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Schlafapnoe: Doppeltes Unfallrisiko
 
Menschen mit nächtlichen Atemaussetzer (Schlafapnoe) schlafen nicht durch und leiden unter Tagesmüdigkeit. Diese Müdigkeit sei verantwortlich für viele Unfälle mit Todesfolgen, die man hätte vermeiden können.


Jährlich passierten in den USA rund 810 000 Verkehrsunfällen mit 1400. Dies berichteten amerikanische Wissenschaftler auf dem 14. Jahreskongress der European Respiratory Society im schottischen Glasgow.

 

567 000 dieser Unfälle und 980 der Todesopfer hätten vermieden werden können, wenn sich die Betroffenen einer Behandlung unterzogen hätten.

 

In England hat man festgestellt, dass dort Übermüdung häufiger als Alkoholkonsum die Ursache für einen Verkehrsunfall sei. 20-25% aller Unfälle ereignen sich, weil der Fahrer am Steuer einschläft. Die Reaktionsfähigkeit ist bei Übermüdung stark beeinträchtigt, was oft zu aussergewöhnlich schweren Verkehrsunfällen führe.

 

Typisch sind Auffahrunfälle oder solche mit nicht erkennbarer Ursache in den frühen Morgenstunden oder am Nachmittag, wo naturgemäss die Tagesmüdigkeit erhöht ist. In entsprechenden Befragungen sagten viele Autofahrer aus, dass sie aufgrund ihrer Schläfrigkeit – Sekundenschlaf - oft "Beinahe-Unfälle" gehabt hätten.

 

Ein übermüdeter Autofahrer gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer. Das sind genügend Gründe für ausreichenden und guten Schlaf zu sorgen. Das Schlafapnoe-Syndrom ist wahrscheinlich die häufigste organische Ursache der Tagesmüdigkeit. Ungefähr 5% der gesamten Bevölkerung sind betroffen (Männer häufiger als Frauen). In der Altersgruppe zwischen 40 und 59 Jahren findet man sogar bis zu 8% Schlafapnoe-Patienten.

 

Seit mehr als 10 Jahren ist eine Beziehung zwischen dem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom und Verkehrsunfällen bekannt. Die Unfallrate dieser Patienten ist deutlich erhöht. Unbehandelt hat dieses Krankheitsbild nicht zu unterschätzende Konsequenzen für die allgemeine Sicherheit im Strassenverkehr.

 




dpa, Schlafapnoe-Selbsthilfegruppe Nordwestschweiz

08.09.2004 - dzu


 

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