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Das Schweizer Gesundheitswesen ist mit einem Mangel an Fachleuten konfrontiert. Jährlich bildet es rund 5‘000 Personen zu wenig aus. Mit dem Gesundheitspersonalmangel ist einer der Grundpfeiler unserer Gesundheitsversorgung gefährdet. Die Schweiz steht damit nicht allein da:
Der Gesundheitspersonalmangel ist ein weltweites Problem. Global gesehen stellt deshalb die Rekrutierung im Ausland keine Lösung dar. Dies hat auch die Weltgesundheitsversammlung erkannt: Im Mai 2010 hat sie einen ethischen Kodex zur Rekrutierung von Gesundheitspersonal verabschiedet.
Auf Initiative des Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) und des Netwerks Medicus Mundi Schweiz haben 26 Organisationen, die in der Entwicklungszusammenarbeit international sowie als Berufsverbände und Gewerkschaften in der Schweiz engagiert sind, ein Manifest lanciert. Nach Ansicht dieser Koalition muss die Schweiz mehr tun, um dem dramatischen Mangel an Gesundheitspersonal zu begegnen und dem WHO-Kodex auch in der Schweiz zum Durchbruch zu verhelfen.
Langfristiges Engagement statt kurzfristiges Denken
Im Manifest kritisieren die beteiligten Organisationen, dass die Schweiz nur schon aus demografischen Gründen mehr Personal bräuchte. Doch die Politik hat es unterlassen, durch Steuerungsmassnahmen die Situation zu entschärfen, indem etwa genügend Studienplätze für Ärztinnen und Ärzte und anderes medizinisches Fachpersonal geschaffen wird. „Es entspricht nun aber einem sehr kurzfristigen Denken, wenn die wirtschaftlich entwickelten Länder wie die Schweiz darauf bauen, dem eigenen Mangel an Gesundheitspersonal damit zu begegnen, direkt oder indirekt in Ländern des globalen Südens zu rekrutieren,“ schreiben die Organisationen.
Das Manifest sieht auf verschiedenen Ebenen Handlungsbedarf: Die Schweiz muss bessere Steuerungs- und Planungsinstrumente entwickeln, mehr in die Ausbildung investieren und qualitativ gute Arbeitsstellen sichern, damit mehr Fachpersonen im Gesundheitssektor bleiben. Die Kompetenzen der hier lebenden Migrantinnen und Migranten müssen gestärkt und fürs Gesundheitswesen besser genutzt werden. Um der globalen Dimension des Problems gerecht zu werden, muss das Gesundheitspersonal in Entwicklungsländern bessere Perspektiven vor Ort erhalten, damit sie nicht auswandern. Die Schweiz kann hier wesentlich mehr leisten, indem sie sich verstärkt für die Verbesserung der Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern engagiert.
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