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BMI bei Kindern und Jugendlichen in der Schweiz stabilisiert sich
 
Die Ergebnisse des aktuellen BMI-Monitorings von Gesundheitsförderung Schweiz weisen auf eine Stabilisierung des BMI bei Kindern und Jugendlichen hin. Grund zur Entwarnung gibt es aber nicht, denn noch immer ist jedes fünfte bis siebte Kind in der Schweiz übergewichtig und durchschnittlich jedes 25. fettleibig (adipös).

Im Rahmen des jährlich durchgeführten BMI-Monitorings von Gesundheitsförderung Schweiz wurden für das Schuljahr 2008/2009 Daten zu Körpergrösse und Gewicht von mehr als 25'000 Kindern und Jugendlichen im Schulalter erhoben. An der Erhebung beteiligt waren neben den Städten Bern, Freiburg und Zürich, die Kantone Basel-Stadt, Graubünden, Wallis, Jura und Genf.

 

Durch die Datenerhebung sowohl in städtischen als auch ländlichen Regionen in der Deutsch- und Westschweiz bilden die Ergebnisse eine Grundlage für Aussagen über die gesamtschweizerischen Verhältnisse. Die Messungen von Körpergrösse und -gewicht wurden darüber hinaus in allen beteiligten Städten und Kantonen von fachlich geschultem Personal vorgenommen.

 

Wohnregion und soziale Herkunft entscheidend

Übergewicht und Adipositas sind bei Kindern und Jugendlichen in der Schweiz weit verbreitet. Je nach untersuchter Stadt bzw. Kanton variiert der Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder je nach Schulstufe zwischen 10 und 26 Prozent. Durchschnittlich ist jedes 5. bis 7. Kind in der Schweiz übergewichtig; von Adipositas sind durchschnittlich 4 Prozent der Kinder betroffen.

 

Die detaillierte Auswertung der Daten zeigt, dass Übergewicht und Adipositas in ländlichen Regionen weniger stark verbreitet sind als im städtischen Raum. Der Anteil an übergewichtigen Kindern und Jugendlichen steigt von ländlichen Wohnregionen über kleine und mittlere Städte bis hin zu den grossstädtischen Agglomerationen kontinuierlich an. In ländlichen Regionen ist durchschnittlich etwa jedes 7. Kind übergewichtig, in den Städten durchschnittlich jedes fünfte Kind.

 

Die Daten belegen zudem einen klaren Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Übergewicht: Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsniveau oder einer tiefen beruflichen Stellung sind häufiger von Übergewicht betroffen als Kinder von Akademikern und höheren Angestellten. Der Unterschied zwischen den beiden Extremgruppen beträgt je nach Ort und Schulstufe rund das Zwei- bis Fünffache. Die Ursachen hierfür liegen einerseits in den fehlenden finanziellen Mitteln der betroffenen Familien sowie im oftmals geringeren Wissen bezüglich Ernährung, Bewegung und Gewicht.

 

Gravierende gesellschaftliche Folgen

Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen sind ein gravierendes gesamtgesellschaftliches Problem. Denn wer als Kind bereits mit Übergewicht zu kämpfen hat, hat auch als Erwachsener ein stark erhöhtes Risiko für ein zu hohes Körpergewicht. Dies kann nicht nur schwere Folgen für das Individuum haben, sondern auch für das Gesundheitssystem als Ganzes: Übergewichtsbedingte Erkrankungen häufen sich, die Kosten im Gesundheitswesen steigen entsprechend an. Eine vom Bundesamt für Gesundheit beauftragte Studie hat die Kosten gewichtsbedingter Krankheiten in der Schweiz auf 5.8 Milliarden CHF im Jahr 2007 errechnet.

 

Gesundheitliche Chancengleichheit schaffen

Gesundheitsförderung Schweiz engagiert sich mit zahlreichen Projekten und Massnahmen für ein gesundes Körpergewicht bei Kindern und Jugendlichen aller gesellschaftlichen Schichten. Das aktuelle BMI-Monitoring zeigt klar, dass nicht jedes Kind in der Schweiz die gleichen Chancen auf ein gesundes Körpergewicht hat. Deswegen muss Präventionsarbeit für Chancengleichheit sorgen. Herzstück und Mittelpunkt aller Aktivitäten von Gesundheitsförderung Schweiz in diesem Bereich sind die Kantonalen Aktionsprogramme. Die Projekte zur Bewegung und Ernährung werden in Zusammenarbeit mit den kantonalen Stellen durchgeführt und von Gesundheitsförderung Schweiz mitentwickelt, finanziell unterstützt und inhaltlich begleitet.

 

Den ausführlichen Bericht finden Sie im Internet und www.gesundheitsfoerderung.ch.
 


gesundheitsförderung schweiz

23.08.2010 - dzu


 

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