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Sie sind hier: News » Gesundheitswesen 24. Mai 2012
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Grippemeldung: Leicht erhöhte Grippeaktivität
 
Aktivität und Virologie in der Schweiz während der Woche 1/2012. Aktuell kann noch nicht von einer Grippeepidemie gesprochen werden, auch wenn die Grippefälle zunehmen. Mit 6.8 Grippeverdachtsfälle auf 1000 Konsultationen ist das Risiko leicht angestiegen.

In der Woche 1 meldeten in der Schweiz 123 Ärztinnen und Ärzte des Sentinella-Meldesystems 6.8 Grippeverdachtsfälle auf 1'000 Konsultationen.

Im Vergleich zur Vorwoche (4.2 Grippeverdachtsfälle pro 1'000 Konsultationen) stieg diese Rate.

 

Hochgerechnet entsprach die Rate einer Inzidenz von 40 grippebedingten Konsultationen pro 100'000 Einwohner. Sie liegt unter dem nationalen epidemischen Schwellenwert. In der Altersklasse der 30- bis 64-Jährigen war die Inzidenz am höchsten.

 

Die Sentinella-Region «AI, AR, GL, SG, SH, TG, ZH» registrierte eine sporadische Grippeaktivität. Alle anderen Regionen verzeichneten keine Grippeaktivität.

 

In der Woche 1 wurden am Nationalen Zentrum für Influenza im Rahmen der Sentinella-Überwachung in einem der 9 untersuchten Abstriche Influenza A Viren nachgewiesen.

 

Aktivität und Virologie in Europa und weltweit während der Woche 52/2011

Gemäss der WHO Europe Influenza Surveillance (EuroFlu) und des European Influenza Surveillance Network (EISN) stuften in der vorhergehenden Woche alle 36 meldenden Länder die Intensität der Grippeaktivität als niedrig ein. Von diesen verzeichneten 4 Länder einen steigenden Trend der Aktivität und 10 Länder einen sinkenden Trend gegenüber der Vorwoche.

 

19 der 36 meldenden Länder beobachteten keine bestätigte Grippeaktivität, 14 Länder (darunter Deutschland, Frankreich und Österreich) beobachteten eine sporadische und 3 Länder (die Niederlande, Norwegen und Spanien) eine lokal verbreitete Grippeaktivität. In Spanien wurde der epidemische Schwellenwert überschritten.

 

Im europäischen Umfeld konnten in 24% der 554 getesteten Sentinel- Proben Influenzaviren nachgewiesen werden, damit häufiger als in der vorherigen Woche (8%). Dies könnte auf den baldigen Beginn der Grippeepidemie hinweisen. Der Anteil Influenza-positiver Proben betrug je nach Land zwischen 0% und 43%. 2% der zirkulierenden Viren waren Influenza B und 98% Influenza A.

 

Die subtypisierten Influenza A Viren gehörten alle zum Subtyp A(H3N2). 88% der 24 seit Woche 40/2011 antigenisch charakterisierten Influenzaviren werden durch den diesjährigen Grippeimpfstoff abgedeckt.

 

Die USA verzeichneten in der Woche 52 eine niedrige Grippeaktivität. 11% der zirkulierenden Viren waren Influenza B und 89% Influenza A, hauptsächlich Subtyp A (H3N2). In den USA werden 97% der 129 antigenisch charakterisierten Influenzaviren durch den Grippeimpfstoff abgedeckt.

 

Infektionen des Menschen mit nicht humanen Influenzaviren

Die USA berichteten in den letzten Wochen vermehrt über Infektionen mit porcinen Influenzaviren beim Menschen. Dabei handelte es sich um Varianten bekannter, in nordamerikanischen Schweinebeständen zirkulierenden Viren der Subtypen A(H1N1)v bzw. A(H3N2), welche das Gen für das M-Protein des Influenza A(H1N1)pdm092

integriert haben.

 

In einem Fall einer A(H3N2)v-Infektion wird eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung vermutet, da der Patient keinen Kontakt zu Schweinen hatte. Ägypten und Südostasien berichten regelmässig über humane Infektionen mit hochpathogenen aviären Influenzaviren (HPAI) des Subtyps A(H5N1). Ursache ist jeweils der sehr enge Kontakt zu infiziertem Geflügel bzw. infizierten Vögeln.

 

China hat Ende Dezember 2011 einen tödlich verlaufenen humanen Fall mit HPAI des Subtyps A(H5N1) gemeldet.

 

Seit dem ersten Auftreten von aviären Influenza- A(H5N1)-Infektionen beim Menschen im Jahr 2003 wurden der WHO total 576 Fälle, davon 339 Todesfälle, gemeldet. Die Fallzahlen im Jahr 2011 liegen im jährlichen Durchschnitt (60 Fälle, 33 Todesfälle). Die Experten des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzen das durch diese Fälle bedingte Risiko für die öffentliche Gesundheit in Europa als sehr gering ein.

 

Die epidemiologische Beurteilung der saisonalen Influenzaaktivität beruht auf wöchentlichen Meldungen von Influenzaverdachtsfällen durch Sentinella-Ärztinnen und -Ärzte, auf Untersuchungen von Nasenrachenabstrichen am Nationalen Zentrum für Influenza (CNRI) in Genf und auf der Meldepflicht von Laborbestätigungen aller Influenzasubtypen. Die Typisierungen durch das CNRI in Zusammenarbeit mit dem Sentinella- Meldesystem erlauben eine laufende detaillierte Überprüfung der in der Schweiz zirkulierenden Grippeviren.

 

 

 


Bundesamt für Gesundheit BAG

16.01.2012 - dzu


 

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