Vergiftungen
- Unverzüglich Arzt/Ärztin oder nächstgelegenes Spital konsultieren
- Pilz- und Mahlzeitresten sicherstellen
- Regionale amtliche Pilzkontrollstelle kontaktieren (Beispiel Winterthur: Tel. 052 267 52 85, Mo–Do 8–12/13.30–17 Uhr; Fr 8–12/13.30–16 Uhr)
- Ausserhalb der Bürozeiten Pilzkontrolle über Stadtpolizei anfordern (Beispiel Winterthur: Tel. 052 267 51 52)
- Ist weder Arzt, noch Pilzkontrolle erreichbar, Toxikologisches Zentrum Zürich anrufen: Tel. 044 251 51 51 Toxi: Tel. 145
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