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Schmerzstillender Effekt von Cannabis und Cannabinoiden belegt
 
Mehrere Studien haben Medikamente mit Cannabis als Wirkstoff untersucht. Deutsche Forscher weisen in einer wissenschaftlichen Untersuchung Cannabis-Präparaten oder Cannabinoiden schmerzlindernde Effekte nach.

Cannabis wirkt
schmerzstillend
 
2011 wurde in Deutschland erstmals ein Cannabis-Präparat zur Behandlung von Spasmen bei Multipler Sklerose freigegeben.

 

Seither werden Cannabissextrakte aber auch in nicht lizensierten Behandlungen wie bei Magersucht, Übelkeit (zum Beispiel auf Grund medikamentöser Therapie) und Neuropathischen Beschwerden eingesetzt – meist dann, wenn andere Behandlungsmethoden nicht greifen.

 

Die Deutschen Forscher der Medizinischen Hochschule in Hannover durchsuchten medizinische Datenbanken aus den Jahren 2000 bis 2011 nach Studien, die den medizinischen Effekt von Cannabis oder Cannabinoiden (synthetisch hergestellter Wirkstoff der Cannabispflanze) untersucht hatten.

 

Die Experten fanden über 100 Untersuchungen aus 7 Ländern aus den 90-er-Jahren, zur Wirkung von Cannabis-Substanzen bei verschiedenen medizinischen Problemen.

 

Diese Studien zeigten, dass Medikamente mit Cannabinoiden am besten bei Patienten mit chronischen Schmerzen (MS, neuropathischen Schmerzen, Schmerzen bei Krebs, Rheuma, Fibromyalgie) wirkten. Bei akuten Schmerzen hingegen zeigte sich praktisch keine schmerzlindernde Wirkung. Auch bei Spasmen, Übelkeit und Erbrechen durch Krebsmedikamente sowie bei Appetit- und damit verbundenem Gewichtsverlust zum Beispiel bei HIV-, Krebs- und Alzheimer-Patienten fanden die Experten Belege der lindernden Wirkung durch Cannabis-Substanzen.

 

Die häufigsten Nebenwirkungen von Cannabionoiden waren Müdigkeit und Schwindel (bei über 10% der Patienten), Depressionen sowie trockene Mundschleimhaut.

 

Für die Forscher ist damit bewiesen, dass Substanzen mit Cannabis und cannabisähnlichen Substanzen bei verschiedenen medizinischen Problemen helfen können. In Deutschland sind solche Präparate seit 2011 zur Behandlung von Spasmen bei MS zugelassen. In der Schweiz nicht.


Dtsch Arztebl Int 2012

15.08.2012 - dzu


 
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